Hamburg – Im Montagsspiel der 2. Liga trennten sich der Hamburger SV und Union Berlin 2:2 (0:1). Die 45.584 Zuschauer im Volksparkstadion sahen zwei unterschiedliche Halbzeiten. Den ersten Durchgang verschlief der HSV komplett. In der zweiten Hälfte änderte sich das Gesicht der Hamburger. Sie drehten die Begegnung, passten aber in der letzten Minute nicht auf und gaben zwei Punkte wieder her. Am Ende aber doch ein gerechtes Unentschieden. Für die Berliner war es saisonübergreifend das 16. Spiel ohne Niederlage.

Durch den kurzfristigen Ausfall von Lasogga (Wadenprobleme) durfte Jatta on Beginn an ran. Im Zentrum stand Hwang. Außerdem bekam Lacroix den Vorzug vor Bates in der Innenverteidigung.

Mit der ersten richtigen Chance gingen die Gäste in Front. Mees (12.) vernaschte Lacroix und van Drongelen im Strafraum, legte sich das Leder auf rechts und schoss aus acht Metern ins untere linke Eck zum 1:0 für Union. Beim HSV fehlte Hwang in der Offensive die Durchschlagskraft, scheiterte zwei Mal an Friedrich (9.) und Hübner (17.). Nach dem Rückstand zogen sich die Berliner etwas zurück. Die Hausherren übernahmen die Spielhandlung. Narey machte einen Schlenker in die Mitte, bediente Santos (19.), der aus 25 Metern links am FCU-Kasten vorbeischoss. Union blieb aber gefährlicher: Hartel (24.) von der Strafraumgrenze – sein Schuss blieb an einem Abwehrbein hängen. Nach vorne passte nicht viel bei den Gastgebern. Bezeichnend dafür war auch ein Antritt von Santos (33.), der das Leder vor dem Berliner Strafraum verstolperte, statt frühzeitig auf Hunt zu spielen, der frei Bahn hatte. Mangala (42.) versuchte es aus der Distanz – klar daneben. Holtby, der bis dahin unauffällig war, setzte Hunt in Szene. Der Hamburger Kapitän versuchte es aus 18 Metern und verfehlte den Ausgleich nur knapp. Mit einer verdienten Führung der Berliner ging es in die Kabinen.

Wolf gab zum zweiten Durchgang der gleichen Elf die Chance, die Begegnung zu drehen, die in der ersten Halbzeit keine gute Zeit hatten. Man merkte, dass die Jungs auf dem Platz das Spiel drehen wollten. Hunt bediente Holtby (52.), der allerdings einen Tick zu spät gegen Trimmel kam. Die Aggressivität der Rothosen zahlte sich in der 58. Minute aus. Irgendwie landete der Ball bei Hunt, der aus Nahdistanz den Ausgleich erzielte. Verdient, denn der HSV machte nach dem Seitenwechsel mehr. Unions Passivität wurde bestraft. Nach einer verschlafenen ersten Hälfte gaben die Hausherren nun richtig Gas. Jatta tankte sich im Strafraum durch. Seinen Schuss parierte Gikiewicz noch, doch die Kugel tropfte Holtby direkt vor die Füße und der hämmerte das Ding aus vier Metern zum 2:1 für den HSV ins Netz. Union wachte auf, machte wieder mit und gestaltete das Spiel wieder offener. Prömels (73.) Schuss aus 18 Metern wurde im letzten Moment noch zur Ecke abgefälscht. Die brachte allerdings nichts ein. Mit Bates für Hunt brachte Wolf weitere Stabilität in die Abwehr, sodass es für Berlin nicht einfacher wurde zurückzukommen. Doch Union kam noch Mal. Abdullahi (84.) fiel der Ball im Fünfmeterraum vor die Füße. Völlig überrascht davon, vergab er die Chance zum Ausgleich. Nach einem Nachtreten an Jatta sah Trimmel die Gelbe Karte. Eine Rudelbildung ergab eine Weitere für einen Berliner. Hübner sah ebenfalls eine Verwarnung. Schiri Willenborg zeigte Übersicht und beruhigte die Situation. Die große Chance den Deckel drauf zu machen hatte Hwang, als er alleine auf Gikiewicz zulief. Aus halbrechter Position blieb der Union-Keeper in diesem Duell der Sieger. Im direkten Gegenzug bekam der HSV den Ball nicht aus dem eigenen Strafraum und Abdullahi (90.) stand goldrichtig, stocherte zum 2:2-Endstand ein.

Lewis Holtby sagte nach dem Spiel: „Es ärgert einen. Fußball ist nah beieinander mit Freud und Leid. Für uns heute das Leid. Man muss den Sack zumachen und dann stehst du mit einem Punkt da. Wir haben im entscheidenden Moment als Mannschaft nicht aufgepasst. Die letzte Viertelstunde haben wir sehr tief gestanden. Das ist das einzige, was wir uns ankreiden müssen.“

Trainer Hannes Wolf: „Das war ein hochklassigen Spiel und Union ist nicht irgendein Gegner. Ich habe den Jungs in der Pause gesagt, dass wir ein paar Bälle mehr gewinnen müssen und ein, zwei andere Sachen noch.“

Die Hamburger bleiben trotzdem auf Platz eins, haben nun einen Zähler Vorsprung auf Köln. Union ist nun punktgleich auf Rang drei, zusammen mit St. Pauli. Die Berliner bleiben in dieser Saison weiterhin als einziges Team ungeschlagen.

Hamburger SV – 1. FC Union Berlin 2:2 (0:1)
Tore: 0:1 Mees (12.), 1:1 Hunt (58.), 2:1 Holtby (65.), 2:2 Abdullahi (90.)
Zuschauer: 45.584
Hamburg: Pollersbeck, Lacroix, van Drongelen, Santos, Narey (79. Arp), Holtby, Hunt (75. Bates), Jatta, Hwang, Sakai, Mangala (86. Moritz)
Berlin: Gikiewicz, Friedrich, Hertel (77. Gogia), Mees (46. Hedlund), Polter (64. Andersson), Reichel, Hübner, Abdullahi, Prömel, Schmidebach, Trimmel

14. Spieltag:

Arminia Bielefeld – MSV Duisburg 0:1
Greuther Fürth – 1. FC Magdeburg 3:2
Holstein Kiel – SV Sandhausen 2:1
VfL Bochum – Erzgebirge Aue 2:1
Darmstadt 98 – 1. FC Köln 0:3
Jahn Regensburg – FC St. Pauli 1:1
1. FC Heidenheim – SC Paderborn 1:5
Dynamo Dresden – FC Ingolstadt 2:0
Hamburger SV – Union Berlin 2:2