Hamburg – Der Spitzenreiter der 2. Bundesliga bleibt nach dem 16. Spieltag Spitzenreiter. Am Freitag gewann der Hamburger SV vor knapp 50.000 Fans sein letztes Heimspiel des Jahres durch ein Narey-Tor in der elften Minute gegen den SC Paderborn. Dabei war es bis zum Ende spannend, wie schon in der Vorwoche beim 2:1-Erfolg in Ingolstadt. Die Rothosen bleiben vor dem 1. FC Köln (3:1 in Regensburg) auf dem 1. Platz.

Am Vormittag gab es bei den Gastgebern Aufatmen. Pollersbeck meldete sich fit, spielte. Und auch sonst gab es für HSV-Coach Wolf keinen Grund, die Siegermannschaft von Ingolstadt zu verändern.

Keine zehn Sekunden waren gegen Paderborn gespielt, da hatte Narey schon die Führung auf dem Fuß. Ein Schlenker zu viel im Strafraum verhinderte dieses. Der Aufsteiger befreite sich in dieser Situation nicht, so dass sich Jatta, Holtby und Hunt vor dem Fünfmeterraum durchwurschtelten. Am Ende bekamen die Ostwestfalen das Leder doch noch aus der Gefahrenzone. Eine Minute später kam Holtby aus 17 Metern zum Schuss, den SCP-Torwart Zingerle parierte. Narey (4.) setzte sich über rechts in der nächsten Szene durch, lief Collins mit dem Ball davon und schloss mit einem Linksschuss an den Pfosten ab. Als Jatta (7.) auf der linken Außenbahn durch war, sah Schonlau früh die Gelbe Karte. Er stoppte den Hamburger mit einem kleinen Check. Im dritten Anlauf passte es bei Narey (11.), der nach einem Hackentrick von Hunt und perfektem Zuspiel von Mangala aus halbrechter Position satt ins lange Eck zur HSV-Führung traf. Danach foulte Hamburgs Mangala Vasiliadis vor dem eigenen Strafraum. Der gefährlichste Paderborner Klement (16.), vor dem Wolf warnte, kam mit einem ersten Freistoß zum Zug und touchierte aus 22 Metern die Lattenoberkante. Die Rothosen hatten trotzdem alles im Griff, bestimmten das Tempo und setzten auf das Flügelspiel über Jatta und Narey. Die Ostwestfalen wirkten müde und ließen den Hausherren sehr viel Platz. Die verpassten es allerdings bis zur Pause weiteres Kapital daraus zu schlagen.

Das Aluminium half dem Spitzenreiter zu Beginn der zweiten Hälfte erneut, als Gueye (48.) per Kopf fast den Ausgleich erzielte. Im Gegenzug war Narey (49.) knapp vor seinem zweiten Treffer. Sein Linksschuss aus 16 Metern ging allerdings vorbei. Und ein weiteres Mal verpasste er in der 54. Minute die nächste Großchance. Frei vor Zingerle – drüber. Man merkte den Paderbornern allerdings an, dass ihnen die Halbzeitpause gut tat. Die größeren Möglichkeiten hatte aber der HSV. Hwang (57.) mit einem Schuss im Strafraum links am Gehäuse vorbei. Wolf, der stets an der Linie stand, gefiel das nicht und trieb seine Jungs weiter an. Insbesondere Hwang, der wenig zu sehen war und Jatta, der sich auf der linken Seite kaputt lief, waren teilweise zu hektisch in ihren Aktionen. Wolf reagierte und brachte Ito (66.) für Hwang. Einen Konter von Jatta über rechts landete bei Narey (71.). Aus acht Metern frei vor dem Tor schoss er Zingerle an. Der Weckruf für Paderborn? Die Gäste wurden stärker und gestalteten den zweiten Durchgang wesentlich offener, tauchten immer öfter vor dem Hamburger Tor auf. Die nächste Möglichkeit hatte Dräger (79.) im Strafraum, doch er schoss aus sieben Metern drüber. Beim HSV klappte in dieser Phase nichts mehr. Bis auf seinen Treffer passte sich Narey der abflauenden Formkurve seiner Kollegen an, verballerte auch das nächste dicke Ding aus Nahdistanz zehn Minuten vor dem Ende. Arp (84.) kam und der war plötzlich alleine vor dem Paderborner Tor. Und wieder verhinderte Zingerle das 2:0 für den Spitzenreiter. Es war am Ende wieder ein Zittersieg, denn die Gäste hatten kurz vor dem Ende noch eine riesengroße Chance. Der eingewechselte Zolinski hatte freie Bahn, doch Pollersbeck hielt diesen letzten Versuch fest. Abpfiff, zehnter Saisonsieg und ein versöhnlicher Abschluss für die Fans, mit denen die Rothosen danach feierten.

Torschütze Khaled Narey sagte nach der Partie: „Wir wollten den Fans einen Heimsieg schenken und das ist uns gelungen. Das erste Heimtor hat mich auf jeden Fall gefreut. Wir haben es leider nicht geschafft, den Sack zuzumachen und so zittern wir am Ende. Paderborn hatte in der Schlussminute noch eine Chance und wenn wir dann den Ausgleich bekommen, ist es wie eine gefühlte Niederlage, aber zum Glück haben wir es über die Zeit gebracht und freuen und über drei Punkte.“

Hamburger SV – SC Paderborn 1:0 (1:0)
Tore: 1:0 Narey (11.)
Zuschauer: 49.449
Hamburg: Pollersbeck, Sakai, Bates, van Drongelen, Santos, Mangala, Narey, Hunt, Holtby (75. Moritz), Jatta (84. Arp), Hwang (66. Ito)
Paderborn: Zingerle, Hünemeier, Michel, Schonlau, Schwede (46. Boeder), Klement, Antwi-Adjei, Dräger (81. Düker), Gueye (68. Zolinski), Collins, Vasiliadis

16. Spieltag:
Hamburg – Paderborn 1:0
Regensburg – Köln 1:3
Darmstadt – Ingolstadt (Sa.)
Heidenheim – Duisburg
Fürth – Aue
Bielefeld – Sandhausen (So.)
Dresden – Kiel
Magdeburg – Berlin
Bochum – St. Pauli (Mo.)

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