Norbert Somodi setzt in der U 23 weiter auf Eigengewächse. Foto: Lobeca/Kaben
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Lübeck – Der VfB Lübeck hat nach dem Ausscheiden des U23-Trainerteams Serkan Rinal und Nils Kjär die Positionen im Nachwuchsbereich neu besetzt. Von der Herren-Oberliga-Mannschaft bis zur U17-Auswahl gibt es neue Übungsleiter.

U23-Nachfolge geklärt

Die Nachfolge bei der U23-Auswahl wird Norbert Somodi und Jan-Philipp Kalus antreten. Beide sind als gleichberechtigtes Team anzusehen. Damit setzt Sportdirektor Rocco Leeser auf eine interne Lösung, wie HL-SPORTS schon in der Vorwoche vermutete. Somodi trainiert hauptverantwortlich im dritten Jahr die U19 in der Regionalliga Nord. Kalus ist seit Juni 2016 Coach der U17.

Interne Lösung, wie vermutet

„Ich bin sehr zufrieden mit dieser Lösung“, sagte Leeser, nachdem ihm beide Trainer ihre Zusagen gegeben hatten. „Viele Spieler, die im kommenden Sommer in die U23 aufsteigen, kennen ihre Trainer bereits aus ihrer Zeit in der U17 und U19. Die Eingewöhnung fällt nicht schwer und ich bin überzeugt, dass wir hoffentlich nahtlos an die erfolgreiche Ära von Serkan und „Nille“ anknüpfen können.“

„Gute Plattform für die Nachwuchsspieler“

Auch Somodi ist voller Vorfreude und Tatendrang. „Ich freue mich, in der U23 den nächsten Schritt als Trainer gehen zu können. Die zweite Mannschaft ist eine gute Plattform für die Nachwuchsspieler, um Spielpraxis und Wettkampferfahrung zu sammeln und sie dadurch weiterzuentwickeln. Wenn es uns gelingt, in der U23 regelmäßig Spieler für die erste Mannschaft zu formen und auszubilden, dann denke ich, dass unser Ausbildungskonzept seinen Zweck erfüllt hat.“

Kalus steigt auf

Sein Partner wird künftig Kalus sein. „Kalle“ ist ein Ur-VfBer, der 2002 als 14-jähriger an die Lohmühle wechselte. Er durchlief fortan alle Jugendmannschaften und schaffte schon als Aktiver den Sprung in den Herrenbereich. Für die U23 der Grün-Weißen schnürte er in weit über 100 Oberligaspielen die Buffer und führte sie auch einige Jahre als Kapitän an. Zudem gehörte er mehrfach dem Kader der Ligamannschaft an, brachte es dort aber aufgrund mehrerer Verletzungen auf nur sechs Pflichtspiele. „Ich bin happy, nun wieder in der U23 angekommen zu sein. Ein wenig schließt sich jetzt der Kreis“, so der ehrgeizige Trainer, der in den letzten Jahren in der U15 und U17 Trainererfahrungen sammelte. „Ich freue mich darauf, vielen Jungs, die ich zum Teil noch aus der U15 und U17 gut kenne, nun den Übergang vom Junioren- in den Herrenbereich zu ermöglichen und ihnen mit meinen Erfahrungen zu helfen.“

Nicklas Loose. Foto: oH

VfB besetzt Trainerpositionen der U19 und U17 neu

Leeser hat die freigewordenen Positionen in der U19 mit Nicklas Loose und in der U17 mit Maik Peters neu besetzt. „Wir haben zwei junge, aber dennoch schon sehr erfahrene Trainer für unsere ältesten Nachwuchsleistungsmannschaften gewinnen können“, so der Sportdirektor. „Ich bin sehr stolz, sie für unseren Verein begeistert zu haben und freue mich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit beiden.“

