Ramsau – Am vergangenen Samstag hieß es für den Lübecker SH-Liga-Schiedsrichter Yannik Meyer (Foto rechts) „ab in den Süden“. Auf Einladung des Fußballverbands Mittelrhein (FVM) um seinen Verbandsschiedsrichterobmann Peter Oprei durfte auch in diesem Jahr wieder ein Schiedsrichter des SHFV am Lehrgang des Perspektivkaders in Ramsau teilnehmen. Der SHFV-Schiedsrichterausschuss nominierte den Lübecker Meyer als Vertreter des Landes.

Somit ging es für den jungen Referee am Samstag voller Vorfreude und mit vollgepackten Koffern gemeinsam mit dem Kieler Schiedsrichter Malte Gerhardt, der bereits im vergangenen Jahr Teilnehmer war und erneut eingeladen wurde, per Flugzeug von Hamburg nach Salzburg. Nach einem turbulenten Flug landeten beide bei für den Januar untypischen 21 Grad Celsius in Salzburg. Vor Ort wurden die Norddeutschen von Andreas Steffens, Assistent in der 2. Bundesliga, vom Flughafen abgeholt und ins Gasthaus Taubenseehof mit Blick auf den Watzmann gefahren. Nachdem auch die Nachwuchs-Schiedsrichter aus dem Rheinland angekommen waren, lockerten sich alle bei einem gemütlichen Waldlauf die Beine.

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Mit dem Sonntag begann dann die Seminarwoche und ab hier hat Meyer für HL-SPORTS ein kleines Tagebuch zusammengestellt:

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Nach der Vorstellungsrunde begannen wir mit dem Tagesthema: Videoschulung und Analyse von eigenen Spielleitungen. Im Vorfeld des Lehrgangs hatten alle Teilnehmer die Aufgabe, ein Spiel von sich zu filmen, welches Helmut Hüdepohl und Andreas Steffens (Leiter des PK) auswerteten und interessante Szenen raus schnitten. Am Sonntag stand die Analyse ganz im Zeichen von Ermahnungen. Zentrale Themen waren die Wortwahl und die Mimik und Gestik in einer Ermahnung. Viele interessante Sequenzen wurden diesbezüglich bis ins kleinste Detail analysiert, um eine Basis für alle Teilnehmer zu schaffen und sich somit einer Vereinheitlichung der Linie der Schiedsrichter anzunähern. Im weiteren Verlauf des Tages wurden dann weitere Szenen hinsichtlich der persönlichen Strafen aufgearbeitet. Während am Tag zuvor noch 21 Grad Celsius herrschten, wurden wir am Sonntag im Laufe des Tages tief eingeschneit. Nach dem wohlverdienten Abendessen schauten wir noch gemeinsam eine Reportage von Servus TV, bei der sowohl ein Schiedsrichter Team beim Fußball, als auch eines beim Eishockey einen Tag lang begleitet wurden. Auch der heutige Montag startete nach dem Frühstück erneut mit einer Videoschulung. Dieses mal jedoch unter den Gesichtspunkten Vorteil und dem Stellungsspiel bei ruhenden Bällen. Danach lockerten wir unsere Beine beim 3,5 km Waldlauf bei bestem Bergpanorama und Temperaturen um den Gefrierpunkt. Neben der sportlichen Einheit stand natürlich auch der obligatorische Regeltest auf dem Programm. Der restliche Nachmittag sollte an den Film des Vorabends anknüpfen, denn den Verantwortlichen um Peter Oprei und Dr. Stefan Osnabrügge (Vizepräsident des FVM) war es gelungen keinen Geringeren als den österreichischen FIFA Schiedsrichter Alexander Harkam (Foto links) als Gast für den Lehrgang zu gewinnen. Für alle Schiedsrichter war das natürlich das Highlight der vergangenen Tage. Er referierte über das Thema "Der Schiedsrichter in der Öffentlichkeit" und gab dabei Einblicke in das Schiedsrichterwesen in Österreich, seine Laufbahn als Schiedsrichter, die internationalen Einsätze und die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und der Tätigkeit als Schiedsrichter. Er reiste dafür extra knapp 5 Stunden aus Graz an und blieb bis wirklich jede Frage beantwortet und jedes Foto geschossen war. Eine beeindruckende, bodenständige Schiedsrichter Persönlichkeit. In den kommenden Tagen stehen zum neben der weiteren intensiven Regelarbeit auch kulturelle Eindrücke auf dem Programm. Morgen wird die Stadt Salzburg besichtigt, bei der auch ein Besuch im Hangar 7 (eine Art Red Bull Museum) auf dem Plan steht. Am Mittwoch ist geplant, den Obersalzberg zu besuchen, der sich bekanntlich intensiv mit dem dunklen Kapitel der Deutschen Geschichte beschäftigt. Die weiteren Tage stehen dann wieder voll und ganz im Zeichen der Regelschulung, bei der nochmal näher auf die Regel 12 sowie den Strafstoß eingegangen wird. Die Woche wird abgerundet durch den Besuch des Biathlon Weltcups in Ruhpolding am Freitag ehe es am Samstag dann zurück in die Heimat geht. An dieser Stelle schon einmal Danke an den KFV Lübeck, den SHFV VSA für die Nominierung, sowie die Delegation des FVM für die (schon jetzt) grandiose Organisation.