David Kinsombi (HSV). Foto: Lobeca/Marcus Kaben

Kiel – Am Sonnabendmittag (13 Uhr) trifft der Hamburger SV auf Holstein Kiel. Das Stadion der Störche ist ausverkauft. Rund 2.000 HSV-Fans haben sich Karten besorgt – ein Hexenkessel wird erwartet. Vor allem auch, weil die Kieler in der vergangenen Saison beide Partien gegen die Rothosen gewannen. Dennoch will man in Hamburg nichts von einem „Angstgegner“ wissen. Dafür ist der Tabellenzwölfte in dieser Spielzeit nicht auf dem Level des Vorjahres. Doch unter Ole Werner wurde es nach den Katastrophenvorstellungen unter seinem Vorgänger Andre Schubert etwas besser. Siege in Fürth und Stuttgart und zuhause gegen Bochum lassen die Störche-Bilanz etwas besser aussehen. Der Höhenflug nach dem Aufstieg und dem Folgejahr scheint trotzdem vorbei. Vor allem überraschte man bei Bundesliga-Absteiger mit einem 1:0-Erfolg, der die Schwaben fast in eine Krise schickte.

„Wir dürfen uns nicht von eventuellen Rückschlägen beirren lassen, sondern müssen bei dem bleiben, was uns auszeichnet und uns in den letzten Wochen stark gemacht hat. Wir haben gezeigt, dass wir, wenn wir bei 100 Prozent sind, gegen solche Gegner mithalten können. Wenn die Tür im Spielverlauf aufgeht, wollen wir auch eintreten und etwas aus dem Spiel mitnehmen“, sagt Werner. Über den HSV meint er: „Der Verein und die Mannschaft strahlen eine große Stabilität aus. Sie lassen sich nicht beirren und bleiben ihrem Stil treu. Außerdem haben sie eine hohe individuelle Qualität auf dem Platz. Das spiegelt sich auch in den Ergebnissen wieder. Sie haben die Erwartungen bisher erfüllt.“

Für David Kinsombi wird es eine Rückkehr. Der 23-Jährige spielte in den beiden vergangenen Jahren für die Kieler und wurde dort sogar zum Mannschaftskapitän. Mit Holstein verpasste er den Sprung in der Relegation in die Bundesliga und schenkte danach dem HSV drei seiner vier Saisontore ein. In der Winterpause erlitt er einen Schienbeinbruch im Trainingslager und wechselte im vergangenen Sommer an die Elbe – für 3,5 Millionen Euro. Dort schaffte er es in der aktuellen Spielzeit auf bisher zehn Einsätze. Nur gegen Erzgebirge Aue fehlte der gebürtige Rüdesheimer. Zwei Mal traf er bereits für die Rothosen und kommt langsam immer besser in Fahrt. Zuletzt erzielte Kinsombi gegen seinen Jugendverein SV Wehen Wiesbaden den Hamburger Führungstreffer. Gereicht hat es nicht und dennoch macht der Mittelfeldstratege einen sehr guten Job, arbeitet nicht nur in der Defensive, sondern hat Ideen und vor allem Dynamik in der Vorwärtsbewegung.

Finn Porath ging genau den anderen Weg. 22 Jahre, in Lübeck geboren und am Rande der Hansestadt groß geworden – in Herrnburg, einem Ortsteil von Lüdersdorf an der Landesgrenze zu Schleswig-Holstein. Seit dieser Saison ist er nun ein Storch, kam vom HSV, wo er sieben Jahre diverse Jugendmannschaften durchlief und zuletzt ausgeliehen war. In Unterhaching holte er sich seinen Profi-Schliff und lief in der 3. Liga 60 Mal auf, erzielte dabei sechs Treffer. In Hamburg traute man ihm die 2. Liga nicht zu. Holstein gab ihm die Möglichkeit, sich dort zu zeigen. Bisher durfte er fünf Mal für die Störche auflaufen. Dabei waren es zuletzt Kurzeinsätze. In Stuttgart zehn Minuten und in Bielefeld fünf. Nur im ersten Saisonspiel der Kieler zuhause gegen Sandhausen war er im ersten Durchgang voll da, wurde zur Pause allerdings ausgewechselt. Am vergangenen Montag stattete er Hamburg einen kurzen Besuch ab, war beim Abendblatt-Podcast zu Gast und sagte dort: „Bei uns ist es schwer zu gewinnen. Wir haben eine sehr gute Phase unter dem neuen Trainer Ole Werner.“ Er nahm den Presse-Termin trotz eines Verkehrsunfalls am Vormittag vor dem Training wahr. Sollte Trainer Ole Werner den 22-Jährigen in die Elf berufen und er gegen seinen Ex-Verein einen Treffer erzielen, würde nicht jubeln. „Das würde sich falsch anfühlen“, meinte er.

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Der HSV-Kader: Heuer Fernandes, Mickel, Amaechi, David, Dudziak, Ewerton, Fein, Hinterseer, Jatta, Jung, Kinsombi, Kittel, Leibold, Letschert, Moritz, Narey, Samperio, van Drongelen, Wood

13. Spieltag (8.-11.11.)
St. Pauli – Bochum 1:1
Dresden – Wiesbaden 1:0
Kiel – Hamburg (Sa.)
Sandhausen – Fürth
Osnabrück – Stuttgart
Nürnberg – Bielefeld (So.)
Heidenheim – Hannover
Darmstadt – Regensburg
Karlsruhe – Aue (Mo.)

Tabelle: 1. HSV (25 Punkte), 2. Bielefeld (25), 3. Stuttgart (23), 4. Aue (19) … 15. Osnabrück (16), 16. Bochum (13), 17. Dresden (12), 18. Wiesbaden (10)
 

 

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