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Barmenia Roland Kahl

Hamburg – Kein Derby wurde in der Bundesliga häufiger gespielt als der Nord-Kracher Hamburger SV gegen Werder Bremen. Die 101. Auflage gerät zu einem Schicksalsspiel: Noch nie steckten beide Klubs so tief im Abstiegs-Schlamassel wie heute. Die Rothosen und die Grünweißen begegnen sich in der Imtech-Arena als 17. und 16. (Werder) in der Tabelle. Aber es kann ein Tag der Wende werden: Wer gewinnt, überholt Dortmund; wer verliert, stürzt weiter ab – auf den letzten Platz, wenn Stuttgart gegen Augsburg das Sonntagabend-Spiel gewinnt. Grausame Tabellenarithmetik!
Zuletzt ausverkauft war dieses Nord-Derby am 20. Dezember 2009. Joris Mathijsen und Marcell Jansen schossen den HSV zum 2:1-Sieg. Jansen, der einzige aus dem Kader vor fünf Jahren, indes wird heute fehlen – wegen einer Adduktorenverletzung (HL-SPORTS berichtete).
Bei Werder fallen Torjäger Franco di Santo, bislang sechs Treffer, und Abwehr-Chef Sebastian Prödl aus. Für die Santo dürfte Nils Petersen nachrücken. Und der hat seine eigene Nord-Derby-Geschichte: Er schoss in seinen bisherigen vier Spielen gegen den HSV vier Tore.
Ja, und dann ist da noch Dennis Diekmeier (Foto): Als kleiner Junge träumte er vom HSV, begann seine Fußball-Karriere bei Werder Bremen – und kam über einen Zwischenstopp beim 1. FC Nürnberg im Sommer 2010 zum HSV. Und heute gilt’s ganz besonders: „Wir wollen unsere Fans mitnehmen und einen Hexenkessel entfachen“, fordert Diekmeier.
Ausverkauft ist die Imtech-Arena, unter der Woche wurde immer wieder das lauteste Derby aller Zeiten beschrieben – und vorbeugend hat die Bundespolizei ein Alkoholverbot erlassen, für alle Züge auf den Strecken zwischen Bremen und Hamburg, Hannover und Hamburg sowie Flensburg und Hamburg.
Im Hexenkessel am Volkspark wird Schiedsrichter Felix Zwayer aus Berlin eine besondere Rolle zukommen, wenngleich es in bislang einhundert Bundesliga-Duellen zwischen HSV und Werder nur neun Platzverweise gab – allerdings acht davon in Hamburg!
Der HSV-Kader: Jaroslav Drobny, Alex Brunst; Tolgay Arslan, Valon Behrami, Cleber Reis, Dennis Diekmeier, Johan Djourou, Ashton Götz, Mohamed Gouaida, Lewis Holtby, Petr Jiracek, Pierre-Michel Lasogga, Ronny Marcos, Nicolai Müller, Artjoms Rudnevs, Matthias Ostrzolek, Rafael van der Vaart, Heiko Westermann.
Und so könnte Werder spielen: Wolf – Gebre Selassie, Lukimya, Galvez, Garcia – F. Kroos – Fritz, Junuzovic – Bartels – Petersen, Hajrovic
Die Bundesliga-Ergebnisse vom Samstag (22.11.): Paderborn – Dortmund 2:2, Schalke – Wolfsburg 3:2, München – Hoffenheim 4:0, Mönchengladbach – Frankfurt 1:3, Mainz – Freiburg 2:2, Hannover – Leverkusen 1:3, Köln – Berlin 1:2.