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Barmenia Roland Kahl

Wiesbaden – Die erfreuliche Nachricht für den Hamburger SV zuerst. Der Spitzenreiter bleibt nach dem 12. Spieltag ganz oben in der 2. Bundesliga. Die schlechte: Im Auswärtsspiel beim SV Wehen Wiesbaden kam man nicht über ein 1:1: (0:0) hinaus. Der HSV spielte über eine halbe Stunde in Überzahl und kassierte in der Nachspielzeit noch den Ausgleich. Da Bielefeld und Stuttgart ihre Begegnungen gewannen, ist der Vorsprung dahin.

Beide Trainer tauschten auf je drei Positionen. Beim HSV waren Narey, Dudziak und Kittel in der Startelf und ersetzten Vagnoman, Hunt (beide verletzt) und Samperio, der auf der Bank saß. Wiesbaden war vor der Partie seit vier Spielen ungeschlagen, holte sogar einen Sieg in Stuttgart. Die Rothosen haben eine Begegnung mehr ohne eine Niederlage in der Liga nacheinander absolviert, flogen allerdings im Pokal gegen Stuttgart raus.

Man merkte den Gastgebern, die auf dem letzten Tabellenplatz stehen, Mut an. Sie hatten in der achten Minute die erste Chance durch Lorch, der aus 16 Metern knapp vorbeischoss. Eine Minute später parierte SVWW-Schlussmann Watkowiak einen Schuss von Hinterseer. Es ging hin und her und die Hessen hatten nach 20 Minuten die größte Möglichkeit. Hamburgs van Drongelen vertändelte das Leder gegen Aigner, doch Heuer Fernandes wehrte im Eins-gegen-Eins ab. Und wieder brannte es im Gästestrafraum. Dittgen traf den Ball nicht richtig und Narey bekam noch seinen Fuß beim Nachschuss von Schäffler (26.) dazwischen. Im direkten Gegenzug rettete Dams auf der Linie als Kittel aus neun Metern ins rechte schob. Eine halbe Stunde war gespielt, da hatte der HSV einen Freistoß mittig aus 20 Metern vor dem Gehäuse der Hausherren, doch Kittel verzog links drüber. Als nächster Hamburger hatte Fein einen Lapsus. Er überließ Aigner (38.) die Kugel vor dem eigenen Strafraum und hatte Glück, dass der Wiesbadener danach verstolperte. Es blieb gefährlich in den beiden 16ern und so kam Kinsombi (41.) am Fünfmeterraum vor Watkowiak an den Ball. Allerdings stand er mit dem Rücken zum Tor und traf ihn in der Drehung nicht. In der letzten Minute der ersten Hälfte musste Heuer Fernandes noch einmal aufpassen, denn Aigner steckte im Strafraum auf Kuhn durch, der gerade eben noch so gestört wurde. Kurz danach war Pause. Wiesbaden hatte die besseren Chancen, Hamburg mehr Ballbesitz, Tore Fehlanzeige.

Ohne Wechsel ging es in den zweiten Durchgang. Wacher war dabei der HSV, denn Kinsombi (48.) staubte nach einem Leibold-Schuss ab, weil Watkowiak diesen direkt vor die Füße des Ex-Wiesbadeners. Jatta (50.) sorgte für den nächsten Jubel, doch ausgerechnet der aus Lübeck stammende Schiedsrichter-Assistent Paltchikov entschied auf Abseits. Er lag richtig – weiter 1:0 für Hamburg. Danach schaute sich Hauptschiedsrichter Rohde eine Szene zwischen Aigner und Leibold im Videobeweis an. Der Wiesbadener stieg dem am Boden liegenden Hamburger nach einem Foul auf die Rippen. Er entschied auf Absicht und schickte Aigner mit glatt Rot vom Platz. Das spielte dem HSV natürlich in die Karten. Die Verhältnisse auf dem Feld waren ab dann geklärt und der Spitzenreiter gab den Ton an. Fein (67.) fand nach seinem Treffer gegen Stuttgart in der Liga gefallen daran und versuchte es aus 20 Metern mit einem Linksschuss – links daneben. Die Gastgeber kamen nur noch selten in die gegnerische Hälfte. Zu locker agierte Jatta (70.) alleine vor Watkowiak. Nach einem Zuckerpass von Kittel stand der Gambier alleine vor dem SVWW-Torhüter und scheiterte kläglich. Auch insgesamt fiel auf, dass die Hamburger nicht die letzte Konsequenz verinnerlichten. Die Chance auf das 2:0 hatte Leibold (74.) nach Zuspiel von Kittel, doch Watkowiak riss die Fäuste beim Schuss des Linksfuss hoch und bewahrte seine Mannschaft vor einem höheren Rückstand. Er passte weiter auf und der Tabellenführer vergab die nächste Option, den Sack zuzumachen als Jatta (83.) halb Schuss, halb Hereingabe abgab. Hinterseer war frei am Fünfmeterraum. Fast hätte Kinsombi (84.) für die Entscheidung gesorgt, doch eine zu kurz geratene Abwehr ballerte er weit über die Kiste. Das rächte sich in der Nachspielzeit, denn Knöll (spielte bis vor zwei Jahren selbst für die Rothosen) erzielte den Ausgleich. Ganz bitter für den HSV, denn David, der kurz zuvor eingewechselt wurde und sein Saison-Debüt und klärte zur Ecke, die zum Gegentreffer führte. Es war der erste Torschuss der Wiesbadener. Es blieb dabei. Eine schwache Vorstellung der Hamburger, die alle Möglichkeiten hatten, diese Partie zu gewinnen.

Statistik:
SV Wehen Wiesbaden – Hamburger SV 1:0 (0:0)
Tore: 0:1 Kinsombi (48.), 1:1 Knöll (91.)
Rote Karte: Aigner (58., Tätlichkeit)
Zuschauer: 8.200 (ausverkauft)
Wiesbaden: Watkowiak, Mockenhaupt, Dittgen (87. Knöll), Schäffler, Mrowca (80. Ajani), Medic, Dams, Niemeyer, Kuhn (69. Schwede), Lorch, Aigner
Hamburg: Heuer Fernandes, van Drongelen, Kinsombi (86. Moritz), Narey, Dudziak (79. Samperio), Kittel (90. David), Hinterseer, Jatta, Leibold, Jung, Fein

12. Spieltag:

Hannover – Sandhausen 1:1
Regensburg – Osnabrück 3:3
St. Pauli – Karlsruhe 2:2
Fürth – Darmstadt 3:1
Aue – Heidenheim 1:1
Stuttgart – Dresden 3:1
Bielefeld – Kiel 2:1
Wiesbaden – Hamburg 1:1
Bochum – Nürnberg (Mo.)

Tabelle: 1. HSV (25 Punkte), 2. Bielefeld (25), 3. Stuttgart (23), 4. Aue (19) … 15. Osnabrück (16), 16. Wiesbaden (10), 17. Bochum (9), 18. Dresden (9)