
Seth – Nur drei Spiele sollten am Sonnabend und Sonntag in der Kreisliga Südwest steigen. Einige Spiele wurden verlegt. Dennoch war in diesen wieder einiges los. Es gab zwei Heimsiege sowie ein Remis. Dabei sollten Serien fortgesetzt werden oder aber Achtungserfolge erzielt werden. Hinzu kam ein Kellerduell, das eine Menge bot, doch am Ende keinen Sieger.
Leezener SC – SSV Großensee 6:3 (3:1)
Der Leezener SC wollte nach zwei Siegen in Folge und einem 10:0 beim VfL Oldesloe in der Vorwoche gegen den SSV Großensee nachlegen. Es galt, an die Leistung anzuknüpfen und vorne eiskalt die Chancen zu nutzen. Zu Gast war mit dem SSV Großensee ein Team, das sich derzeit im Abwärtstrend befindet und nun schon seit fünf Partien ohne Sieg ist. Es gab sogar nur einen Sieg aus acht Spielen. Die Konsequenz war, dass man in der Tabelle immer weiter abrutschte und die Abstiegsplätze so langsam näher rücken. Mit Leezen wartete ein Tabellennachbar, sodass das Ziel klar war. Doch das große Problem der vergangenen Wochen sollte sich nicht verbessern. Die personelle Situation war erneut schwierig. So reiste ein dünner Kader an die Hamburger Straße, wo man bereits nach wenigen Minuten in Rückstand geriet. Leon Kovacevic (5.) brachte den LSC auf Kurs. Es war der erste Abschluss der Platzherren, der direkt zur Führung im Netz zappelte. Der Ausgleich durch Gerrit Ulka (15.) sollte allerdings folgen und dieser war sehenswert. Der Offensivspieler eroberte den Ball, zog ab und traf aus über 20 Metern.
Leezen sollte allerdings nicht aufstecken und weiter den Weg nach vorne suchen. Maximilian Rachel (26.) sorgte für die erneute Führung. Ein sehr effizienter LSC bis hierhin war wieder auf Kurs und sollte kurz darauf die Riesenchance bekommen. Das Lattenkreuz rettete die Gäste. Diese kamen im Gegenzug durch Ulka zur nächsten Chance, doch LSC-Keeper Tim Hilbert war zur Stelle. Mit dem Pausenpfiff war es dann Thore Hahn (45.), der zum 3:1 erhöhte. Großensee machte es mit den Mitteln nicht schlecht, doch kassierte dennoch bittere Gegentore. So sollte die Aufgabe für den zweiten Durchgang alles andere als einfacher werden. Nach dem Seitenwechsel gab es nach rund einer Stunde dann den vierten Treffer der Heimmannschaft, der zugleich wohl auch die Vorentscheidung besorgte. Marcel Bennsen (62.) jubelte und nur elf Minuten vor dem Ende sollte er es erneut tun, denn er schnürte den Doppelpack zum 5:1.
