Lübeck – Die Entscheidung um die Vizemeisterschaft in der Kreisliga ist am letzten Spieltag gefallen. Der ATSV Stockelsdorf überholte durch einen 3:1-Sieg gegen den TSV Schlutup den 1. FC Phönix und qualifizierte sich für die vorsorglich bevorstehende Aufstiegsrunde zur Verbandsliga Süd-Ost. Dort treffen sie auf den RSV Landkirchen (Ostholstein) und den TSV Bargteheide (Stormarn). Der Zweite der Kreisliga Herzogtum Lauenburg, der Ratzeburger SV,  verzichtet auf eine Teilnahme an diesen Spielen, die nur zur Wertung kommen, sollte sich der Oldenburger SV in der Aufstiegsrunde zur SH-Liga durchsetzen. Allerdings müsste auch der VfB Lübeck in die Regionalliga aufsteigen und gleichzeitig der SV Eichede die Klasse endgültig halten. Somit dürften die Ostholsteiner nun am kommenden Mittwoch und darauffolgenden Sonntag dem VfL Wolfsburg II in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga die Daumen drücken. Bei Phönix wurde jedoch nicht nur der Liga-Vizetitel verspielt: Auch die Torjägerkanone ging nicht an Timo Gahrmann (35 Treffer). Bartholomaeus Sznabel vom SC Rapid überholte ihn durch seine fünf Treffer am Riesebusch und sicherte sich mit einem Tor mehr die Krone des besten Torjägers.     

TSV Kücknitz – Eichholzer SV 3:1 (2:0)

Die Gastgeber kamen unter der Aufsicht von Lübecks Schiedsrichter-Chef Boris Hoffmann schnell zu einer Doppelführung. Björn Grieger (13.) und Mursel Serin (21.) legten einen 2:0-Pausenstand vor. Nach dem Seitenwechsel dauerte es bis zur Schlussphase, als der ESV durch Daniel Füllgraf (87.) eine Chance witterte, doch Mario Kindler (91.) machte mit dem 3:1 alles klar.

TSV-Coach Claus Singelmann sagte gegenüber HL-SPORTS: „Ein Erfolgserlebnis zum Abschluss und großer Jubel in Kücknitz. Die Mannschaft wollte die Abgänger Grieger, Müller (Altherren Kücknitz) und Wittky (TSV Pansdorf) zum Abschluss mit einem Sieg beschenken. Wenn am Ende auch etwas glücklich, so ist es doch gelungen. Mehr braucht  man nicht zu sagen. Die Mannschaft feierte mit den treuen und mehr werdenden Fans bei Bier und Grillwurst eine aus Kücknitzer Sicht gelungene Saison.“

Mourad Gabteni (ESV): „Viel Pech gehabt im letzten Spiel. Fünf mal Aluminium getroffen aber nur einmal ins Tor. Die Kücknitzer haben ihre Chancen eiskalt genutzt. Wir hätten einen Punkt verdient gehabt, aber es sollte einfach nicht sein. Sehr gute Torwart Leistung auf beiden Seiten. Ein sehr faires Spiel. Umsichtig geleitet von Boris Hoffmann und seinen Assistenten. Auch ich möchte mich bei allen Mannschaften für eine spannende, faire Sasion bedanken. Und HL-SPORTS macht weiter so…“

TSV Siems – SC Buntekuh 8:1 (3:0)

Ungeschlagen beendete der TSV die Rückrunde und wurde Vizemeister im Jahr 2014. Wenn da nicht die Hinrunde gewesen wäre, denn die ließ im Gesamtklassement „nur“ einen vierten Rang zu, der aber allemal richtig gut ist. Im letzten Spiel ließen die Siemser ihren Offensivqualitäten noch einmal richtig freien Lauf und schossen sich am letzten Spieltag auf 113 Treffer, was den besten Sturm der Liga bedeutet. Acht davon fielen gegen am Sonntag den SCB. Maik Bertmann (2.), Malte Süssmann (5./70.), Torben Wendt (41./54./88.), Frederik Rocksien (60.) und Ali Demir (86.) erzielten beim 8:1-Kantersieg gegen Buntekuh die Tore des Gastgebers. Nur bei Serxwebun Husens Tor in der 55. Minute ließ der TSV einen gegnerischen Jubel zu.

