„Anstoß Zukunft“: VfB Lübeck präsentiert Vision 2030

Aufbruchsstimmung im Theater

Thies Klatt bleibt als Hauptsponsor dabei. Foto: Lobeca

Lübeck – Manchmal braucht es einen Impuls, um Dinge neu zu denken. Beim VfB Lübeck soll dieser „Vision 2030“ heißen. Rund 150 geladene Gäste folgten am Mittwochabend in den Kammerspielen des Theater Lübeck der Einladung des Clubs – und erlebten eine Veranstaltung, die weniger Zahlenkolonne als vielmehr ein Zukunftsbild war.

Moderator Phillip Kamke eröffnete den Abend mit einer Anekdote aus früheren Zeiten, als die A-Jugend des VfB noch ohne Brustsponsor auflief – in einer Phase, in der er selbst noch das grün-weiße Trikot trug. Viel Nostalgie blieb danach jedoch nicht. Stattdessen richtete sich der Blick konsequent nach vorn. Auf der Leinwand prangte in großen Buchstaben: „Anstoß Zukunft!“ – ein Motto, das sich durch die rund zweistündige Veranstaltung zog.

Strukturreform und klare Zielrichtung

Kernpunkt der Präsentation war die VfB Lübeck Fußballspielbetrieb GmbH, die am 19. Januar gegründet wurde. Der VfB Lübeck von 1919 e.V. bleibt Alleingesellschafter. Ab dem 1. Juli soll die GmbH den Spielbetrieb in der Regionalliga verantworten und damit strukturell den Weg für die kommenden Jahre ebnen.

Vorstandsvorsitzender Dr. Dieter Gudel stellte in seiner 32-minütigen Präsentation die strategische Ausrichtung vor. Konkrete Zahlen wurden bewusst nicht genannt. Stattdessen ging es um Transparenz, Verlässlichkeit und die Frage, wie der Club mittelfristig sportlich und wirtschaftlich stabil wachsen kann. Das erklärte Ziel: eine nachhaltige Etablierung im oberen Bereich der 3. Liga.

Auch wenn die Vereinsverantwortlichen den Begriff „2. Bundesliga“ auf der Bühne nicht verwendeten, war spürbar, dass viele im Umfeld dieses Szenario zumindest als Perspektive im Blick haben. Die Frage wurde gestellt, wie Standorte wie Elversberg oder Heidenheim ihren Weg gegangen sind.

Wirtschaft signalisiert Unterstützung

Ein zentrales Signal des Abends kam von der Sponsoren-Seite. Die Hauptsponsoren Thies Klatt (Urbach Bauunternehmung) und Felix Schmelzer (Schmelzer Hörsysteme) verlängerten ihre Engagements vorzeitig. Auch Jan-Hendrik Maag (Nordgetreide) bekannte sich klar zum eingeschlagenen Kurs. Sie selbst sprachen offen von der 2. Bundesliga als Zielperspektive.

Diese vorzeitigen Zusagen wurden im Publikum positiv aufgenommen. Der Applaus während und am Ende der Veranstaltung war langanhaltend und dokumentierte geschlossene Zustimmung für den vorgestellten Weg.

Moderator Phillip Kamke, Sponsor Felix Schmelzer und Laura Woisin (VfB-Marketing). Foto: Lobeca

Step by Step – mit Perspektive bis 2034

Die „Vision 2030“ ist als Stufenmodell angelegt. Zunächst soll die GmbH-Struktur greifen und Planungssicherheit schaffen. In einem weiteren Schritt ist die Intensivierung der Partnerschaften vorgesehen. Perspektivisch stehen auch Themen wie Nachwuchsleistungszentrum und Stadionentwicklung im Raum. Für 2034 ist ein stufenweiser Ausbau der Lohmühle angedacht.

Dass mit Urbach Bauunternehmung ein Bauunternehmen zu den Hauptsponsoren zählt, dürfte dabei kein Nachteil sein. Und rein sportlich hält der verantwortende Vorstand Sebastian Harms die Zügel in der Hand. Er und sein Trainerteam um Chefcoach Guerino Capretti haben bisher bewiesen, was man mit wenig Mitteln machen kann.

Breitensport wächst – E-Sport kommt

Parallel zur Profiperspektive entwickelt sich auch der Gesamtverein weiter. Vorstand Breitensport Tobias Redlich kündigte unter anderem den Aufbau einer E-Sport-Sparte an – ein Markt mit wachsender Bedeutung, insbesondere für jüngere Zielgruppen. Im Sommer will man die magische Marke von 2.000 Mitgliedern erreichen.

Auffällig war an diesem Abend zudem das geschlossene Auftreten des Vorstands. Der Aufsichtsrat agierte sichtbar als ruhiges Kontrollgremium und unterstrich damit die strukturelle Geschlossenheit. Man sah deutlich, dass sich der Verein als Einheit präsentiert. Das war nicht immer so.

Anzeige
VfB Lübeck
Anzeige
AOK
Anzeige
Anzeige
AOK
Anzeige

Neue Partner über die Region hinaus

Mit Janes Holland (Animus Blue) wurde zudem ein weiterer strategischer Partner im Club der Hanseaten vorgestellt. Das Unternehmen aus Wetzlar erweitert den Unterstützerkreis über die Region hinaus und unterstreicht den Anspruch, das Netzwerk breiter aufzustellen.

Und nun?

„Anstoß ist jetzt“, formulierte Gudel. Der Fahrplan ist skizziert, die Struktur geschaffen, erste Partner haben sich klar positioniert.

Ob die „Vision 2030“ trägt, wird sich in den kommenden Monaten und Jahren zeigen – auf dem Platz, in der wirtschaftlichen Entwicklung und in der Bereitschaft weiterer Unternehmen und Personen, den eingeschlagenen Weg mitzugehen.

Die Richtung ist formuliert. Nun beginnt die Umsetzung.

Schafft der FC Eintracht Norderstedt den Klassenerhalt?

View Results

Wird geladen ... Wird geladen ...

Bildquellen

  • Klatt: Lobeca
Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?

Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.

- Anzeige -

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein