Achterbahnfahrt beim 1. FC Phönix vor wichtigem Abstiegsduell

Vorstand entlastet – Kieler „Jungstörche“ landen am „Flugplatz“

Rauf und runter geht es in der Achterbahn. Foto: Lobeca/Mika Niemeck

Lübeck – Vielleicht bekommt der 1. FC Phönix Lübeck am Sonntag um 14 Uhr im Regionalliga-Heimspiel gegen Holstein Kiel II sportlich die Kurve, wie es der Vorstand zusammen mit der Jahreshauptversammlung (JHV) am vergangenen Freitag getan hat. Vorweg: Nicht alles war harmonisch, doch am Ende gab es keine Verlängerung oder gar einen Abbruch, wie noch Mitte März bei Teil 1 der Veranstaltung. Rund 90 Minuten dauerte sie, dann war alles besprochen.

Schlechtere Resonanz bei Teil 2

Mit nur 55 stimmberechtigten Mitgliedern, statt noch 119 bei der abgebrochenen JHV vor genau sieben Wochen – da fehlte so einiges, vor allem Sicherheit und Konsequenz. Dieses Mal präsentierte sich Vorstandsvorsitzender Thomas Laudi selbstbewusster. Darunter waren beispielsweise die positiven Signale und Vorhaben im Sinne des Vereins. Der Vertrag der Hansestadt zur Erbbaupacht ist inzwischen eingetroffen und „sieht gut aus“. Ein Ballfangzaun wird errichtet. Die Kabinensanierung soll nun in Angriff genommen werden und die Gastronomie wird in naher Zukunft in Eigenregie geführt.

Kassenprüfung okay

Der härteste Punkt, den noch der alte Vorstand aus dem Weg zu räumen hatte, war die Kassenprüfung. Der Bericht sagt aus, dass alles okay ist, womit der Vorstand von der überwiegenden Mehrheit der Mitglieder entlastet wurde. Damit sind unter die Geschäftsjahre 2020/2021 und 2021/2022 Schlussstriche zu ziehen. Thomas Oelfke (Vorsitzender des JFV Lübeck) wurde als kommender Kassenprüfer gewählt.

Der 2. Teil der Jahreshauptversammlung 2023 des 1. FC Phönix war nach rund 90 Minuten Spielzeit zu Ende. Foto: Thorsten Phillips

Entwickelt man sich weiter?

Die „Opposition“ war ebenfalls wieder vertreten, allerdings nicht mehr so zahlreich, wie noch im März. Dieser Vereinsteil kann nun behaupten, dass man einen Stein ins Rollen brachte. Der Vorstand sollte gelernt haben, zumindest vermittelt man vorerst diesen Eindruck. Die Zukunft wird zeigen, ob es so bleibt. Der Antrag zu den Mehrheitsverhältnissen in dieser Runde wurde zurückgezogen. Man soll sich aber in der Chefetage dazu Gedanken machen, wie mit schwierigen Entscheidungen umzugehen ist.

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Phönix bleibt GmbH-Chef

Die Liga-GmbH ist nun endgültig beschlossene Sache und der Verein bleibt mit 51 Prozent dort Taktgeber. Nun wird sich zeigen, wie lange man dafür benötigt. Hier hat man im vergangenen Jahr schon davon gesprochen, dass „das nun losgehen soll“ – und nichts passierte. Der Wirtschaftsplan für das kommende Geschäftsjahr des 1. FC Phönix wurde durchgewunken. Es kann also weitergehen mit einem möglichen Stadionumbau und dem Angriff auf eine Top-Platzierung in der Regionalliga Nord.

Sportlich muss es besser werden

Wenn da nicht noch die sportliche Qualifizierung dafür fehlen würde. Die steht nämlich momentan auf wackeligen Beinen. Platz 14, auf dem die „Profi-Mannschaft“ – wie sie immer liebevoll im vereinseigenen „Adler TV“ genannt wird – steht, heißt nach wie vor Abstiegsrelegation gegen den Oberliga-Zweiten aus Niedersachsen. SV Meppen und VfB Oldenburg wären Stand heute in der kommenden Spielzeit Regionalligisten. Dort würden die Clubs also ab Rang 15 direkte Absteiger.

Ausflug in den Hansa-Park

Nun ist Holstein Kiel II als 13. am „Flugplatz“ zu Gast. Mit einem Sieg wären die Adlerträger auf einem guten Weg der Rettung. Das Team von Oliver Zapel muss nur genau da weitermachen, wo sie in Hildesheim aufhörte. Die „Matchday-News“ kamen dieses Mal aus dem Hansa-Park, wohin die Mannschaft am Freitag einen Ausflug machte. Die sportliche Achterbahnfahrt soll möglichst am Sonntag ihren Tiefpunkt überwunden haben. Hoffentlich ist der Ton dann deutlicher…

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