Lübeck – Am letzten Tag wurde der TSV Gut Heil 1876 noch von Rang vier in der Kreisklasse B verdrängt. Doch trotzdem ist man zufrieden an der Travemünder Allee mit der abgelaufenen Saison und blickt positiv in die Zukunft. Der Tradition ist immer noch da und man träumt von besseren Zeiten. Darum werden die Weichen an der Travemünder Allee neu gestellt. Trainer Jens „Jenne“ Offen Abteilungsleiter Patrick “Paddy“ Klenge  gaben in einem Interview bei HL-SPORTS Einblicke.

HL-SPORTS: Hallo Jenne, nach unserem letzten Kontakt und dem überraschenden Remis im März gegen den SV Azadi ist die Saison nun beendet – wie lautet dein Fazit?

Jens Offen: Moin. Danke der Nachfrage. Ich bin sehr erfreut, dass wir unsere Spannung nach diesem 3:3 gegen Azadi halten konnten und von den sieben weiteren Spielen, außer einem 4:4 in Badendorf, alle gewonnen haben. Bis zum Saisonende kamen wir immer dichter an Platz drei, doch am Ende fehlte leider „ein Schritt“ und es bleibt die Erkenntnis, dass wir im gesamten Defensiv-Verhalten noch viel Arbeit vor uns haben.

HL-SPORTS: Laut eigener, damaliger Aussage bist du „nur zum Helfen“ zu 1876. Wie geht es weiter?

Jens Offen: Ich habe schnell gespürt, dass meine Arbeit auf dem Platz gewollt und meine Erfahrungen in Sachen Ausrichtung vom Verein, aber auch von den beiden Mannschaften, aufgenommen wurde. Daraufhin haben die Verantwortlichen und ich uns im April und Mai hingesetzt und einen Plan gemacht, wie unsere weitere Zusammenarbeit aussehen wird. Ziel ist es, den Kader zu verjüngen und breiter aufzustellen, um in der neuen Serie konkurrenzfähig zu sein. Doch auch das Team um die Truppe herum wächst und wir konnten unseren scheidenden Torwart Andre Lindemann als zukünftigen Liga-Manager für die Belange in den Mannschaften und für die Administrative gewinnen. Dazu verstärkt uns schon seit ein paar Wochen Werner Wulf als Betreuer, mit dem ich schon vorher beispielsweise beim SC Rapid zusammengearbeitet habe.

HL-SPORTS: Hat sich denn im Kader etwas getan?

Jens Offen: Ja, wie eben schon gesagt, wechselt unser Keeper Andre Lindemann ins „Team ums Team“, Michael Preuss wird uns eventuell nur Stand by (beruflich unterwegs) zur Verfügung stehen und Kapitän Yannic Bartsch zieht es beruflich in die USA. Das hinterlässt natürlich eine Lücke, die wir mit den Neuzugängen gefüllt haben, dabei aber auch den Altersdurchschnitt um über vier Jahre senken konnten. Wir haben uns um einige Spieler aus der A-Jugend-Oberliga vom JFV Hanse bemüht, in der 1876 ja Mitglied ist, doch da hatten wir „keine Chance“. Neben Patrik Friedrich (VfL Bad Schwartau), der schon mit sechs Scorerpunkten in den vergangenen zwei Spielen unserer Truppe helfen konnte, kommt mit Stefan Schläger von TuS Lübeck ein erfahrener und zentraler Spieler. Mit Lennart Kuhn nach Asienaufenthalt (vorher Hanse Lübeck), Lasse Kisch, Frederik Knorr, Felix Reuß und Aaron Wittke (alle A-Jugend Lübecker SC) haben wir gleich fünf junge, hungrige Spieler von unserem Projekt überzeugt, die allesamt das Zeug dazu haben, sofort in die erste Elf zu rutschen. Komplettiert werden die Neuzugänge von Alexander Dickmann (VfB III), Jonas Rusak (Futsal Rostock) und Christopher Peter (Fußballpause/ SC Rapid II). Zudem stehen noch zwei Gespräche im „Endstadium“, so dass unser Kader aktuell gut gerüstet ist und unsere Zusammenarbeit mit der 2. Herren davon profitieren wird.

HL-SPORTS: Das hört sich nach einer Menge Arbeit an. Was ist euer Ziel?

Jens Offen: Das war und ist eine Menge Arbeit, doch jeder Coach kennt so eine Situation. Erstmal ist es wichtig, die Neuzugänge in den Kader zu integrieren, um daraus eine funktionierende Truppe zu machen. Wie wichtig ein kompaktes Team ist, haben wir an unserem Punktedurchschnitt von 2,2 pro Spiel mit einem kleinen Kader in 2019 gemerkt. Eine vordere Position in der kommenden Serie ist unser Ziel, doch das wollen auch andere Mannschaften, mit denen wir uns dann messen können.

HL-SPORTS: Paddy, wie ist deine Sicht der Dinge?

Paddy Klenge: Ich denke, dass wir mit Jens Offen einen „Glücksgriff“ gelandet haben. Nach einigen Gesprächen wurde man sich schnell einig, dass man die gleichen Vorstellungen hat. Wie man schon nach kurzer Zeit sehen konnte, hat er der Mannschaft seinen Stempel aufgedrückt! Gerade was die Einbindung von „jungem Blut“ angeht, schwimmt man auf der gleichen Welle, was sich auch in den Neuzugängen wiederspiegelt. Natürlich ist es als Verein unser Ziel, nächstes Jahr oben mitzuspielen, aber das werden sich auch andere auf ihre Fahnen geschrieben haben. Wir als 76 können und werden auf jeden Fall versuchen alles rein zuwerfen und die nächste Saison so erfolgreich wie möglich zu gestalten.

HL-SPORTS: Dafür wünschen wir euch viel Erfolg und sagen danke für das Interview.