Lübeck – Seine Zeit im Profifußball hat Ahmet Arslan (Foto) geprägt. Vier Spielzeiten war der nun 24-jährige Offensivspieler beim Hamburger SV und dem VfL Osnabrück als Profi unter Vertrag. Der Lübecker schaffte es sogar auf einen Bundesliga-Einsatz. Nun ist er wieder zurück an der Lohmühle und stand am vergangenen Freitag mit seinem Team kurzzeitig auf Platz eins der Regionalliga. Danach sprach HL-SPORTS mit ihm.

HL-SPORTS: Ihr müsst oftmals gegenan rennen und viel Geduld in den Spielen beweisen. Wie sehr nervt das?

Ahmet Arslan: Wenn du viel Ballbesitz hast und die Chancen bekommst, die du dann vielleicht nicht sofort rein machst, ist es natürlich schwer Geduld zu bewahren. Doch das ist es, was wir brauchen, damit wir nicht von unserem Spiel abkommen und haben es noch schwerer, drei Punkte zu holen. Das passiert uns auch phasenweise, auch ich merke das bei mir selbst, wenn ich mal fünf Minuten habe, wo es nicht so läuft, doch wir fangen uns wieder und bekommen es ganz gut hin.

HL-SPORTS: Wolfsburg ist noch oben, aber ihr seid dran und ward am Freitag kurzzeitig Spitzenreiter.

Ahmet Arslan: Wolfsburg ist mir scheißegal. Von mir aus können die 10:0 gewinnen. Wir dürfen nur auf uns schauen und der Trainer hat nach dem Sieg gegen Lüneburg eine geile Ansprache gehalten. Das ist nur eine Momentaufnahme. Ich weiß von meinen Jahren in Osnabrück und Hamburg, dass wir durchgehend Erster oder Zweiter waren, aber das man sich am Ende nicht wirklich etwas davon kaufen kann – hört sich jetzt an wie Floskeln, aber das ist es nicht. Wenn wir am Ende nicht ganz oben stehen, bringt uns das alles nichts. Wir müssen weiter an uns arbeiten und nicht nachlassen.

HL-SPORTS: Deine Eingewöhnung dauerte nach deiner Rückkehr zum VfB nicht lange. Bist du wieder zuhause?

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Ahmet Arslan: Es hat die ersten zwei Spiele gut geklappt, mit Vorlage und Tor, auch dass ich gute Spiele gemacht habe. Ich höre, dass ich ein wichtiger Baustein der Mannschaft bin. Dabei komme ich nun von weiter hinten, als man mich von früher kennt. Die Mannschaft und alle hier haben mich gut aufgenommen und daher fühle ich mich voll integriert. In der Regionalliga wird noch ein bisschen anders gespielt, als im Profifußball und von daher kann es auch mal vorkommen, dass es die eine oder andere misslungene Aktion gibt, aber grundsätzlich gelingt mir das meiste.

HL-SPORTS: Elfmeterschießen gehört zu deinen Aufgaben im Team?

Ahmet Arslan: Für die Standards bin ich in der Regel eingeteilt. Gegen Lüneburg und auch die letzten Spiele davor bin ich einige Kilometer pro Partie gelaufen und so kenne ich mich gar nicht, dass ich mal nach hinten sprinte und einen Ball ins Aus grätsche. Ich hatte das Gefühl, dass ich mich mal dafür belohnen muss und das Tor war wichtig.

HL-SPORTS: Über Todesfelde ins Finale?

Ahmet Arslan: Das ist unser Ziel. Ein Selbstläufer wird das sicher nicht. Nur weil sie eine Liga unter uns spielen, kann niemand davon ausgehen, dass das alles von alleine geht. Ich weiß, wie es ist, gegen unterklassigere Mannschaften im Pokal rauszufliegen und es muss in die Köpfe rein, dass wir für das Erreichen des Finales etwas tun müssen.

HL-SPORTS: Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg.

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