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Lübeck – Viel hat sich verändert, wenn es um die Fußballfrauen von der Rosenstraße geht. Aus der SG Ratekau-Strand wurde wieder der TSV Ratekau, einige verdiente Spielerinnen sind gegangen, Neue kommen hinzu. Dazu hat Andreas Passow nach drei erfolgreichen Jahren an der Seitenlinie Ratekau ebenfalls verlassen, neu ist neben Maik Lietzau, der in sein zweites Jahr geht, nun Andreas Muuß. Viel Neues also, an das sich die Fans des SH-Liga-Meisters gewöhnen müssen. Daher geht der dritte Teil unseres Sommerinterviews nun zum TSV Ratekau, wo sich Trainer Maik Lietzau unseren Fragen stellte. Wir sprachen mit ihm über die Veränderungen im Kader, über die Ziele in der neuen Saison und warum Ratekau etwas gegen den Trend schwimmt.

HL-SPORTS: Maik Lietzau, die letzte Saison war enorm erfolgreich. Meister in der SH-Liga, dazu wart ihr im Kreispokalfinale. Mit ein paar Wochen Abstand: wie bewertest du die Saison?

Maik Lietzau: Ja, sicherlich war diese Saison sehr erfolgreich, wobei mit Sicherheit die Erfahrung von Andreas mit meiner Eigenen eine sehr gute Mischung dargestellt hat. Etwas Glück war auch dabei. Letzten Endes standen wir verdient am Ende der Saison oben und auch im Kreispokalfinale.. Leider hat uns im Finale die Spielpraxis gefehlt, sodass wir dieses nicht für uns entscheiden konnten. Sonst lief natürlich alles wie am Schnürchen.

HL-SPORTS: Wie wollt ihre dies in der kommenden Saison toppen?  Geht das überhaupt?

Maik Lietzau: Es ist sicherlich schwer, die vergangene Spielzeit zu toppen. Man darf aber auch nicht vergessen, dass sich jetzt vieles ändert. Neue Spielerinnen, neue Trainer und somit auch neue Ziele. Wir spielen mehrere Wettbewerbe und werden natürlich auch versuchen, als Erstes den Titel zu verteidigen. Für jeden weiteren Wettbewerb gilt, dass wir natürlich so weit wie möglich kommen wollen. Aber es wird schwer, das Vergangene wieder zu erreichen, gar besser zu sein. Aber natürlich haben wir uns einen Masterplan ausgearbeitet.

HL-SPORTS: Was sind denn eure Ziele für die kommende Saison?

Maik Lietzau: Ganz oben auf der Agenda steht die Titelverteidigung! Wie schon eben gesagt, möchten wir in allen anderen Wettbewerben so weit kommen, wie nur möglich.

HL-SPORTS: Wen siehst du als eure größten Konkurrenten um den Titel?

Maik Lietzau: Aus der vergangenen Saison hatten wir mit dem SSC Hagen Ahrensburg und TuRa Meldorf sicherlich die härtesten Konkurrenten in der Liga. Dennoch werfen wir auch ein Auge auf den SV Henstedt-Ulzburg II, sowie auch den TSV Schönberg.  All diese Mannschaften sind für mich mögliche Anwärter auf den Titel.

HL-SPORTS: Kommen wir zu deiner Mannschaft. Andreas Passow hat zum Saisonende als Trainer aufgehört und jetzt ist Andreas Muuß an deiner Seite. Was wird dir von Andreas Passow fehlen und was kennzeichnet Andreas Muuß?

Maik Lietzau: Andreas Passow ist ein Trainer, der taktisch alles versucht hat, um an den Erfolg zu gelangen. Er hat das Spiel gelesen und hat reagiert. Eine gute Eigenschaft, die mir schon fehlen wird. Wir haben gut harmoniert und kamen so zum Erfolg, da wir viel miteinander gesprochen haben. Andreas Muuß ist ein sehr ruhiger Trainer, so wie ich ihn kennen gelernt habe. Ich bin mir sicher, dass wir als neues Gespann auch Erfolge feiern werden. Natürlich brauchen wir auch unsere Zeit, aber die Mischung zwischen unseren Philosophien hat mich überzeugt. Bereits vor dem Trainingsauftakt haben wir ebenfalls viel miteinander gesprochen.

HL-SPORTS: Auch eure Mannschaft hat in Teilen ein neues Gesicht, mehrere Spielerinnen,  welche die drei erfolgreichen, letzten Jahre mitgestalteten, sind nicht mehr da. Schmerzen diese Abgänge?

Maik Lietzau: Jeder Abgang schmerzt! Aber man muss den Wunsch der Spielerinnen auch aktzeptieren. Ebenso wie die Spielerinnen sich neue Möglichkeiten schaffen, tun wir das als Mannschaft auch. Dennoch verändert man mit Spielerwechseln immer die Charakterzüge einer Mannschaft.

HL-SPORTS: Ihr habt auch einige Neue geholt.  Was versprichst du dir von den einzelnen Spielerinnen?

Maik Lietzau: Ja, das stimmt. Ich verspreche mir mehr Flexibilität im Spiel und wir wollen noch stabiler werden. Die neuen Spielerinnen dürften uns auch nicht mehr so leicht ausrechenbar machen. Auch sollten uns die Frische und die Erfahrung der Spielerinnen weit nach vorne bringen.

HL-SPORTS: Euer „prominentester“ Neuzugang ist wohl Kristin Engel vom Zweitligisten SV Henstedt-Ulzburg. Welche Erwartungen hast du an sie?

Maik Lietzau: Erstmal soll sie sich gut integrieren. Ich denke das „Kisse“ dann ihre Erfahrung gut in die Mannschaft einbringen kann. Gemeinsam mit Ronja Pajonk und Kristina Scheel, treffen sich ja „alte“ Bekannte aus gemeinsamen Zeiten vom FFC Oldesloe wieder. Insbesondere wird sie unser Spiel stabilisieren und vielleicht noch mehr entscheidende Aktzente setzen.

HL-SPORTS: Als letzte Frage: der Trend geht vielfach in Richtung Spielgemeinschaften. In Lübecks Zentrum hat sich mit der FSG DVM Lübeck eine neue gebildet, in Lübeckes Norden will man da zumindest ansetzen. Ihr seid den umgekehrten Weg gegangen und spielt wieder alleine als TSV Ratekau. Was hat euch dazu bewogen, so etwas gegen den Trend zu schwimmen?

Maik Lietzau: Ja, der Trend beunruhigt mich persönlich, da es aufzeigt, dass immer weniger Mädels oder auch Frauen Zeit und Lust am Fußball finden. Natürlich ist es dann gut Spielgemeinschaften zu bilden, allerdings ist dann auch in der höchsten Liga des Landes Schluss. Das haben wir in den letzten Jahren ja auch selber immer wieder erfahren. Wir haben unsere Spielgemeinschaft gelöst, weil unsere zweite Mannschaft in der kommenden Saison nicht mehr vorhanden sein wird, da viele Spielerinnen sich bei anderen Vereinen umgeschaut haben, oder einfach ihre sportlichen Aktivitäten anders setzen. Zumeist Spielerinnen von Strand 08. Somit ist eine SG für uns nicht mehr nötig, da wir in der ersten Mannschaft ja ohnehin nur Spielerinnen vom TSV haben. Nebenbei macht es uns zumindest theoretisch möglich um über einen Aufstieg nachzudenken. Aber so weit sind wir noch nicht.

HL-SPORTS: Danke Maik für dieses Gespräch!