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Barmenia Roland Kahl
Lübeck – Es ist die Runde nach den Patzern: Am 11. Spieltag der Regionalliga Nord wollen die zuletzt sieglosen Topteams aus Wolfsburg und Lübeck in die Erfolgsspur zurückkehren. Am Wochenende werden zunächst acht Partien ausgetragen, unter anderen das Spiel des VfL II in Altona. Am Montag folgt das Duell zwischen dem VfB Lübeck und dem VfB Oldenburg, mit einer Liveübertragung im Fernsehen – dann wird auch der zweite Titelanwärter zur Wiedergutmachung antreten.

TSV Havelse – SV Werder Bremen II (Fr., 19 Uhr)

In diesem Duell trifft sich der Erfolg: Während der Gastgeber beim 1:0 gegen den Heider SV den fünften Sieg aus den vergangenen sieben Partien landete, blieben die Bremer angesichts des 1:0 beim HSV II zum dritten Mal in Folge siegreich und blicken auf fünf ungeschlagene Partien zurück. Für ihren Trainer Konrad Fünfstück war das vor allem dem Teamgeist geschuldet: „Wir haben im Kollektiv hervorragend gearbeitet.“ Im Spiel beim Tabellensiebten dürfte nun erneut die starke Gemeinschaft des Fünften gefordert sein. Nur dann könnte der SVW wohl seine gute Auswärtsbilanz (3-1-1) ausbauen – zehn ihrer 18 Punkte gewann das Team auf fremden Plätzen.

Hannover 96 II – BSV Rehden (Fr., 19 Uhr)

Ein Auswärtsspiel in Flensburg zählt zu den schwersten Aufgaben in der Regionalliga. Insofern vermochte die 0:1-Niederlage des Gastgebers auch nicht zu überraschen – und ein Problem stellte sie schon gar nicht dar. Zumal das Duell mit Weiche für Christoph Dabrowski ein „klassisches 0:0-Spiel“ war, also eigentlich keinen Sieger verdient hatte. Andererseits wurde am Wochenende mal wieder deutlich, dass 96 noch nicht wirklich konstant antritt, hatte das Team zuvor doch mit einem 3:0 beim VfL Wolfsburg II vollends überzeugt. In Rehden ist Konstanz übrigens auch ein Thema: Den zwei Niederlagen in Folge schloss sich zuletzt ein überraschender 1:0-Heimsieg über den VfB Lübeck an. Wer wohl in diesem Duell zu seiner Bestform findet?

Heider SV – FC St. Pauli II (Sa., 14 Uhr)

Der 17. tritt beim Schlusslicht an – ein echtes Kellerduell. Die jüngsten Ergebnisse vermögen bei dieser Ausgangslage nicht zu überraschen: Während der Heider SV nach dem 0:1 gegen den TSV Havelse seit fünf Spielen auf einen dreifachen Punktgewinn wartet, blieb St. Pauli angesichts des 0:1 gegen den Lüneburger SK Hansa bereits zum sechsten Mal sieglos. Aber noch geht es recht eng zu in der Liga, und das sorgt für einen echten Anreiz: Der Sieger dieses Duells könnte im besten Fall die Abstiegsplätze verlassen.

SSV Jeddeloh – HSC Hannover (Sa., 16 Uhr)

Das starke Unentschieden in Wolfsburg (1:1) sicherte dem Gastgeber bereits das vierte Spiel ohne Niederlage (1-3-0). Der SSV hat den schwierigen Start offenbar hinter sich, befindet sich als 13. allerdings erst auf dem Weg ins gesicherte Mittelfeld. Sein Gegner sammelte noch drei Zähler weniger und belegt Rang 16. Allerdings gelang dem HSC beim 1:0 gegen die SpVgg Drochtersen/Assel im neunten Anlauf gerade der erste Saisonsieg. An Selbstbewusstsein wird es also auch dem Neuling nicht mangeln, und das spricht für ein unterhaltsames Duell in Jeddeloh.

FC Eintracht Norderstedt – Hamburger SV II (So., 14 Uhr)

Im Derby geht es nicht selten um die Tagesform. Seinen Nachbarn als heimstarkes Team zu empfangen, ist aber sicher auch kein Nachteil. Mit zwölf Punkten aus fünf Spielen (4-0-1) führt die Eintracht derzeit jedenfalls die Heimtabelle der Liga an. Leicht wird es der HSV II also nicht haben, zumal er nicht gerade als auswärtsstark (0-1-3) gilt. Obwohl das Nordderby gegen den SV Werder II zuletzt mit 0:1 verloren ging, stimmte allerdings die Leistung des HSV. „Wir haben von beiden Mannschaften ein richtig gutes Spiel gesehen, in dem wir uns ein Chancenplus erspielen konnten. Insofern kann ich meiner Mannschaft, abseits von der Chancenverwertung, heute keinen Vorwurf machen", meinte Trainer Hannes Drews. Chancenlos geht sein Team also offenbar nicht ins Spiel.

Lüneburger SK Hansa – Holstein Kiel II (So., 15 Uhr)

Für den Gastgeber lief es zuletzt nach Plan: Beim 1:0 auf St. Pauli blieb das Team bereits zum fünften Mal in Folge ohne Niederlage (4-1-0). Kein Wunder, dass der LSK als Tabellensechster in das Duell mit den kleinen Störchen geht. Beim Gast war dagegen eine Menge los: Nachdem sich der Verein von Chefcoach Andre Schubert getrennt hatte, wurde Ole Werner auf die Bank des Zweitligisten befördert – und so verlor das Regionalligateam seinen eigentlichen Übungsleiter. Ersetzt wird Werner von den bisherigen Co-Trainern Nicola Soranno und Fabian Raue. Weshalb die Reise nach Lüneburg von einer Frage begleitet wird: Kann der Tabellendritte sein Niveau trotz des wesentlichen Verlustes halten?

SpVgg Drochtersen/Assel – SC Weiche Flensburg (So., 15 Uhr)

Seit vier Partien (0-1-3) ist der Gastgeber (10.) nun sieglos. Das passt so gar nicht zum Selbstverständnis des Tabellenfünften des Vorjahres, der zudem im Pokal regelmäßig für positive Schlagzeilen sorgt. Zu erklären ist die jüngste Negativserie dagegen schon: Derzeit fehlen gleich acht Spieler, überwiegend Stammkräfte. Deshalb war zuletzt auch nicht mehr drin für das zwangsweise verjüngte Team der Spielvereinigung. Ob sich das gegen den SC Weiche ändert? Der Tabellenvierte befindet sich im Soll und wusste auch zuletzt, nämlich beim 1:0 über 96 II, zu überzeugen.

Altona 93 – VfL Wolfsburg II (So., 16 Uhr)

Dem wichtigen Derbysieg gegen St. Pauli (2:1) folgte zwar ein 2:4 in Kiel. Allerdings: Der Gastgeber scheint auf dem richtigen Weg, kletterte zuletzt immerhin auf den 15. Rang der Liga. Als Außenseiter tritt der Aufsteiger gegen den VfL Wolfsburg II aber trotzdem an. Daran vermag auch das überraschende 1:1 des Tabellenführers gegen den SSV Jeddeloh nichts zu ändern. „Auch wir müssen immer 100 Prozent geben“, kommentierte Wolfsburgs Nachwuchsleiter Pablo Thiam das Remis. Keine Frage: Der Titelverteidiger zahlte zuletzt Lehrgeld, und das soll Altona nun zu spüren bekommen.