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Barmenia Roland Kahl

Lübeck – Eines der am Heißesten diskutierten Themen in Fußball-Deutschland in den vergangenen Jahren ist der Aufstieg aus den fünf Regionalligen durch das Nadelöhr Relegation in die eingleisige 3. Liga.

So war es bislang:

Seit der letzten Ligareform von drei auf fünf Regionalligen im Jahre 2012 spielten die fünf Meister und der Vizemeister der Südweststaffel bis 2018 in drei Aufstiegsduellen jeweils in Hin- und Rückspielen drei Aufsteiger aus.

So ist es aktuell:

Im Herbst 2017 wurde die derzeitige Regelung als Übergangsreform für zwei Spielzeiten beschlossen. Diese besagt, dass der Norden und Bayern in der Saison 2018/2019 in einer Relegation einen Aufsteiger ermitteln und die Regionalligen West und Nordost ein direktes Aufstiegsrecht erhalten. In der Saison 2019/2020 haben der Norden und Bayern dann ein direktes Aufstiegsrecht, West und Nordost spielen den letzten Aufsteiger aus. Der Meister der Südweststaffel darf sowohl in der laufenden als auch in der kommenden Saison direkt aufsteigen. Dafür verzichtete der Südwesten im Gegenzug auf ein Aufstiegsrecht für den Vizemeister.

Für die Zeit ab der Saison 2020/2021 sollte eine Arbeitsgruppe gemäß Beschluss des DFB-Bundestages aus dem Dezember 2017 einen Vorschlag entwickeln, der allen Regionalligameistern den Aufstieg in die 3. Liga durch ein Modell mit vier statt bislang fünf Regionalligen ermöglicht.

Das Ergebnis der Ad-hoc AG:

Ende 2018 legte die Kommission schließlich folgendes Ergebnis vor:

„Das erste Gebiet, für das zwei Aufsteiger vorgesehen sind, umfasst die Ballungsräume der aktuellen Regionalliga West und Regionalliga Südwest. Das zweite Gebiet bilden die von Flächenländern geprägten Regionalligen Nord, Nordost und Bayern. Sie sollen ebenfalls insgesamt zwei Aufstiegsplätze erhalten.

Unter Beibehaltung der eingleisigen 3. Liga bleibt das vorrangige Ziel die Reduzierung der Regionalliga von fünf auf vier Staffeln, aus denen alle vier Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen. Sollten die Regionalverbände Nord und Nordost sowie der Landesverband Bayern gemeinsam mit den Vereinen zu keiner Aufteilung in zwei Staffeln gelangen, hätten sie dem Bundestag eine genaue Begründung darzulegen, wie stattdessen die beiden Aufsteiger in ihrem Gebiet zu ermitteln sind.“

Die Begründung für dieses Votum der Arbeitsgruppe geht dahin, dass auf dem Gebiet der Regionalligen West und Südwest rund 50 Prozent aller Vereine, Mannschaften, Fußballspieler und Einwohner Deutschlands angesiedelt sind.

Aufgabe der Regionalkonferenz in Landsberg:

Am kommenden Dienstag (19. März) treffen sich in Landsberg Vertreter der Drittligavereine sowie der Regionalligavereine aus dem Norden, Nordosten und Bayern im Rahmen einer Regionalkonferenz mit dem Ziel, aus ihrem Gebiet zwei Regionalligen zu bilden.

Zwei Lösungsansätze stehen aus unserer Sicht im Raum:

–    Der Nordosten würde geteilt, Thüringen und Sachsen würden der Regionalliga Bayern zugeordnet und der restliche Bereich des Nordostens mit der jetzigen Nord-Staffel zusammengelegt werden.
    
–    Alternativ bleiben die Regionalligen Nord, Nordost und Bayern bestehen und werden durch das rotierende System aus drei Meistern weiterhin zwei Aufsteiger ermittelt. Die jeweiligen Meister würden immer im Wechsel aufsteigen, die jeweils anderen beiden Meister eine Relegation ausspielen.

„Nach unserer Einschätzung wird es für das erste Modell keine Zustimmung der Nordost-Vertreter geben, die sich bislang öffentlich mehrheitlich gegen eine Teilung der traditionsreichen Nordost-Staffel ausgesprochen haben. Ein überwiegender Teil der Nord-Vereine würde sich aufgrund der Entfernungen ebenfalls dagegen aussprechen. Somit ist mit einer Mehrheit für die Variante zwei zu rechnen“, heißt es von Seite des VfB Lübeck.

Dessen Meinung:

„Der Lösung des rotierenden Systems, nach dem aus drei Meistern der Staffeln Nord, Nordost und Bayern zwei Aufsteiger ermittelt werden, stimmen wir nicht zu. Der Arbeitstitel dieser Reform lautet eindeutig `Meister müssen aufsteigen‘. Das Ergebnis eines mehr als einjährigen Prozesses kann dementsprechend nicht sein, dass einer der fünf Regionalligameister auf der Strecke bleiben wird. Nur alle drei Jahre ein direktes Aufstiegsrecht zu haben, während die Meister der Staffeln West und Südwest jedes Jahr direkt aufsteigen dürfen, hat nichts mit einem fairen Wettbewerb zu tun.

Auch eine Zusammenlegung des Nordens mit Großteilen des Nordostens sehen wir angesichts der enormen Fahrtstrecken mit den damit verbundenen deutlich höheren finanziellen Aufwendungen sehr kritisch.

Wir sind der Auffassung, dass die Chance zu einer echten Reform bislang verpasst wurde. Viele Parameter sind bereits vorgegeben, und schränken aus unserer Sicht sinnvolle Einteilungen der Republik in vier Regionalligen von vornherein ein. Ein interessantes Modell wäre beispielsweise das flexible Spielsystem, das Schleswig-Holstein in seinen Landesligen praktiziert. Hier würden die vier Regionalligen losgelöst von den Grenzen der Regionalverbände ausschließlich nach Entfernungen der einzelnen Vereine eingeteilt.“

Dabei haben die Lübecker folgenden Vorschlag:

„Wir sind der Überzeugung, dass derzeit nur eine Aufstockung der 3. Liga auf 22 Teams mit dann fünf Absteigern und unter Beibehaltung von fünf Regionalligen die Lösung der meisten Probleme ist. So würde dem Ursprungsgedanken der Reform „Alle Meister müssen aufsteigen“ Rechnung getragen werden. Zwei weitere Spiele pro Halbjahr in der 3. Liga sind aus unserer Sicht vertretbar, könnten möglicherweise sogar durch ein späteres Einsteigen der Drittligisten in den jeweiligen Landespokalwettbewerben kompensiert werden.“