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Lübeck –  Behält Siems die weiße Weste? Können Ratzeburg und Stockelsdorf dranbleiben? Schafft Zarpen den ersten Auswärtssieg der Saison? Kann sich Fortuna St. Jürgen aus dem Tabellenkeller befreien? Das sind einige der Fragen vor dem siebten Spieltag in der Frauen-Verbandsliga Süd. Einige können vielleicht beantwortet werden.

Den Anfang aus Regionssicht macht am Samstagnachmittag der Ratzeburger SV. Dieser bekam im Nachholspiel bei Siems am Mittwoch klar die Grenzen aufgezeigt (HL-SPORTS berichtete), wusste aber trotz einer Rumpf-Elf kämpferisch zu überzeugen. Dennoch werden die Sorgenfalten bei Trainer Hempel nur wenig kleiner, denn auch am Samstag wird er nur mit einem Mini-Kader planen können. Dazu haben sich bei Sandra Reisner die schlimmsten Befürchtungen (Kreuzbandriss) bewahrheitet, so dass sie mindestens ein halbes Jahr ausfallen wird. Der Optimismus ist da, denn in Eutin muss eigentlich gewonnen werden. Die Ostholsteinerinnen kommen in dieser Saison wie schon das ganze Jahr 2016 nicht in Gang. Mickrige zwei Pünktchen sind es nach sechs Spielen, womit die BSG den letzten Platz belegt. Die Favoritenrolle ist damit klar verteilt, auch wenn Eutin jederzeit gefährlich werden kann.

Auf dem Papier deutlich offener ist das Aufsteiger-Duell zwischen dem VfR Horst und dem TSV Zarpen. Zwar belegt der VfR aktuell den vorletzten Tabellenplatz, hat aber auch erst vier Spiele absolviert. Allerdings präsentiert das Team aus dem Kreis Segeberg heimstark, holte alle Punkte zu Hause und ließ zuletzt mit einem 2:2 gegen Stockelsdorf aufhorchen. Von daher wird ein offenes Spiel erwartet, denn auch Zarpen kann nach drei Pflichtspielen ohne Niederlage mit breiter Brust anreisen. Der Stormarner Kreisligameister holte zuletzt in Rönnau den ersten Auswärtspunkte und sammelte mit einem Kreispokalsieg über Fischbek weiter Selbstvertrauen. Von daher besteht absolut die Möglichkeit, dass der TSV den ersten Auswärtsdreier der Saison holt.

Apropos breite Brust: die dürften die Frauen der SG Siems-Dänischburg auf jeden Fall haben. Nach dem 6:0 über Ratzeburg ist man weiter verlustpunktfrei und die Konkurrenz fragt sich, wer Siems stoppen soll. Zumal auch die Verletzungs- und Personalsorgen der anderen Teams scheinbar an Siems vorbei geht. Von daher ist das Ziel klar: drei Punkte sollen her. Aber die Konkurrenten hoffen, dass JuS Fischbek zum Stolperstein wird. Die Stormarnerinnen haben sich vom Abstiegskandidaten zu einem Team gemausert, welches um die vorderen Plätze mitspielt. Mit sieben Punkten ist die Mannschaft im Torjägerin Isabelle Heilmann absolut im Soll und könnte ein echter Prüfstein für Siems werden.

Last but not least gibt es zu High Noon am Sonntag noch ein Derby, denn Fortuna St. Jürgen empfängt den ATSV Stockelsdorf. Und die Fortunen müssen erkennen, dass die Früchte in der Verbandsliga doch deutlich höher hängen, dass an jedem Wochenende an die Leistungsgrenze gegangen werden muss. Zumal die Fortuna nach drei sieglosen Spielen etwas unter Zugzwang geraten ist und man gegen den Tabellendritten zumindest ein Zähler holen sollte. Der ATSV hingegen will nach zwei Spielen ohne Sieg endlich wieder einen Dreier und so zumindest den dritten Platz festigen. Zwar sind die Personalsorgen auch beim Team aus dem Herrengarten groß, doch das Vertrauen in die eigene Qualität ist groß genug. Und gegen den Aufsteiger ist der „Blau-Weiße Express“ in jedem Fall der Favorit.

BSG Eutin – Ratzeburger SV (Samstag, 16 Uhr, Eutin)
Marc Hempel (RSV): „Nach sechs Spielen haben wir zwölf Punkte gesammelt. Damit sind wir besser in die Saison gestartet, als gedacht. Vor den Herbstferien stehen noch zwei Spiele an, aus denen wir mindestens vier Punkte holen wollen . Den Anfang machen wir bei Eutin. Unsere Personalsorgen bereiten mir doch langsam schlaflose Nächte. Sobald ich wechseln muss, muss ich auf mindestens drei Positionen umstellen. Ich bin dennoch optimistisch, mit dem engen Kader zu Punkten.“

VfR Horst – TSV Zarpen (Samstag, 18 Uhr, Horst)
Horst Juhler (TSV): „Unsere Zielsetzung ist weiterhin Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln. Das wollen wir auch beim heimstarken VfR Horst machen. Leider fehlt wieder Annemarie Stark, die sich zur Zeit auf die deutsche Meisterschaft vorbereitet.“

SG Siems-Dänischburg – JuS Fischbek (Samstag, 19.30 Uhr, Krummer Weg)
Kambiz Tafazoli (SGSD): „Wir wollen die Woche mit dem nächsten drei Punkten abrunden. Als Mannschaft sind wir näher zusammengerückt und das spiegelt sich auf dem Platz wieder. Unser Kader ist in der Breite so wertvoll wie noch nie seit dem ich die Mannschaft übernommen habe. Jede kann jeden adäquat ersetzen. Wir dürfen keinen Gegner unterschätzen und müssen immer an unsere Leistungsgrenze gehen, dann bin ich mir sicher, dass die Punkte daheim bleiben.“

Fortuna St. Jürgen – ATSV Stockelsdorf (Sonntag, 12 Uhr, Kalkbrenner)
Stefan Scheel (FSJ): kein Statement

Frederik Grünsteidl (ATSV): „Nach „nur“ einem Punkt aus den letzten beiden Spielen wollen wir dieses Wochenende wieder drei Punkte mitnehmen. Zwar haben wir aus den letzten Spielen noch einige Verletzungen zu verdauen, aber trotzdem sollte ausreichend Potenzial dabei sein.“

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