Hamburg – Nach dem 5. Spieltag bleibt der Hamburger SV weiterhin Spitzenreiter der 2. Bundesliga. Am Sonntag gab es gegen Hannover 96 einen klaren 3:0 (1:0)-Heimsieg. Der gescholtene Jatta traf dabei und wurde lautstark gefeiert.

Keine Veränderung gab es in der Hamburger Startelf, so vertraute Hecking auf die siegreiche Mannschaft von Karlsruhe. Hunt saß dafür wieder einmal auf der Bank. Der Kapitän fehlte zuletzt wegen Leistenproblemen. Vor der Partie sorgten die HSV- Fans für eine große Stadionchoreograhie in schwarz-weiß-blau.

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Während die ersten Minuten den Niedersachsen gehörten und ein ungewöhnliches Bild vom Ballbesitzverhältnis im Volkspark abgaben, erspielten sich die Hausherren den ersten Torschuss durch Narey (9.), der allerdings kein Problem für Zieler im hannoverschen Kasten darstellte. Für die nächste gefährliche Situation vor dem 96-Strafraum sorgte Haraguchi, als er Kittel davor foulte. Den Freistoß schoss der 26-jährige Experte um die Mauer herum, doch auch hier war Zieler auf dem Posten. Die Rothosen machten mehr Druck, hatten durch Kinsombi (15.) per Fallrückzieher die nächste Option. Vorausgegangen war eine gute Aktion von Kittel im Hannover-Strafraum. Die Gäste waren in dieser Phase deutlich in ihren Möglichkeiten eingeschränkt, befreiten sich in der Folge durch einen Konter. Dabei räumte van Drongelen Duksch (18.) klar, aber fair ab. Der Ex-Paulianer und Ex-Kieler hatte nur wenige Sekunden danach die Chance auf die 96-Führung. Ein Hamburger Bein kam noch dazwischen. Nach einer Viertelstunde war eindeutig, dass Hannover 96 ein anderer Gegner war und sich nicht nur auf die Defensive konzentrierte. Das Niveau hatte etwas von Bundesliga. Danach war es zwar nicht schlechter, doch es gab kaum mehr Torraumszenen, da beide Teams sich neutralisierten. In der 35. Minute durchbrachen die Gastgeber die Defensive Hannovers erfolgreich. Eine Kombination über vier Stationen landete bei Narey, der Anton vernaschte und das Leder von der Grundlinie zu Kittel in die Mitte brachte. Der hielt nur noch den Fuß hin und erzielte die Hamburger Führung. Hannover war nicht geschockt, aber genervt und ließ sich zu kleineren Fouls hinreißen. Das brachte dem Tabellenführer einige Standards in der Nähe des 96-Kasten. Spielerisch lief es ebenfalls. Neben dem Ideengeber Kittel, der immer wieder mit Überraschungen auftrumpfte, waren Hinterseer und Co. ebenfalls dafür gut. Kinsombi (45.) kam bei so einer Situation zum Abschluss aus Nahdistanz, doch Zieler war wieder da und bewahrte seine Mannschaft vor einem Zwei-Tore-Rückstand bis zum Pausenpfiff.

Die Hamburger machten im zweiten Durchgang da weiter, wo sie vor dem Seitenwechsel aufhörten. Hinterseer brachte das Leder scharf in die Mitte, wo Jatta (47.) knapp vorbei rutschte. Eine Minute später probierte es Narey aus der Distanz, verfehlte das Tor nur um einen Meter. Kurz danach hätte es einen Elfmeter für den HSV geben können, als Hinterseers Gegenspieler seine Arme nicht bei sich hielt und den Hamburger Stürmer einen Schubser im Strafraum gab. Schiri Dankert sah es anders, Proteste der Gastgeber blieben allerdings auch aus. Die nächste große Chance hatte Jatta. (54.), als er einen Heber von Narey vor dem leeren Tor nicht verwertete. Allerdings soll der Gambier im Abseits gestanden haben. Kittel (55.) verpasste das nächste Ding aus Nahdistanz, als erneut Narey für die Vorarbeit sorgte. Hannover hatte nichts entgegenzusetzen und bekam die Quittung für ihre Inaktivität. Narey schoss aus spitzem Winkel, Zieler ließ nach vorne abprallen und Kinsombi (59.) hielt den Fuß hin, schoss zum 2:0 ein. Und der HSV setzte nach, wollte die Vorentscheidung. Zwei Ecken nacheinander waren die Ausbeute. Eine davon wollte Narey (66.) bei Hereingabe aus dem Rückhalt einsetzen, doch der Versuch ging weit über das Gehäuse von Zieler. Jattas Schuss (68.) wurde abgefälscht. Beim nächsten Schuss von ihm (71.) geriet er in Rückenlage und haute die Kugel drüber. Hamburgs Keeper Heuer Fernandes musste in der 72. Minuten gleich doppelt parieren. Erst blieb er gegen Weydandt Sieger und den Nachschuss von Ducksch lenkte er ebenfalls um den Pfosten. Nachdem 96-Coach Slomka schon nach dem 0:2 seinen Kapitän austauschte, nahm er Ducksch und Elez heraus. Das brachte auch nichts mehr, denn der HSV erhöhte auf 3:0. Jatta setzte sich durch und blieb erst hängen, doch im zweiten Versuch hämmerte er den Ball ins Netz. Bei der Ansage seines Namens als Torschütze war das Stadion wohl so laut wie noch nie. Damit war die Partie endgültig entschieden. Es war nur die Frage, ob der Zweitliga-Spitzenreiter noch weiter etwas für das Torverhältnis gegen die sich aufgebenden Hannoveraner tun würde. Hecking wechselte, brachte Papadopoulos und kurz danach Hunt in die Begegnung. Jung und Kittel durften Feierabend machen. Drei Minuten vor dem Ende durfte Wood gegen seinen Ex-Verein nochmal ran. Er kam für Jatta. Es blieb beim hochverdienten 3:0 für den HSV.

Statistik: 

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Hamburger SV – Hannover 96 3:0 (1:0)
Tore: 1:0 Kittel (35.), 2:0 Kinsombi (59.), 3:0 Jatta (75.)
Zuschauer: 54.732
Hamburg: Heuer Fernandes, Gyamerah, van Drongelen, Kinsombi, Narey, Kittel (82. Hunt), Hinterseer, Jatta (87. Wood), Leibold, Jung (76. Papadopoulos), Fein
Hannover: Zieler, Elez (74. Hansson), Korb, Bakalorz (60. Teuchert), Prib, Haraguchi, Ducksch (74. Muslija), Horn, Weydandt, Franke, Anton