Wenn der Knoten geplatzt ist, dann läuft es richtig für die Segeberger, die erneut befreit aufspielten und sich vor dem Tor spielfreudig und effizient präsentierten. Jan Ebsen (80.) sollte für Großensee nochmal verkürzen, doch postwendend schnürte Bennsen (84.) den Dreierpack zum 6:2. Der Endstand war dies allerdings nicht, denn den Schlusspunkt setzten die Stormarner. Kevin Krüger legte bereits zum zweiten Mal auf, sodass Ulka (87.) den Doppelpack schnürte. So hieß es am Ende 6:3 aus Sicht der Segeberger, die nun mit 19 Punkten auf Rang Neun klettern. Trainer Phil Paustian sagte: „Gute Leistung meiner Mannschaft, dritter Sieg in Folge. Wir haben verdient gewonnen, wieder ordentlich Tore geschossen, aber auch wieder einiges liegengelassen. Wir haben gegen eine Mannschaft gespielt, die mit einem sehr ausgedünnten Kader angereist ist, aber trotzdem darauf das Beste gemacht hat. Es war ein sehr faires Spiel. Ich glaube, am Ende hat die bessere Mannschaft gewonnen und das auch in der Höhe verdient.“ Großensee dagegen hadert wieder einmal mit der personellen Situation und setzt den Negativtrend fort. Sascha Bartlakowski, Trainer des SSV, sagt: „Mit 13 zusammengetrommelten Leuten und erneut ohne Torwart bestritten wir unser Auswärtsspiel in Leezen. Den Part zwischen den Pfosten übernahm ein Feldspieler, der aufgrund seiner Zerrung eh nicht hätte im Feld spielen können. Der weiterhin an der Hand verletzte Stammkeeper spielte 90 Minuten in der Innenverteidigung. So konnten wir auch dieses Wochenende den Spielbetrieb fortsetzen und hielten das Ergebnis erträglich, auch weil alle Anwesenden eine kämpferisch starke Partie ablieferten. Mehr ist gerade nicht möglich.“
SV Sülfeld – SV Borussia Möhnsen 2:2 (0:1)
Der SV Borussia Möhnsen hat zuletzt ordentlich Selbstvertrauen gesammelt. Mit zwei Siegen aus drei Spielen sowie einem starken Auftritt in Tralau konnte die zwischenzeitliche Sieglosserie beendet und sich im Tabellenkeller etwas Luft verschafft werden. Nun galt es nachzulegen, denn mit dem SV Sülfeld wartete ein direkter Konkurrent. Der Aufsteiger wollte an den Vorwochen anknüpfen, denn dort gab es vier Punkte aus drei Spielen. Die Leistungen stimmten, doch vor allem die Pleite gegen Leezen schmerzte, denn dort war mehr drin. Daher war ein spannendes Duell auf der Wildkoppel zu erwarten. SVS-Coach Birger Broening sagte: „Wir mussten heute personell wieder ein bisschen improvisieren. Einige wichtige Spieler haben gefehlt und so mussten wir zum Beispiel unsere Innenverteidigung komplett neu zusammenstellen. Umso mehr muss man der Mannschaft ein Kompliment machen, denn davon war auf dem Platz zunächst wenig zu merken. Wir sind richtig gut ins Spiel gekommen und hatten von Beginn an die Kontrolle. Gerade bei den vielen langen Bällen des Gegners waren wir sowohl beim ersten als auch beim zweiten Ball fast immer zur Stelle. Dass die Borussia nach einer Aktion eines bereits gelbverwarnten Spielers, der unseren Spieler ohne Chance auf den Ball von hinten abgeräumt hat, überhaupt noch mit elf Mann auf dem Platz stand, war schon großes Glück für den Gegner.“
