Dieter Hecking (HSV), Jos Luhukay (FC St. Pauli), Ole Werner (Holstein Kiel)
Foto: Lobeca
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Barmenia Roland Kahl

Hamburg – Während der Hamburger SV zum Top-Spiel der 19. Runde erst am Donnerstag Bundesliga-Absteiger 1. FC Nürnberg (20.30 Uhr) erwartet und voller Hoffnung Richtung Aufstieg ist, dürfen der FC St. Pauli und Holstein Kiel bereits früher ran. Auch bei diesen beiden Clubs sind die Ambitionen da.

Kiezkicker wollen Serie fortführen

St. Pauli startet am Dienstag bei Greuther Fürth (Anpfiff 20.30 Uhr) und will Siegesserie von 2019 fortführen. In der 2. Liga gab es dort Siege gegen SV Wehen Wiesbaden (3:1) und Spitzenreiter Arminia Bielefeld (3:0). Im Trainingslager trafen sich alle drei erneut. Gegen den SVWW gab es erneut einen Erfolg, nur gegen die Arminen verloren die Kiezkicker 3:3. Der Club vom Millerntor ist der Abstiegszone vor Weihnachten also gerade noch einmal von der Schippe gesprungen, denn die ist aktuell nur zwei Punkte entfernt. Auf dem Transfermarkt hielt man sich in Sachen Einkauf zurück. Nur Korbinian Müller kehrte nach einer halbjährigen Pause wieder zurück. Auf der Abgangsliste stehen Cenk Sahin, auf den man schon seit geraumer Zeit aus disziplinarischen Gründen verzichtete und Mats Möller Daehli. Der Norweger wechselte in der Winterpause zum belgischen Top-Club KRC Genk. Ein herber Verlust für St. Pauli. Weitere Transfers bis zum 31. Januar soll es nicht geben.

St. Pauli-Kapitän Waldemar Sobota beim Sieg gegen Bielefeld
Foto: Lobeca/Kaben

Luhukay: „Wir sind gut gerüstet“

Trainer Jos Luhukay, der seinen Job mit den beiden Siegen zuletzt sicherte, sagt zur Zielsetzung bis zum Sommer: „Wir haben nicht über Tabellenplätze gesprochen. Wir wollen aber den Weg nach oben einschlagen, um nicht nach unten gucken zu müssen. Gerade in den letzten beiden Spielen vor der Winterpause hat die Mannschaft gezeigt, zu was sie mit sehr gutem offensivem und aggressivem Fußball in der Lage ist. Wir sind gut gerüstet für Dienstagabend und wollen dort unseren ersten Auswärtssieg holen.“

Holstein Kiel zuhause schwach

Konkurrent Holstein Kiel hat nur zwei Punkte mehr auf dem Konto, ist allerdings durch Cheftrainer Ole Werner wieder auf etwas sicherem Boden in der 2. Liga gelandet. Der Dezember hielt sich dafür punktetechnisch in Grenzen. Drei Spiele, zwei Punkte. Zwei Mal gab es auswärts etwas mitzunehmen. Zuhause sind die Störche insgesamt schnell zu rupfen. Nur neun Zähler aus acht Spielen. In der Fremde ist man dafür hinter Bielefeld auf Rang zwei. Es geht am Mittwoch vor heimischer Kulisse gegen Darmstadt 98 (Anpfiff 20.30 Uhr). Das Hinspiel ging noch mit 2:0 an die Hessen. Sie kommen dazu noch mit breiterer Brust in den Norden, denn vor Weihnachten gab es jeweils Unentschieden gegen VfB Stuttgart und HSV.

Hanslik fällt durch – Reese mit Ambitionen

Werner hofft auf seinen einzigen Neuzugang. Fabian Reese kam von Schalke 04, durfte allerdings in der Bundesliga nur zweimal ran und kickte dafür achtmal in der Regionalliga-Mannschaft der Gelsenkirchener. Dafür gaben die Kieler Daniel Hanslik an Hansa Rostock ab. Der Ex-Wolfsburger schaffte den Sprung von der Regionalliga bei Holstein nicht und kam nur auf einen Einsatz bei den Profis. Stürmer für Stürmer also war das Ergebnis auf der Transfermarkt. Werner zum Re-Start: „Die Wintervorbereitung war für die Arbeit mit der Mannschaft und auch für die Spieler untereinander wichtig. Jetzt ist die Vorfreude auf das erste Pflichtspiel natürlich groß. Es wird unsere Aufgabe sein, selber gegen einen kompakten Gegner torgefährlich zu werden, ohne ins offene Messer zu laufen.“

HSV-Neuzugang Louis Schaub hofft auf den Aufstieg
Foto: Lobeca/Kaben

HSV-Zielsetzung unverändert

Der beste Nordclub der 2. Liga ist der Hamburger SV. Platz zwei, punktgleich mit den Stuttgartern und drei Zählern Rückstand auf den Tabellenführer aus Ostwestfahlen. Trainer Dieter Hecking war vor dem letzten Testspiel (2:5 beim Regionalligisten VfB Lübeck) noch guter Laune, doch die peinliche Pleite auf der Lohmühle ließ tief in seine Gedanken blicken. Begeisterung sah anders aus. Doch was die Vorbereitung wirklich wert ist, weiß man nach dem Heimspiel gegen Nürnberg. Im Gegensatz zum Vorjahr verstärkten sich die Rothosen. Louis Schaub (1. FC Köln), Jordan Beyer (Borussia Mönchengladbach) und Joel Pohjanpalo (Bayer Leverkusen) lassen zumindest erahnen, dass sie der Mannschaft weiterhelfen könnten. Abgänge gab es beim HSV bisher keine. Nur zu gerne würde man Kyriakos Papadopulos und Bobby Wood abgeben. Während der Grieche sich wenigstens bei anderen Vereinen vorstellte, lässt es der US-Kicker Wood eher ruhig angehen. Immerhin trug er sich während der Testspiele in die Torschützenliste ein – helfen wird ihm das allerdings vermutlich nicht. Im Sommer könnte er einen neuen Anfang nehmen. Die Zielsetzung bleibt klar: Der HSV will aufsteigen.

19.Spieltag (28.-30.1.)
Bielefeld – Bochum (Di.)
Regensburg – Hannover
Fürth – St. Pauli
Wiesbaden – Aue
Stuttgart – Aue (Mi.)
Kiel – Darmstadt
Dresden – Karlsruhe
Osnabrück – Sandhausen
Hamburg – Nürnberg (Do.)