TSV-Torschütze Demir sagte: „Wir haben unsere Saison mit einem schönen Heimsieg beendet und somit unsere zwei Serien bis zum Ende der Saison fortgeführt. Vielen Dank an Buntekuh für das super faire Spiel. Der TSV Siems wünscht allen anderen Vereinen eine erholsame Sommerpause.“

SCB-Coach Lars Traulsen sagte nach seinem letzten Spiel: „Wir haben die ersten zehn Minuten verschlafen. Danach wurden wir besser, haben aber etliche Torchancen liegen gelassen. Es hätte auch 10:7 ausgehen können. Naja, alles ist gut. Wir haben klar den Klassenerhalt und eine sehr gute Restrunde gespielt, nachdem uns nach der Hinrunde alle abgeschrieben haben. Auf diesem Weg möchte ich meiner Mannschaft nochmal ein riesen Kompliment machen und danke sagen, dass sie alle mitgezogen haben.“

RW Moisling II – VfB Lübeck III 1:2 (1:0)

Die Führung der Gastgeber, die noch im Grönauer 10-Tore-Rausch steckten, besorgte Jan Levermann (6.) mit einem Schuss aus 25 Metern. Ein Abseitstor von Sascha Brümmer (24.) wurde für RWM nicht gegeben, wobei sie aber auch schon davor und danach etwas Glück hatten, als VfB-Kapitän Jan Dyballa (12./36.) zweimal an die Latte köpfte. Dyballa war es auch, der vor dem Halbzeitpfiff den Pass zum 1:1 gab, den Hanno Witte (45.) in die Maschen beförderte. Im zweiten Durchgang musste RWM-Spielführer Marcel Schütte (62.) nach wiederholtem Foulspiel mit Gelb-Rot vorzeitig zum Duschen, was die Grünweißen beflügelte. In Überzahl war es Benny Bregulla (67.), der den Siegtreffer für die Jungs von der Lohmühle schoss. Nachdem Daniel Spicker sich von Heiko Reinhardt verladen ließ, legte der K1-Europameister quer auf seinen Torjäger, der seinen 14. Saisontreffer markierte und somit vor seinem Wechsel zum TSV Travemünde noch einmal für seine alten Kameraden traf.

Dennis Keske (RWM II) nach der Partie: „Auch wenn wir Carsten in seinem letzten Spiel natürlich einen Sieg zum Abschied schenken wollten, merkte man, dass die Luft raus war. Der Sieg war für den VfB verdient, so dass wir es leider auch im vierten Anlauf nicht geschafft haben zu siegen. Durch den Klassenerhalt von TuS haben wir hierzu ja in der neuen Saison nochmal die Möglichkeit.“

VfB-Coach Florian Schnoor, der in Zukunft auf Co-Trainer Marc Claßen (macht eine Pause) verzichten muss, sagte: „Ich versuche mich aufs Spiel zu beschränken, denn das war ein würdiger Abschluss unserer ersten Kreisliga-Saison. Wir waren immer Herr der Lage, haben zielstrebig und gut kombinierend nach vorn gespielt. Da wir aber am laufenden Band hochkarätigste Torchancen verballerten, mussten wir in der zweiten Halbzeit einen Rückstand drehen. Jetzt haben wir, die Dritte Herren vom VfB Lübeck, den sechsten Platz erreicht, der blanke Wahnsinn. Jetzt wird gefeiert.“

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VfL Bad Schwartau – SC Rapid 3:9 (1:2)

Bartek Sznabel machte das Unmögliche möglich, holte sich durch seine fünf Tore beim 9:3-Auswärtssieg seines SC Rapid am Riesebusch die Torjägerkanone der Kreisliga. Er traf in der 40., 61., 72., 80. und 85. Minute in Schwarze. Ansonsten teilten sich Christopher Holtz (9./49.) und Patrick Jäger (46./75.) die restlichen vier Treffer der Gäste. Für die Hausherren wurden Jan Plieske (33./82. FE) sowie Sven Schröder (89.) gelistet.

Klaus Alves (VfL) nach seiner Verabschiedung: „Starkes Schiedsrichter-Gespann aus Hamburg. Leiter Fabian Baum vom SC Schwarzenbek und an der Linie Mike Franke (SC Schwarzenbek) und Lars Stamer (SV Altengamme) haben eine tolle Leitung gezeigt. War schon super, wie das Gespann das Spiel geleitet hat.“ Zum Spiel war Alves bei dem Ergebnis nichts zu entlocken.

SCR-Coach Sebastian Wenchel: „Ich bin stolz aufs Team. Zum Schluss haben wir nochmal aufgedreht. Bartek holte uns noch einen Titel zum Kasernenbrink, denn er wurde als Mittelfeldspieler Torschützenkönig – Hut ab.“

Fortuna St. Jürgen – VfL Vorwerk 7:0 (4:0)

Die Fortunen bescherten ihren Anhängern zum letzten Spieltag noch einmal ein Schützenfest. Beim höchsten Saisonsieg trafen Johannes Rendenbach (9. FE/45./54.), Martin Gasch (24.), Eric Reuter (26.), Miguel Lopes (50.) und Felix Wolter (81.).