Nach 40 Minuten sollte dann der erste Treffer des Tages fallen. Eine starke Einzelaktion wurde eiskalt vollendet, sodass Hendrik Siel (40.) seinen neunten Saisontreffer erzielte. Das 1:0 der Lauenburger war zugleich der Pausenstand. Sülfeld kam nach dem Seitenwechsel richtig gut rein und sollte schnell ausgleichen. Torjäger Robin Geller (49.), der lange Zeit fehlte, sollte seinen zweiten Saisontreffer erzielen. Doch das 1:1 hielt nicht wirklich lange. Nur zwei Minuten später war es ein Missverständnis in der Sülfelder Defensive, das Lennart Bannach (51.) gnadenlos bestrafte. Erneut war Möhnsen also in Führung, doch beeindruckt zeigte sich der Aufsteiger davon nicht. Jendrik Weers (69.) hatte erneut die Antwort parat und stellte auf 2:2. Broening sagte: „Die Schlussphase war dann ein offener Schlagabtausch, bei dem wir aus meiner Sicht die deutlich besseren Möglichkeiten hatten. Dazu kommen zwei Situationen, in denen uns jeweils ein klarer Elfmeter verwehrt wurde. So stehen wir am Ende leider nur mit einem Punkt da. Das ist natürlich ärgerlich, weil wir heute wirklich viel investiert und über 90 Minuten eine gute Leistung gezeigt haben. Wir waren spielerisch die bessere Mannschaft, haben uns auch von zwei Rückständen nicht unterkriegen lassen und bis zum Schluss auf den Sieg gespielt. Dass wir uns dafür am Ende nicht belohnen konnten, ist bitter. Trotzdem können wir einiges aus diesem Spiel mitnehmen. Wir haben wieder gezeigt, dass wir in dieser Liga angekommen sind und mit jeder Mannschaft mithalten können. Mit dem Auftritt unserer Mannschaft können wir absolut zufrieden sein.“
Beide Teams setzen ihren Trend fort und nehmen einen Punkt mit. Während Sülfeld weiterhin auf dem Relegationsplatz bleibt, aber den Vorsprung auf den direkten Abstiegsrang auf drei Punkte ausbaut, hat Möhnsen nun schon sechs vor dem Roten Bereich. Beide Mannschaften hätten im direkten Duell durchaus dreifach punkten können, doch es sollte für beide nicht sein. So war das Remis auch gerecht. Gästecoach Martin Krüger sagte zu diesem: „Ein wildes Spiel, was hinten raus in beide Richtungen kippen kann. Schön war es auf dem tiefen Rasen nicht, dafür aber sehr kampfgeprägt. Zudem kamen einige knappe Elfmeterentscheidungen auf beiden Seiten. Auch wenn es in diesem Fall gegen uns war: Ein ernst gemeintes Lob an den noch sehr jungen Assistenten, dass er sich traut, die Fahne zu heben, um dem Schiedsrichter zu helfen.“
FSG Alsterland – SV Henstedt-Ulzburg 2:1 (2:0)
Die personellen Sorgen bei der FSG Alsterland sollten zu groß sein, als man nach Möhnsen reiste. Mit 2:4 unterlag der Verbandsligaabsteiger am Kuckucksberg, dabei war man nicht die schlechtere Mannschaft. Am Ende fehlte das Glück allerdings komplett, sodass die Chancen nicht genutzt und zu viele Fehler gemacht wurden. Nun brauchte es eine Steigerung, denn mit dem SV Henstedt-Ulzburg gastierte ein direkter Konkurrent. Der Top-Favorit vom Beckersberg gewann erst in der Vorwoche mit 2:1 gegen Eintracht Segeberg. Dort waren die Personalsorgen riesig. Nun lichtete es sich etwas, doch aus Sicht von Trainer Keven Bostelmann war die Situation immer noch nicht gut. Man wollte das Spiel verlegen, doch die Heimelf lehnte, trotz Bemühungen, ab. Mit Blick auf die Startelf stand dem Favoriten dennoch viel Qualität zur Verfügung. Die Flügelzange aus Kevin Saam und Liam Rogge, die wohl größte Stärke, war dabei. Im ersten Durchgang war es allerdings ein enttäuschender Auftritt der Gäste. Diese hatten zwar mehr den Ball, doch kreierten zu wenig. So waren die zwingenderen Aktionen auf Seiten der FSG Alsterland. Dies lag durchaus auch daran, dass der SVHU nicht konsequent genug in den Zweikämpfen war oder aber oftmals zu weit weg vom Mann stand. Nach neun Minuten sollte die Heimelf dann in Führung gehen. Ein langer Abschlag des Torhüters landete bei Alayli, der für Marcel-Patrick Boldt (9.) ablegte zum 1:0. Nicht ganz eine Viertelstunde später sollte es dann ein ruhender Ball sein. Ömer Alayli (23.) trat zum Freistoß und verwandelte diesen direkt. So ging es mit einem verdienten 2:0 der FSG Alsterland in Führung.
