Vier Punkte Rückstand hat der VfB Lübeck nach der 1:2-Niederlage vom vergangenen Mittwochabend auf den Sieger des Geburtstagsspiels zum 100., VfL Wolfsburg II. Das muss man erst einmal sacken lassen und vor allem aus den Köpfen bekommen.

Es sah gut aus, denn Ahmet Arslan brachte die Grün-Weißen in Front. Danach nutzte man weitere Möglichkeiten nicht und überließ den Wölfen mit zunehmender Zeit das Kommando. Kurios war sicherlich der Flutlichtausfall nach einer Stunde. Gerade bei so einem Spiel… und dabei war es nicht einmal die Schuld der Gastgeber, denn rund um die Lohmühle gab es das eine oder andere Gewitter. Die Fans blieben geschmeidig und strahlten mit ihren Handys von den Tribünen. Eine coole Szene. Es ging weiter, doch einen Bruch dadurch hat man im Spiel der Lübecker nicht erkennen können. Eher eine kontinuierliche Weiterentwicklung des vorherigen Spielverlaufs. Dass natürlich danach die Wolfsburger Tore innerhalb von kürzester Zeit fielen, war wie ein Déjà-vu zum DFB-Pokalspiel gegen den FC St. Pauli. Möglich, dass die Mannschaft mental einfach noch nicht auf diesem Niveau ist, gewisse Situationen zu kontrollieren. Doch es wird stetig besser – das merkt man.
Zu spät wachte das gastgebende Team auf, erzielte in der Nachspielzeit noch den Ausgleichstreffer, doch Arslan stand vermutlich im Abseits.
Kurz gesagt: Der VfB gab das Spiel aus der Hand, darf sich, auch wenn es bitter ist, nicht beschweren. Schade, weil der Rahmen für diese Partie einfach toll war. Die Stadt zeigte, dass sie Bock auf Fußball und den VfB Lübeck hat. Die Stimmung war grandios und die Choreographie zum Anpfiff auf drei der vier Seiten wieder einmal einzigartig.

Vor der Begegnung überraschte Erzrivale Holstein Kiel mit einem Glückwunsch-Artikel auf deren Internetseite. Dabei heißt es: „Die Vereinsgeschichte der KSV Holstein wäre ohne die Duelle mit dem VfB sicherlich um einiges ärmer gewesen. Daher gratulieren die Störche den Grün-Weißen…“ Trotz aller Rivalität, die zwischen beiden Städten herrscht, ist das einen kleinen Applaus wert.

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Holstein Kiel könnte übrigens der Grund sein, warum es nun vier Punkte Rückstand auf die Wolfsburger sind. Das Landesderby gegen die Zweitliga-Reserve hätte am vergangenen Wochenende stattfinden sollen. Die Spielplaner bestimmten es so. Doch wie schon in der vergangenen Saison wurde diese Begegnung kurz vor die Winterpause verlegt – aus Sicherheitsgründen. Das gleiche Dilemma wie im Hamburger Stadtderby zwischen den Reserveteams des FC St. Pauli und Hamburger SV (2. Spieltag) und es gibt hier eine lange Verzerrung der Tabelle. An der Elbe ist das Thema schon etwas früher erledigt, nämlich Ende Oktober. Die Lübecker müssen noch die Bürde des Nachteils gegenüber Wolfsburg bis zum 15. Dezember mit sich herumtragen. Natürlich kann man sagen, dass es bei einem Sieg gegen die Wölfe egal gewesen wäre, aber nein, denn auch dann wäre zwar die Tabellenführung wieder an den VfB gegangen, doch einen kleinen Vorsprung hätte man sich nicht erspielen können. Nun laufen die Grün-Weißen wieder hinterher – wie eben im vergangenen Jahr. So etwas kann einfach nicht zu Lasten von Vereinen ausfallen, ganz egal wen es betrifft. Ein wenig Groll kann man da schon verstehen.

Am Ende bleibt zusammenfassend übrig, das es wie gemalt gewesen wäre, wenn es am Ende einen Sieg am Mittwoch gegeben hätte. Doch eines ist auch klar: Lübeck hat eines gezeigt, dass Grün-Weiß die Sportfarben der Stadt sind – mit über 6.000 Zuschauer in der 4. Liga! Respekt. Nun heißt es beim HSC Hannover am kommenden Sonntag genau da weiter machen, wo man die ersten Spiele stand, die man allesamt gewann.
 

 

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