
Hamburg – Mit 50 Tagen Verspätung steigt am Mittwochabend das Nachholspiel zwischen dem Hamburger SV und Bayer 04 Leverkusen. Ursprünglich sollte die Partie am 13. Januar ausgetragen werden, musste jedoch wegen tauender Schneemassen und deren Auswirkungen auf die Dachkonstruktion des Volksparkstadions kurzfristig abgesagt werden. Nun wird das Duell des 17. Spieltags um 20.30 Uhr nachgeholt – und damit schließen beide Clubs offiziell ihre Hinrunde ab.
Bayer liegt leicht vorne
Es ist das 83. Pflichtspiel zwischen dem HSV und der Werkself. Die Bilanz spricht mit 30 Siegen, 20 Remis und 32 Niederlagen leicht für Leverkusen. Zum 79. Mal treffen beide Teams in der Bundesliga aufeinander. Das bislang letzte Duell im Oberhaus datiert vom 17. Februar 2018, als Bayer 04 im Volksparkstadion mit 2:1 gewann. Für den HSV traf damals Walace (71.), die Tore für Leverkusen erzielten Leon Bailey (40.) und Kai Havertz (50.).
Sportlich trifft der HSV auf ein Schwergewicht. Leverkusen ist aktueller Vizemeister, steht im Pokal-Halbfinale und zählt in dieser Saison zu den besten 16 Teams Europas. In der Bundesliga weist die Werkself mit 58,2 Prozent den zweitbesten Ballbesitzwert auf, nur der FC Bayern München liegt höher (61,8 Prozent). Aleix Garcia kommt auf 2.258 Pässe, 2.550 Ballaktionen und eine Passquote von 93,6 Prozent. Der HSV steht bei 49,5 Prozent Ballbesitz. Dafür sind die Rothosen nach dem 1:2 gegen RB Leipzig (HL-SPORTS berichtete) das konterstärkste Team der Liga: Zehn Treffer erzielte Hamburg nach Umschaltsituationen und überholte damit den FC Bayern (9). Fabio Vieira war zuletzt in Topform, steuerte in den vergangenen fünf Spielen vier Torbeteiligungen bei und steht nun bei je vier Treffern und Assists.
Muheim fehlt
In der Pressekonferenz machte Cheftrainer Merlin Polzin deutlich, was er von seiner Mannschaft erwartet. Personell fehlen Nicolas Capaldo (verletzt), Alexander Rössing-Lelesiit (Reha) und der gesperrte Miro Muheim. „Nicolas Capaldo fällt bekanntlich aus, Alexander Rössing-Lelesiit ist weiterhin im Reha-Prozess und Miro Muheim ist gesperrt. Albert Grönbaek ist heute die ersten Schritte im Mannschaftstraining gegangen, aber für den Kader stellt er noch keine Option dar. Alle anderen Spieler sind fähig, das morgige Spiel zu bestreiten.“
Die Niederlage gegen Leipzig wurde intern aufgearbeitet. „Wir haben gegen eine Mannschaft, die weit über unserem Tabellenplatz steht, ein Fußballspiel verloren – und das verdient. Uns hat in der Nachbereitung des Spiels nicht gefallen, dass im Spiel gegen den Ball die Distanzen nicht gestimmt haben und im Spiel mit dem Ball die Positionierung nicht gepasst hat. Zudem haben uns im Hinblick auf Energie und Körpersprache einige Dinge gefehlt. Das sollte man kritisch ansprechen und analysieren.“ Gegen Leverkusen erwartet Polzin eine ähnliche Herausforderung: „Wir wollen morgen als Mannschaft und Verein eine Reaktion zeigen, was unseren eigenen Standard angeht.“
Mit Blick auf den Gegner betonte der HSV-Coach: „Leverkusen ist der aktuelle Vizemeister, liegt unter den besten 16 Teams Europas, steht im Pokal-Halbfinale und hat vor zwei Jahren noch das Double gewonnen. Wir dürfen als HSV bei allem Anspruch an unsere eigenen hohen Standards nicht die Wahrheit aus dem Blick verlieren, dass wir auf Mannschaften treffen, die nicht ganz so schlecht sind.“ Und weiter: „Deshalb werden wir morgen mit Energie reingehen und wissen gleichzeitig, dass wir keine Chance haben, wenn wir nur einen Prozent weniger geben.“ Trotz Englischer Woche will der HSV keine Ausreden gelten lassen. „Wir wollen nicht jammern und nicht daran denken, ob wir weniger Power haben oder müde sind. Das will ich nicht hören, Müdigkeit entsteht im Kopf.“
Im Volkspark wartet damit das nächste Top-Duell – gegen einen Gegner mit Ballbesitzstärke, individueller Qualität und Ambitionen. Der HSV will mit Energie und Umschaltstärke dagegenhalten.
Bildquellen
- Downs: Lobeca/Norbert Gettschat
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