Henstedt-Ulzburg geriet somit ins Hintertreffen. Trainer Bostelmann sagte zur eher enttäuschenden ersten Halbzeit: „Wir waren nicht konsequent genug in den Zweikämpfen, nicht eng genug an unseren Gegenspielern und haben zu viele zweite Bälle abgegeben. Alsterland nutzte das mit zwei einfachen Kontern eiskalt aus. Einer davon entstand sogar nach unserer eigenen Ecke. Dabei war die erste Halbzeit insgesamt relativ ausgeglichen. Auch wenn wir uns eingestehen müssen, dass wir kein gutes Spiel gemacht haben, hatten wir durchaus die besseren spielerischen Aktionen. Trotz des tiefen, nassen Platzes war der Rasen gut bespielbar, sodass wir immer wieder unsere technische und spielerische Qualität zeigen konnten. In der zweiten Halbzeit war Alsterland dann kaum noch zu sehen. Wir hatten ein enormes Chancenplus und haben uns zahlreiche Möglichkeiten erspielt, das Spiel komplett zu drehen. Allerdings fiel unser Anschlusstreffer viel zu spät. Auch danach hatten wir noch fünf bis sechs gute Möglichkeiten, um mindestens auszugleichen oder das Spiel sogar komplett auf unsere Seite zu ziehen. Hier müssen wir uns ganz klar an die eigene Nase fassen: Vorne waren wir nicht konsequent genug und haben unsere Chancen einfach nicht genutzt.“ Sein Gegenüber Harjas Ahluwalia gab Durchgang Zwei ähnlich wieder: „In Durchgang Zwei sollte unsere Rückarbeit und Defensive mehr und mehr gefordert werden. Nach dem Anschluss erspielte sich SVHU einige gute Möglichkeiten, die wir aber mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung und überragender Defensive um Fynn Mack herum wegverteidigten. SVHU erhöhte den Druck und wir konnten nur noch über Umschaltmomente gefährlich werden, lassen aber mehrfach das Tor zur Entscheidung liegen.“
Trotz des Eigentores von Fynn Mack, elf Minuten nach Wiederbeginn, sollte der Sieg für die Platzherren am Ende in trockene Tücher gewickelt werden. Der siegreiche Coach sagte: „Auf volle 90 Minuten gesehen ein verdienter Sieg meiner Mannschaft, die heute komplett ihr Herz auf dem Platz gelassen haben. Mit diesem Sieg ist das Spiel am letzten Wochenende als Schönheitsfleck zu betrachten. Auch heute habe ich erneut eine Entwicklung gesehen, vor Monaten hätten wir so ein Spiel noch verloren. Aktuell geht die Mannschaft um unseren Kapitän Peters einen leidenschaftlichen Weg mit viel Entwicklungen.“ HU-Coach Bostelmann ordnete die Niederlage wie folgt ein: „Glückwunsch an Alsterland zu den drei Punkten. Die Mannschaft hat sich über 90 Minuten reingehauen, viel gearbeitet und ihre Marschroute konsequent durchgezogen. Dafür gehört ihnen auch Anerkennung. Einen kleinen Beigeschmack gibt es dennoch: Wir hatten im Vorfeld rechtzeitig kommuniziert, dass wir personell nicht ausreichend aufgestellt sind. Trotzdem mussten wir antreten und erneut auf Spieler aus der zweiten Herren sowie auf unsere alten Herren zurückgreifen. Das ist natürlich nicht optimal und verdient aus unserer Sicht keinen Fairnesspreis. Allerdings möchte ich ausdrücklich betonen, dass unsere personelle Situation keine Ausrede für die Niederlage ist. Wir haben das Spiel aus eigenen Gründen verloren: Weil wir in der ersten Halbzeit in den entscheidenden Situationen geschlafen und in der zweiten Halbzeit unsere zahlreichen Chancen nicht konsequent genutzt haben. Unterm Strich eine absolut vermeidbare Niederlage, bei der wir uns selbst um den verdienten Lohn gebracht haben.“
Zur abgelehnten Spielverlegung äußerte sich Alsterlands Cheftrainer Ahluwalia ebenfalls. Er sagte: „Mein Gegenüber wird die abgelehnte Spielverlegung sicherlich thematisieren, jedoch kam es nach Absprache mit der Mannschaft für uns nicht infrage. SVHU erschien mit 16 Spielern, die alle Bock auf Fußball hatten und gerade in Halbzeit zwei uns vor einigen Problemen stellten. Die Niederlage auf Fairplay zu schieben, wäre mir zu einfach, im Gegenteil würde ich den Spielern, die zum Einsatz kamen, das komplette Vertrauen schenken. Warum hier verlegt werden soll, erschließt sich mir nicht. Der jungen Mannschaft wünsche ich in Zukunft alles Gute, die haben gekämpft, aber die Niederlage auf Fair Play zu schieben, ist seitens des Trainers zu einfach. Gute Besserung an den verletzten Spieler.“