Vom HSV über Schleswig nach Lübeck

Der 25-jährige Loose ist aktueller Elite-Jugend-Lizenz-Inhaber und geht im nächsten Schritt die A-Lizenz an. Zuletzt war er ein knappes Jahr Cheftrainer im Herrenbereich bei Schleswig 06 in der Verbands- und Landesliga und bringt weitere Erfahrungen aus seinen Tätigkeiten als Co-Trainer beim TSV Schilksee in der Oberliga, als DFB-Stützpunkttrainer am Regionalstützpunkt Neumünster, als U17-Trainer beim Eckernförder SV und als Co-Trainer in der U19 beim TuSpo Surheide in Bremerhaven mit. Heraus sticht sicherlich seine Tätigkeit beim Hamburger SV. „Dort war ich in der Vorbereitung 2018 für die U19 und U17 im Bereich der Standardsituationen tätig und habe für den gesamten HSV inklusive der Profiabteilung eine große Analyse über die Standardsituationen bei der WM 2018 vorgetragen“, berichtet Loose, der viel Knowhow in diesem Bereich von Lars Voßler, Co-Trainer des SC Freiburg, aufgesaugt hat.

Austausch mit SC Freiburg

„Da ich damals zu meiner Schilkseer Zeit unter anderem den Bereich Standards abgedeckt habe, habe ich geschaut, wer es in Deutschland aktuell am besten macht und erfolgreich mit ihm Kontakt aufgenommen. Mit Lars tausche ich mich bis heute regelmäßig aus. Er ist für mich eine Art Mentor für den Bereich Standards.“ Zudem hospitierte er in der Saison 2016/2017 beim VfL Bochum unter Gertjan Verbeek. Dem Trainerteam gehörten damals mit Dimitrios Grammozis (jetzt Darmstadt 98) und Jan Siewert (zuletzt Huddersfield Town in der Premier League und Championship) weitere heutige Profitrainer an. „Ich freue mich sehr darüber, bei einem Traditionsverein wie dem VfB Lübeck arbeiten zu dürfen“, so Loose. „Ich danke den Verantwortlichen für das Vertrauen in meine Person und freue mich, tolle Talente für den Herrenbereich vorzubereiten und intensiv mit ihnen zu arbeiten. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, den VfB weiterzuentwickeln.“

Maik Peters. Foto: oH

Peters mit „königlichen“ Erfahrungen

Der neue U17-Coach Peters ist ebenfalls Inhaber der B-Elite-Jugend-Lizenz, vereint aber unter anderem auch als universitätsgeprüfter Personaltrainer, A-Lizenz Fitness-, Gesundheits-, Reha-, Kraft- und Athletiktrainer ein breit gefächertes Spektrum auf sich. 17 Jahre lang war der heute 34-jährige Peters selbstständig als Mannschafts-, Athletik- und Koordinationstrainer unter anderem beim FC St. Pauli, dem HSV, Rot-Weiß Erfurt und für die Real Madrid Fußballschule in Deutschland. „2012 hatte ich mich aus der Mannschaftstrainerwelt vorerst zurückgezogen, da ich zeitlich mit dem Privattraining sehr eingeschränkt war und die Zeiten immer kollidierten“, berichtet Peters. „Ich habe dadurch viele positive Aspekte des Personaltrainings kennengelernt. Man arbeitet enger zusammen und erfährt mehr über sein Gegenüber. Die Zeit, gepaart mit vielen Auslandsreisen und dem Kennenlernen unterschiedlichster Methoden und Trainingsansätze war die Lehrreichste meines Lebens.“
Diese Erfahrung möchte Peters nun wieder in den Mannschaftssport einbringen. „Der VfB und insbesondere Rocco spiegelten in unseren Gesprächen meine ganze Philosophie wider. Das, und die Art, wie man sich um mich bemüht hat, haben mich von meinem Plan, eigentlich erst in fünf Jahren wieder als Teamtrainer einzusteigen, abgebracht.“

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