Lobeca/Ralf Homburg
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Barmenia Roland Kahl
Lübeck – Man weiß eigentlich gar nicht, wo man anfangen soll. Der 16. Spieltag der Regionalliga Nord hält das eine oder andere Derby bereit und auch interessante Spiele zwischen Teams ganz unterschiedlicher Tabellenregionen. Ganz nebenbei geht es in dieser Runde besonders um die beiden Topteams: Wie werden sich der VfB Lübeck (gegen Hannover 96 II) und der VfL Wolfsburg II (in Havelse) nach den jüngsten Niederlagen präsentieren?

TSV Havelse – VfL Wolfsburg II (Fr., 19 Uhr)

Wochenlang hatte der TSV nicht mehr gewonnen, ehe am vergangenen Spieltag ein 3:1-Erfolg über Spitzenreiter VfB Lübeck gelang. Es geht doch, werden sie in Havelse gedacht haben. Die Mannschaft unterstrich jedenfalls, dass mit ihr zu rechnen ist und der zehnte Tabellenplatz gewiss nicht das Maximum sein muss. Nun kommt der Tabellenzweite. Der VfL hatte wochenlang nicht verloren, ehe er am vergangenen Spieltag eine 1:4-Niederlage in Kiel kassierte. Die Wolfsburger werden entsprechend motiviert antreten. Man kann sich auf der anderen Seite sehr gut vorstellen, dass der erstarkte TSV alles daransetzen wird, den nächsten Sieg über ein Topteam zu feiern. Es könnte also spannend werden.

Hamburger SV II – Altona 93 (Fr., 19 Uhr)

Darauf haben sie lange gewartet bei Altona 93: Endlich kommt es mal wieder zu einem Duell gegen den HSV, wenn auch lediglich der Nachwuchs des Stadtrivalen zu Gast ist. Ein Fest wird das Derby so oder so. In sportlicher Hinsicht läuft es allerdings gerade nicht so gut: Seit vier Partien (0-2-2) wartet der Aufsteiger nun auf einen Sieg, zuletzt kassierte der 15. gar eine 2:6- Heimniederlage gegen den VfB Oldenburg. Der Gastgeber kassierte in den vergangenen vier Spielen dagegen nur eine Niederlage (3-0-1), und zwar gegen den VfB Lübeck (2:3). Der Zwölfte dürfte also als Favorit ins Duell mit dem Nachbarn gehen. Aber solche Spiele haben nach allgemeiner Erfahrung ja sowieso eigene Gesetze.

SC Weiche Flensburg – St. Pauli II (Sa., 13.30 Uhr)

Es läuft bei Weiche: Seit sechs Partien (5-1-0) ist der Tabellenvierte nun ohne Niederlage. Mittlerweile ist der Anschluss zu den Topteams wiederhergestellt und deshalb wird der Gastgeber sich erst recht keinen Ausrutscher erlauben wollen. So rein nominell erscheint der 16. aus Hamburg auch kein wirklicher Stolperstein zu sein. Allerdings: St. Pauli landete beim 6:0 über den HSC Hannover zuletzt seinen höchsten Regionalliga-Sieg. Und man weiß ja, dass ein solcher Erfolg ungeahnte Kräfte freisetzen kann.

VfB Lübeck – Hannover 96 II (Sa., 14 Uhr)

Nach vier Siegen in Folge erwischte es den Spitzenreiter beim 1:3 in Havelse. Nun möchte der VfB natürlich nicht gleich die vierte Saisonniederlage kassierten, und so ist ein ziemlich motivierter Gastgeber zu erwarten. Was von 96 II zu erwarten ist? Die Mannschaft von Christoph Dabrowski wartet nun seit sechs Partien auf einen dreifachen Punktgewinn (0-2-4). Beim 1:2 in Bremen am Mittwoch (Tore: Mensah Quarshie (2) – Doumbouxa) trat 96 allerdings recht ordentlich auf. „Das war ein gutes Auswärtsspiel von uns. Wir haben taktisch sehr diszipliniert gespielt und gut verteidigt“, meinte Dabrowski. Es ginge nun darum, nach vorn zu schauen – und das gilt selbst dann, wenn der Gegner VfB Lübeck heißt.

