Lobeca/Michael Freitag
Anzeige

Hamburg – Man oft he Match am vergangenen Sonnabend war Bakery Jatta, der für den Hamburger SV aktuell eine kleine Lebensversicherung ist. Nach dem 6:2-Sieg gegen den VfB Stuttgart wurde er gefeiert. Dabei musste er kurz vor Schluss raus und die Rothosen mussten zu zehnt zu Ende spielen (das Auswechselkontingent war bereits erschöpft). „Ich hatte schon in der ersten Halbzeit Schmerzen, konnte dann irgendwann nicht mehr laufen. Ich habe alles gegeben, aber es ging nicht mehr weiter, deshalb habe ich mich auswechseln lassen“, sagte Jatta danach. Der 21-Jährige schaut aktuell nur auf den HSV, auch wenn U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz und nun auch die gambische Auswahl ihn gerne in ihren Farben sehen würden. Jatta fühlt sich geschmeichelt: „Dazu kann ich nichts sagen, aber formulieren wir es mal so: Jeder Spieler möchte für eine Nationalmannschaft spielen. Ich habe mich bisher noch nicht entschieden.“ Den Kantersieg gegen die Schwaben schätzt er so ein: „Ich denke, es war ein sehr gutes Spiel von unserer Mannschaft. Wir haben gegen einen guten Gegner gespielt. Wir haben unseren Matchplan gut umgesetzt, kompakt verteidigt und unsere Chancen vorne dann genutzt.“ Er traf zum 2:0, dabei gab es einen von drei Videobeweisen, da Jatta mit Stuttgarts Maxime Awoudja im Kampf um den Ball war. Jatta: „Ich würde das nicht als Foul bezeichnen, der Ball war nicht unter seiner Kontrolle. Ich habe ihn unter Druck gesetzt und ihm den Ball dann abgenommen.“ Happy war er danach, vielleicht auch weil Mannschaftskamerad Sonny Kittel und Tim Leibold ihn als wertvoll bezeichneten. Kittel stellte dem Gambier sogar „eine große Karriere in Aussicht“. „Ich fühle mich sehr gut, wir haben die drei Punkte gewonnen, besser geht es nicht“, so Jatta. Er hat einen Lauf und so empfindet er es selbst auch: „Im sportlichen Bereich lasse ich das alles so laufen, mache mir keinen Druck – das ist auch in meinem Interesse. Da ist es egal, ob ich später mal für Gambia oder Deutschland auflaufe. Ich will weiter Fußball spielen und das genießen und dann schauen, was passiert.“

Am Dienstag um 18.30 Uhr gibt es nun Teil 2 im Duell mit dem VfB Stuttgart. Der Einzug in die nächste DFB-Pokalrunde steht bevor. Der HSV wird nicht den Fehler machen und sich auf ein erneutes 6:2-Feuerwerk verlassen. Und Stuttgart? Dort ist man nach außen erstaunlich ruhig. Cheftrainer Tim Walter steht unter Druck (drei Niederlagen in Folge). Er kann am Dienstag auf den in der Liga gesperrten Holger Badstuber zurückgreifen. Unglücksrabe Awoudja (verschuldete zwei Gegentore) dürfte dabei wieder in den Hintergrund geraten.

Das Spiel ist wieder mit 57.000 Zuschauern im Volksparkstadion ausverkauft. Ein Verkehrschaos, wie es am vergangenen Sonnabend befürchtet wurde und ausblieb, soll es nicht geben. Die Vollsperrung der Autobahn A7 ist aufgehoben.

DFB-Pokal (2. Runde):

Dienstag, 29. Oktober:
MSV Duisburg – 1899 Hoffenheim (18.30 Uhr)
1. FC Saarbrücken – 1. FC Köln
SC Freiburg – 1. FC Union Berlin
Hamburger SV – VfB Stuttgart
VfL Bochum – Bayern München (20 Uhr)
SV Darmstadt 98 – Karlsruher SC (20.45 Uhr)
Bayer Leverkusen – SC Paderborn 07
Arminia Bielefeld – FC Schalke 04

Mittwoch, 30. Oktober:
1. FC Kaiserslautern – 1. FC Nürnberg (18.30 Uhr)
SC Verl – Holstein Kiel
VfL Wolfsburg – RB Leipzig
Werder Bremen – 1. FC Heidenheim
Fortuna Düsseldorf – Erzgebirge Aue (20.45 Uhr)
Borussia Dortmund – Bor. Mönchengladbach
Hertha BSC – Dynamo Dresden
FC St. Pauli – Eintracht Frankfurt