München – Den Spruch der Woche lieferte 1860 München-Trainer Michael Köllner: „Fußball ohne Zuschauer ist möglich, aber sinnlos.“ Schade, dass der Löwen-Coach, der seinen Vertrag vor einigen Tagen vorzeitig bis 2022 verlängerte, diese Sinnlosigkeit seinen Spielern nicht schon vor dem Spiel gegen den VfB Lübeck vermittelte – sonst wäre für die Grün-Weißen im leeren Stadion an der Grünwalder Straße vielleicht mehr als die 1:4-Schlappe möglich gewesen. Ob die „Sechzger“, die mit diesem Sieg die Tabellenspitze übernahmen, am Ende „sinnlos“ den Aufstieg in die 2. Liga feiern?

Michael Köllner (Trainer TSV 1860 München) mit Headset am Spielfeldrand. Foto: Lobeca/Marcus Kaben

Bayerischer Höhenflug  

Momentan kann man den Eindruck haben, es wird in der 3. Liga eine bayerische Meisterschaft ausgespielt. Denn Platz zwei belegt nach dem 2:1-Erfolg gegen den SV Meppen durch Tore der beiden Neuzugänge Patrick Hasenhüttl und Niclas Anspach die SpVgg Unterhaching. Auf Platz drei war eigentlich schon Aufsteiger Türkgücü München erwartet worden, doch das 0:0 der Schützlinge von Arie van Lent gegen Zweitliga-Absteiger SV Wehen Wiesbaden sorgte für einen kleinen Dämpfer und den Sturz auf Platz acht. Gar nur auf Platz zehn folgt der FC Ingolstadt nach dem 0:2 bei Viktoria Köln. Direkt dahinter rangiert Vorjahresmeister Bayern München II nach dem 1:1 in Uerdingen. Leon Dajakus Führungstor glich Muhammed Kiprit für den KFC (der sich von Kevin Großkreuz getrennt hat) aus.

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Corona schlägt zum ersten Mal zu

Den ersten Corona-bedingten Spielausfall gab es auch schon. Der MSV Duisburg sagte die Partie gegen den 1. FC Saarbrücken ab, weil inzwischen schon vier Spieler infiziert sind. Daraufhin wurde die gesamte Mannschaft bis auf Weiteres in häusliche Quarantäne gesteckt. Mit solchen (möglicherweise auch kurzfristigen) Absagen muss die Liga in dieser Zeit wohl leben.

Waldhof kann oder will nicht

Mit Magdeburg, Lübeck, Kaiserslautern, Uerdingen und Duisburg wartet auch Waldhof Mannheim noch auf den ersten Sieg. Neben 1860, Saarbrücken, Türkgücü und Wehen Wiesbaden gehören die Waldhöfer aber zu jenem erlauchten Kreis, der bisher noch ungeschlagen ist. Vier Spiele, viermal remis – bei Mannheims Ansprüchen ist das zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel.

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Saibene für Schommers

Die erste Trainerentlassung ließ auch schon aufhorchen. Beim 1. FC Kaiserslautern musste Boris Schommers bereits nach zwei Saisonspielen seinen Hut nehmen. Sein Nachfolger heißt Jeff Saibene. Der 52jährige Luxemburger trainierte zuletzt den FC Ingolstadt und davor Arminia Bielefeld – sein Credo für die 3. Liga heißt: Kämpfen, kämpfen, kämpfen. Für „Schönspieler“ ist im FCK-Kader ab sofort kein Platz mehr.

Last-Minute-Transfer

Kennen ihr übrigens Petar Sliskovic? Der vom MSV Duisburg kurz vor Toresschluss zu Türkgücü gewechselte 30-jährige Kroate führt mit schon vier Treffern die Torschützenliste der 3. Liga an. Dicht dahinter folgt Sascha Mölders von 1860 München mit drei Toren. Fragt mal VfB-Keeper Lukas Raeder. Der kennt den 36-Jährigen spätestens seit dem vergangenen Sonnabend ganz genau… (Karl-Heinz Tiedemann)

Sascha Mölders (1860 München), Lukas Raeder (Torwart VfB Lübeck). Foto: Lobeca/Marcus Kaben

Die Ergebnisse vom 4. Spieltag

Duisburg – Saarbrücken abgesetzt
Kaiserslautern – Mannheim 1:1
1860 München – Lübeck 4:1
Uerdingen – Bayern II 1:1
Verl – Rostock 2:3
Türcgücü München – Wehen Wiesbaden 0:0
Dresden – Magdeburg 1:0
Unterhaching – Meppen 2:1
Köln – Ingolstadt 2:0
Halle – Zwickau 0:2

Die Tabelle

1. TSV 1860 München410 : 410
2. SpVgg Unterhaching45 : 39
3. 1. FC Saarbrücken37 : 17
4. SC Verl47 : 47
5. FSV Zwickau46 : 47
5. Viktoria Köln46 : 47
7. F.C. Hansa Rostock46 : 57
8. SG Dynamo Dresden43 : 47
9. Türkgücü München49 : 66
10. SV Wehen Wiesbaden44 : 26
11. FC Ingolstadt44 : 46
12. FC Bayern München II46 : 65
13. SV Waldhof Mannheim48 : 84
14. SV Meppen45 : 73
15. Hallescher FC42 : 83
16. MSV Duisburg33 : 52
17. KFC Uerdingen42 : 52
18. 1. FC Kaiserslautern43 : 72
18. VfB Lübeck43 : 72
20. 1. FC Magdeburg41 : 61