Thomas Meier, Abteilungsleiter in St. Jürgen sagte: „Mit einer eindrucksvollen Mannschaftsleistung haben wir unser letztes Heimspiel auch in dieser Höhe total verdient gewonnen. Der Aufwärtstrend ist schon seit Wochen erkennbar. Entspannte Atmosphäre innerhalb des Teams war unter anderem die Grundlage, um in den letzten Spielen nochmal richtig Gas zu geben. Ein versöhnlicher Saisonabschluss. Das sportliche Ziel nach dem Trainerwechsel im Januar, nicht abzusteigen, wurde mehr als erreicht. Jetzt heißt es, einen Neuanfang zu starten.“

VfL-Kapitän Sascha Wyska fiel nicht viel ein nach der Klatsche. Er meinte: „Mir fehlen die Worte. Es wurde nichts umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Es war von der ersten bis zur letzten Minute eine klare Angelegenheit und man hat gesehen, wer heute den Sieg haben wollte. Glückwunsch an Fortuna.“

ATSV Stockelsdorf – TSV Schlutup 3:1 (1:0)

Die Ostholsteiner haben es doch noch geschafft. Nach 14 Spielen auf Rang drei, tauschten die Stockelsdorfer mit dem 1. FC Phönix die Tabellenposition, der aufgrund des spielfreien Tages nur zuschauen konnte, wie eine Saison, in der man achtmal auf dem ersten und zwanzigmal auf dem zweiten Platz stand, noch einmal um einen Rang abrutschte. Aufgrund des besseren Torverhältnisses der Adlerträger brauchte der ATSV einen Sieg, den er sich mit dem Schlusspfiff der Spielzeit erkämpfte. Die Führung besorgte dabei Maik Themer (45.) mit dem Halbzeitpfiff. Nach dem Seitenwechsel glich Marcel-Sven Meier (75.) zwar aus, doch acht Minuten vor dem Ende erzielte Tobias Knetsch (84.) das 2:1 für die Hausherren und Jannik Gerlach (92.) verabschiedete sich aus der Kreisliga (wechselt nach Siebenbäumen) mit dem 3:1-Endstand. Jetzt geht es für den ATSV Stockelsdorf in die Aufstiegsrunde, in der die Eisenberg-Elf eine Mini-Chance auf den Aufstieg in die 6. Liga hat.

Vizemeister-Trainer Dirk Eisenberg vom ATSV sagte: „Verdient gewonnen. Nach der Pause haben wir es versäumt, das 2:0 nachzulegen. Nach dem Ausgleich sind wir dann aber nochmal zurückgekommen und haben das Spiel zu unseren Gunsten entschieden.“

TSV-Liga-Sprecher Michael Hellberg: „Glückwunsch an Stockelsdorf zur Vizemeisterschaft.
In einem fairen Spiel bei bestem Wetter hatte Stodo einfach den stärkeren Willen.“

Kreisliga Lübeck Ergebnisse:  
   
TSV Kücknitz Eichholzer SV 3:1
Lübecker SC (Eintracht Groß Grönau II) 5:0
TSV Siems SC Buntekuh 8:1
SpVg Rot-Weiß Moisling II VfB Lübeck III 1:2
VfL Bad Schwartau SC Rapid Lübeck 3:9
SV Fortuna St. Jürgen VfL Vorwerk 7:0
ATSV Stockelsdorf TSV Schlutup 3:1
1. FC Phönix Lübeck spielfrei 

Tabelle Kreisliga Lübeck:   
     
Pl. MannschaftSp.Diff.Pkt. 
1.TSV Schlutup 285571
2.ATSV Stockelsdorf 286163
3.1. FC Phönix Lübeck 287561
4.TSV Siems 284757
5.VfL Bad Schwartau 28-540
6.VfB Lübeck III 28-1440
7.Lübecker SC 28-336
8.SC Rapid Lübeck28-335
9.TSV Kücknitz 28-335
10.SC Buntekuh28-435
11.SV Fortuna St. Jürgen 28-929
12.VfL Vorwerk 28-3528
13.Eichholzer SV 28-2727
14.SpVg Rot-Weiß Moisling II 28-2321
15.Eintracht Groß Grönau II 28-11210
16.TSV Travemünde II zg.000
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