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Lübeck – Die Favoriten stehen zur Hälfte der Saison oben. Somit gibt es im oberen Bereich der Tabelle kaum Überraschungen.
Der SC Rapid war klar oben zu erwarten, doch ein Selbstläufer ist es für den scheidenden Trainer Sebastian Wenchel sicher nicht. Auch der TSV Schlutup hat den Abstieg aus der Verbandsliga gut weggesteckt und hinter den Kulissen macht man akribisch gute Arbeit. So ein wenig überraschte dann doch der Eichholzer SV. Aber eher, dass die Kicker von der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern auf dem ersten Platz standen. Dass Aufsteiger Lübecker SC ganz vorne mit dabei ist, dürfte ebenfalls niemanden vom Stuhl gerissen haben. Die Mannschaft ist seit der Jugend eingespielt und bringt alles mit, was ein hungriges Team haben muss.

Einen richtigen Cut gibt es danach nicht, denn die vier Clubs auf den Aufstiegsplätzen sollten die Konkurrenz nicht aus den Augen lassen. Dabei machen die beiden Schwartauer Vereine mächtig Dampf und schielen auf einen der Qualifikationsränge zur neuen Verbandsliga. Die Ruhe bei den beiden Ostholsteinern ist beeindruckend und das spricht ebenfalls für eine klare Linie.

Ab den Plätzen sieben wird es dann schon schwieriger mit der neuen 7. Liga. Fortuna St. Jürgen hat nach einem starken Beginn eine Schwächephase überwunden, doch mit den Top-Teams kann man trotz neuer Ausstellung im Orga-Bereich nicht mithalten. Die „Rettung“ von Kronsforde ist so gut wie abgeschlossen. Was der neue Mann daraus macht, ist sicher mit Wachsamkeit zu begutachten.

Ab Rang neun dürfte eher der Blick nach unten gehen und bei diesen Clubs muss man aufpassen, nicht zu den Abstiegskandidaten zu werden. Der Türkische SV und der TSV Dänischburg haben zwar beide eine Partie weniger auf dem Konto, doch die katastrophale Tordifferenz lässt erkennen, dass es einfach nicht für mehr reichen wird, außer die neue Kreisliga.

Beim SC Buntekuh weiß man die aktuelle Position einzuschätzen und hofft auf eine gute Rückrunde. Etwas enttäuschend ist der zweite Aufsteiger Viktoria 08. Sicher hat man bisher nur 15 Spiele austragen können und ist man mit nur 23 Gegentoren sogar unter den Top 5 der Liga, doch scheint etwas in der Luft zu liegen, was die Schwarz-Weißen tabellarisch weiter zurückzuwerfen könnte. Stark zu bemängeln ist die fehlende Transparenz, die in der 1. Mannschaft herrscht. Dass man zwar gerne in der eigene Suppe rührt, ist zwar ok, doch lässt man so auch viel Platz für Spekulationen und Unruhen und die dann man auf der Falkenwiese nicht gebrauchen.

Der absolute Flop ist der ATSV Stockelsdorf. Drei Mal Vizemeister in Folge und zuletzt Platz sieben ist ernüchternd. Der Umbruch ist in vollem Gange. Die Kurve hat man am Herrengarten allerdings noch nicht bekommen.
Das Sorgenkind von Steinrader Damm bleibt die Reserve des FC Dornbreite. Die Mannschaft könnte dem HSV Konkurrenz machen, was der Verschleiß von Trainern angeht. Der momentane Abstiegsplatz spiegelt das absolut wieder.

Verabschieden darf man sich vermutlich am Roten Hahn von der Kreisliga. Lange muss man darum grübeln, wann der TSV Kücknitz in der A-Klasse war. 2009/2010 war das und das war wohl nur ein „Unfall“. Fünf Zähler aus 17 Begegnungen sprechen dafür, dass es wieder abwärts geht.

Schade für den kompletten Lübecker Fußball war der Rückzug des TSV Siems. Zuwenig eigene Akteure und eine angekündigte Spielgemeinschaft mit dem NTSV Strand 08 II kam dann doch nicht zustande. Ein bitterer Geschmack.

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