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OH-Aktuell

Kiel – Uwe Döring, hat sich sein erstes Jahr als Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes (SHFV) sicherlich etwas ruhiger vorgestellt. Der 60-Jährige muss die Kicker des nördlichsten Landesverbandes durch die Corona-Krise steuern und hat mit seinen Kollegen am vergangenen Wochenende dabei womöglich einen Meilenstein für den Rest der Republik gesetzt. Von der Oberliga abwärts bis zur Kreisklasse, den Frauen- und Nachwuchsbereich gibt es nur Aufsteiger, aber keine Absteiger. Die Saison unter Aussetzung der restlichen Spiele beendet. Einen Nachteil haben dadurch nur die Mannschaften, die möglicherweise sportlich noch an den beiden Aufstiegsplätzen hätten kratzen können. Dabei ist die gewählte Quotiententabelle allerdings die einfachste Lösung gewesen.

Stellungnahme nach Presse-Artikel

Am Montag meldete sich Döring auf der Verbandsseite zu Wort und verteidigte die Entscheidung des Verbandes und äußerte sich zu einem Presse-Artikel, der ihn augenscheinlich auf die Palme brachte. In der Stellungnahme heißt es:

Döring äußert sich

„Mit großem Interesse habe ich die Kolumne des stellvertretenden Chefredakteurs des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z), Herrn Jürgen Muhl, zur Kenntnis genommen, die schon gestern online sowie heute auf den allgemeinen Sportseiten der sh:z-Tageszeitungen veröffentlicht wurde. In seiner Kolumne beschäftigt sich Herr Muhl unter anderem mit den am vergangenen Samstag durch das Präsidium des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes getroffenen Entscheidungen zur Saisonwertung der Spielzeit 2019/20, die aufgrund der behördlichen Verfügungslage bekanntlich ohne weiteren Spielbetrieb auslaufen wird.

„Gutes Recht als Journalist“

Herr Muhl kritisiert in seiner Kolumne die Entscheidung des SHFV-Präsidiums, die Saison 2019/20 ohne Absteiger auslaufen zu lassen, was in der Konsequenz dazu führt, dass auch in der höchsten Herren-Spielklasse Schleswig-Holsteins, der Flens-Oberliga, Mannschaften dem Abstieg entgehen, für die der Klassenerhalt auf sportlichem Wege kaum noch zu realisieren gewesen wäre.
Es ist sein gutes Recht und als Journalist auch seine Aufgabe, Entscheidungen wie diese kritisch zu begleiten. An dem Punkt aber, an dem Herr Muhl behauptet, mit dieser Entscheidung werde die Flens-Oberliga zu einem „Auffangbecken für Akteure, die kaum geradeaus laufen können“ (so stand es im am Sonntag verschickten Newsletter) und bis auf vier oder fünf Mannschaften handele es sich bei den Teams der Flens-Oberliga um „fußballerische Theken-Gemeinschaftsaktionen“ diskrediert er nicht nur den Großteil der Spieler in der Flens-Oberliga, sondern auch alle Spieler in den Ligen unterhalb der Flens-Oberliga. In meiner Funktion als Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes werde ich einem derart respektlosen Umgang mit den Fußballern in unserem Land immer mit entschiedenem Widerspruch entgegentreten. In allen Spielklassen des SHFV und seiner Kreisfußballverbände gehen Fußballerinnen und Fußballer ihrer Leidenschaft nach, geben ihr Bestes und zeigen auf den Plätzen Leistungen, die unseren Respekt verdienen.

⚠️ Die Flens-Oberliga wird zum „Auffangbecken für Akteure, die kaum geradeaus laufen können" und bis auf vier oder fünf…

Gepostet von Schleswig-Holsteinischer Fußballverband am Montag, 11. Mai 2020

„…lassen jedoch jeglichen Respekt vermissen und überschreiten die Grenzen“

Noch etwas ist mir ein wichtiges Anliegen: Ich bin den ehrenamtlich tätigen Mitgliedern unseres Präsidiums zu tiefem Dank verpflichtet, dass sie in sorgfältiger Abwägung aller Aspekte und unter großem persönlichen Einsatz sehr schwierige Entscheidungen zum Wohle des Fußballs in unserem Land getroffen haben. Die weit überwiegend positiven Reaktionen aus unseren Vereinen und der – auch bundesweiten – Öffentlichkeit bestätigen uns in diesen Entscheidungen. Sachlich geäußerte Kritik muss immer erlaubt bleiben, sie ist auch von uns erwünscht. Die in der Kolumne gewählten Formulierungen („… von irgendeinem Virus angegriffen …“, „Freizeit-Funktionäre […], die die der Meinung sind, dass der Ball nur deshalb springt, weil drinnen ein Frosch nach Luft schnappt“) lassen jedoch jeglichen Respekt vermissen und überschreiten die Grenzen dessen, was wir zu tolerieren bereit sein müssen. Solche Angriffe auf die ehrenamtlichen Funktionsträger unseres Präsidiums und die pauschale Diskreditierung unserer Fußballer verbitte ich mir.“

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