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Barmenia Roland Kahl

Hamburg – 2:0 für St. Pauli – 0:2 aus Sicht des HSV (HL-SPORTS berichtete). Wir haben nach dem Hamburger Stadt-Derby Stimmen eingefangen:

David Kinsombi (HSV): Man fühlt sich nicht gut. Wir haben uns vorgenommen zu gewinnen und das ist uns leider nicht gelungen. Wir hatten Schwierigkeiten ins unser Spiel zu kommen, haben uns schwer getan den Ball besser zirkulieren zu lassen und die wenigen Möglichkeiten, die sich uns boten zu nutzen. Vor dem 0:2 haben wir zwei bis drei Hochkaräter, die wir machen müssen und dann hätten wir noch genug Zeit gehabt, das Spiel vielleicht sogar ganz zu drehen. Stattdessen geraten wir aufgrund Unaufmerksamkeiten bei einer Standardsituation in Rückstand. Rick kann man keinen Vorwurf machen. Wir können unsere vergebenen Chancen nicht auf Pech zurückführen, sondern wir müssen diese nutzen. Es war vielleicht ein Mix aus allem. Kein Glück, etwas Pech, Inkonsequent im Torabschluss. Dass wir am Ende aufmachen, war klar, um einfach mehr Druck zu erzeugen und Risiko gehen. Das hat St. Pauli natürlich in die Karten gespielt und sich ihnen so Konter ergeben.

Aaron Hunt (HSV): Wir haben über weite Strecken der ersten Halbzeit kein gutes Spiel gemacht. Nach der Pause fangen wir ganz gut an, haben die eine oder andere Chance und schlafen dann bei einem Standard und machen ein Eigentor. Das ist bitter gelaufen und wir hatten noch Gelegenheiten. Gefühlt hätten wir noch eine Stunde spielen können und dabei das Tor nicht getroffen. Wir haben keinen richtigen Druck ausüben können, sind nicht so konsequent angelaufen, wie wir es sonst machen und Pauli befreite sich immer zu einfach. Uns war klar, dass wir nicht ohne Niederlage durch die Saison marschieren, im Derby tut so etwas natürlich doppelt weh. Man muss sagen, dass wir nicht unverdient verloren haben. Es ist ein kleiner Rückschlag für die kommenden zwei, drei Tage, aber wir haben Sonntag schon die nächste Chance und können es besser machen. Jetzt sind wir erst einmal traurig, weil es ein schwarzer Tag ist.

Rick van Drongelen (HSV): Wir haben erst nach 35 Minuten angefangen, richtig Fußball zu spielen. Davor war zu wenig Bewegung, zu langsam und zu statisch. So bringst du Pauli in jedes Spiel rein. Normalerweise kontrollieren wir jedes Spiel so, aber das war heute nicht so. Die Abläufe waren nicht gut und wir haben die Räume nicht gefunden. Das 0:2 rechne ich mir an, da muss ich den Ball einfach weghauen. Ich hatte im Kopf, dass ich den Ball sicher habe, doch das war nicht so. Das ist sehr bitter. Es dauert etwas länger, bis wir das wegstecken, aber wir können nicht zulange darüber nachdenken, was passiert ist. Das nächste Spiel kommt. (rk)

Jonas Boldt (HSV): Sicherlich war es nicht so, wie wir uns das von Anfang an vorgestellt haben, aber Torchancen hatten wir genug. Es war einfach ein Tag, wo alles gegen uns gelaufen ist. St. Pauli hat den Kampf von Anfang angenommen und wir haben uns etwas schwerer getan. Zum Ende der ersten Hälfte war es besser und wir haben uns viele Situationen herausgespielt, die wir nicht gut vollendeten. Unglücklich, dass das Tor aberkannt wurde. Nach der Pause kommen wir super rein, hatten auch wieder Torchancen. Bei dem unnötigen Konter bekommen wir einen Freistoß und schlafen dann wieder. Am Ende reichte es, dass wir zwei Mal unachtsam und das hat gereicht.

Dieter Hecking (HSV): Es war ein verdienter Sieg für St. Pauli, weil wir in der ersten halben Stunde überhaupt nicht gut gespielt haben. Erst haben beide abgewartet, doch St. Pauli hat das Tempo aufgenommen. Nach 30 bis 35 Minuten kommen wir besser auf Touren. Phasenweise haben wir Pauli richtig gut bespielt und da musst du eigentlich den Ausgleich machen. In der Phase bekommst du dann das 0:2, wobei wir den Jungs diese Freistöße gezeigt haben. Das ist nicht zu akzeptieren. St. Pauli bekam dann die zweite Luft und es wurde der offene Schlagabtausch. Wir hätten noch lange spielen können und ich war nicht sicher, ob wir noch ein Tor gemacht hätten. Für die Fußballstadt war es ein tolles Derby, in dem wir nur zweiter Sieger wurden. Das Rückspiel wollen wir gewinnen. Nun einmal kurz schütteln und dann müssen wir am Sonntag gegen Aue die richtige Antwort haben.

Daniel Buballa (St. Pauli): Es ist unfassbar und meine Stimme ist weg. Es war ein super emotionales Spiel und wie wir aufgetreten sind macht mich stolz. Wir haben von Anfang an die Überzeugung gehabt, dieses Spiel zu gewinnen, guten Fußball gespielt und super verteidigt. In die Drangphase des HSV fallen wir etwas rein. Was uns also zuletzt meist zum Ende der Spiele passierte, war nun kurz vor der Pause. Diese Phasen, gegen so eine gute Mannschaft, wie den HSV, muss man einfach überstehen. Das habe ich meinen Leuten gesagt. Ich sagte zu meinen Männern: Wir müssen zusammenhalten, wir müssen das durchstehen. Das haben wir super gemacht. In die zweite Drangphase des HSV machen wir das 2:0, wo die nun schliefen. Danach haben wir es souverän heruntergespielt. Chapeau an die Mannschaft. Besser kann man das nicht machen. Wenn ich das 3:0 noch mache, hätten wir direkt Party machen können, aber so ist es auch schon schön. Unsere Partyminister sind Schelle und Knolli. Da habe ich nichts mit zu tun.

Jos Luhukay (St. Pauli): Es war unheimlich viel Kampf, Leidenschaft und Spannung. Das zweite Tor haben wir im richtigen Moment gemacht. Wir haben auch wieder richtig gut angefangen. Die schwierigste Phase war ungefähr eine Viertelstunde vor der Pause und da hatten wir Glück, dass wir kein Gegentor in die Kabine mitnehmen. In den ersten 20 Minuten der zweiten Hälfte hat man gesehen, dass der HSV eine gewisse Dominanz hatte, aber wir haben uns in der Defensive gut aufgestellt. Das Spiel hätte auch 7:3 ausgehen können. Die Mannschaft hatte eine enorme Energie und ich kann ihr ein Kompliment machen.