SV Werder Bremen II – SSV Jeddeloh (Sa., 14 Uhr)

Auch Konrad Fünfstück war zufrieden nach dem Nachholspiel gegen 96 II. „Es war unter dem Strich ein verdienter Sieg und ein weiterer Entwicklungsschritt“, meinte der Werder-Coach nach dem 2:1 am Mittwochabend. Zudem freute er sich natürlich über das Ende einer drei Spiele währenden Niederlagenserie: „Danach war es gut, heute zu gewinnen.“ Nun geht es für den Sechsten – erneut mit Thomas Schaaf als Interims-Co-Trainer – darum nachzulegen, um den Anschluss an die Spitzenplätze nicht vollends zu verlieren. Beim SSV macht man sich dagegen ganz andere Sorgen. Die 1:3-Heimniederlage gegen den HSV II markierte bereits die vierte Pleite in Folge. Der Gast reist deshalb als 14. zum Derby nach Bremen.

Eintracht Norderstedt – SpVgg Drochtersen/Assel (So., 14 Uhr)

Der 1:0-Erfolg bei Hannover 96 II sicherte der Eintracht (8.) den dritten Sieg aus den vergangenen vier Partien. Lediglich das Heimspiel gegen den VfB Lübeck ging angesichts eines 1:2 verloren. Nun sollen also drei Punkte her im Edmund-Plambeck-Stadion. Die Spielvereinigung dürfte auch ein vergleichsweise leichterer Gegner sein, zumindest in einem Heimspiel. Lediglich vier Punkte gewann der Gast in seinen sieben Auswärtspartien (1-1-5). Auf fremden Plätzen hat der Tabellenelfte also noch viel Luft nach oben.

VfB Oldenburg – Lüneburger SK Hansa (So., 14 Uhr)

Das tat natürlich gut: Nach vier Auswärtsniederlagen gelang dem VfB beim 6:2 in Altona ein richtiger Paukenschlag. Da der Gastgeber zuvor noch einen 2:0-Heimsieg gegen den SSV Jeddeloh gelandet hatte, ist er nun seit zwei Partien siegreich. Der Neunte wird den Siebten aus Lüneburg also recht gelassen empfangen. Beim LSK musste man zuletzt mit einer 1:3- Niederlage gegen den BSV Rehden leben. Es war bereits die dritte Pleite in den vergangenen vier Partien. Vermutlich werden die Lüneburger beim VfB also nach dem alten Selbstverständnis suchen – sie waren vor ein paar Wochen ja noch ganz nahe dran gewesen an der Spitzengruppe.

HSC Hannover – Holstein Kiel II (So., 14 Uhr)

Viel unterschiedlicher könnten die Voraussetzungen nicht sein: Der Gastgeber kassierte beim 0:6 gegen St. Pauli die dritte Niederlage in Folge und vermochte den letzten Tabellenplatz nicht zu verlassen. Der Gast aus Kiel gewann dagegen mit 4:1 gegen den VfL Wolfsburg II und kletterte auf den dritten Rang der Liga. Er tritt nun als klarer Favorit an zum Spiel beim Aufsteiger. Aber mittlerweile weiß man sehr gut, dass dies gar nichts bedeuten muss.

BSV Rehden – Heider SV (So., 15 Uhr)

Der BSV Rehden landete beim 3:1 in Lüneburg bereits den dritten Sieg in Folge und ist nun seit sechs Spielen ungeschlagen (5-1-0). Man fragt sich schon, was der Heider SV angesichts der aktuellen Formstärke des Tabellenfünften in diesem Spiel ausrichten soll. Die Heider werden es wissen. Sie waren zuletzt spielfrei und hatten zuvor mit 2:1 beim HSC Hannover gewonnen. Der Vorletzte hat sich jedenfalls noch längst nicht aufgegeben, und vielleicht ist es ja auch ein Vorteil, dass niemand so recht an einen Erfolg in Rehden glauben mag.