Aufstiegskampf spitzt sich immer mehr zu – Serien halten weiter an

„Das Ganze wird noch getoppt von einer desolaten Schiedsrichterleistung“

Der TSV Lensahn feierte einen 6:0-Sieg gegen Großenbrode. Zudem gab es noch einige weitere interessante Spiele in der kreisliga Ost. Foto: Lobeca/Niklas Runne
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Lensahn – Der 25. Spieltag in der Kreisliga Ost zeigte wieder einmal, dass in dieser Liga alles passieren kann. Die bis zu diesem Wochenende einzige ungeschlagenen Mannschaft auf dem heimischen Platz, musste sich nun auch zu Hause mal geschlagen geben. Zudem verschafften sich andere Mannschaften Luft mit Blick nach unten. Die Verfolger des Spitzenduos dagegen setzten ihre Form fort und bleiben erneut ungeschlagen. Dabei überraschte vor allem ein Team, dass in Dobersdorf gewann.

FT Preetz – Eutin 08 II 3:6 (1:4)

Die FT Preetz war vor dem 25. Spieltag die einzige Mannschaft, die auf dem heimischen Sportplatz noch ungeschlagen war. Man holte bis auf drei Unentschieden nur Sieg im Fichtestadion und konnte selbst von Teams wie Dobersdorf, Bösdorf/Malente oder dem SC Cismar nicht auf dem heimischen Grün geknackt werden. Nun kam mit Eutin 08 II der Tabellenführer und dieser gewann alle Spiele nach dem Winter. Man meldete sich im Meisterschaftskampf trotz Formtief im Herbst nochmal richtig an und liefert sich einen Zweikampf mit Dobersdorf um die Meisterschaft. Dabei darf nicht gepatzt werden. Personell sah es für die Ostholsteiner durchwachsen aus. Mit Monty Gutzeit fehlte der Torjäger und auch Kapitän und Abwehrchef Jannik Sarnow stand nicht zur Verfügung, sodass es spannend werden sollte. Doch auch die FT hatte schmerzliche Ausfälle zu beklagen, so fehlte neben Özal Berk, dem besten Torschützen, auch Spielertrainer Florian Manstein aufgrund einer Gelbsperre. Eutin legte schwungvoll los, denn sie wollten das Spiel direkt an sich reißen. Tom Clausen (3.) veredelte den Auftakt mit der frühen Führung, durch einen Abstauber nach einem Standard. Anschließend blieb der Spitzenreiter dran und erhöhte nur sieben Minuten später. Oberliga-Leihgabe Max Golovcanski (10.) erhöhte.

Eutin bezwang die FT Preetz zum Auftakt in den Spieltag. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Viel besser hätte es für die Eutiner nicht starten können, denn man war auf Kurs, doch entschieden war hier längst noch nichts. Die Gastgeber kamen nämlich besser ins Spiel und waren am Drücker. Mirco Breiholz (20.) verkürzte und machte die Partie wieder spannend. Eutin ließ sich allerdings kaum beeindrucken und nahm direkt wieder das Zepter in die Hand. Jorge Bruckmann (27.) stellte den alten Abstand wieder her und auch danach gab es Vorstöße der Rosenstädter. Diese sorgten mit dem vierten Treffer durch Lasse Schröder (45.) für eine komfortable Pausenführung. Es war ein munteres Spiel für die Zuschauer im Fichtestadion, auch wenn die Partie nach 45 Minuten entschieden schien. Aufgegeben hatte sich die Manstein-Elf allerdings keineswegs. Die ersten Minuten nach Wiederbeginn gehörten klar ihnen und so fiel der zweite Treffer, erneut durch Breiholz (50.) nicht unverdient. Da waren es nur noch zwei Tore Rückstand, doch Eutin hatte an diesem Abend immer wieder die perfekte Antwort. Golovcanski (60.) sorgte für das 5:2, dass wohl den Stecker der bis dahin ungeschlagenen Heimmacht zog. Im Anschluss versuchte man es zwar noch, doch ohne Erfolg. Stattdessen foulte Lennox Salzborn im Strafraum einen Eutiner, sodass es Elfmeter gab. Die Chance wohl endgültig alles klar zu machen, ließ sich Florian Schumacher (78.) nicht nehmen, sodass das 6:2 fiel. Dies war gleichzeitig der Endstand, sodass die Heimserie der Preetzer riss. Nach zehn Heimspielen ohne Niederlage, hatte man das Nachsehen. Bitter waren dabei einige Gegentreffer, wo Torhüter List keine gute Figur machte. Eutin dagegen bleibt weiter auf Kurs und zeigte, warum sie an der Tabellenspitze stehen. Der aktuelle Trend spricht klar für die Mannschaft von Jasper Frahm im Meisterschaftsrennen.

Jasper Frahm (Eutin 08 II): „Wir haben im Vorwege klar das Ziel herausgegeben, dass wir die ersten Mannschaft sein wollen, die Preetz zu Hause eine Niederlage beifügt. Das haben wir eindrucksvoll hinbekommen. Durch den ein oder anderen Ausfall war es eine Mischung der Spieler, die wir dabei hatten. Trotzdem von Beginn an sehr diszipliniert den Plan umgesetzt, wir haben sehr diszipliniert gegen den Ball gearbeitet und untereinander viel unterstützt und dann auch, was wir wollten zielstrebig auf das Tor gehen. Das haben wir gleich gemacht, mit dem ersten Standard durch ein Abstaubertor gleich in Führung gegangen und wir konnten direkt nachlegen und sogar das Ergebnis bis zur Halbzeit auf 4:1 ausbauen. Wehrmutstropfen war logischer Weise der Gegentreffer, auch zweite Halbzeit einer, den man schon thematisieren und ansprechen muss, der stört uns schon. Trotzdem sind wir ins Gesamt sehr froh auswärts einen Sieg eingefahren zu haben, als erste Mannschaft bei Preetz gewonnen zu haben, sechs Tore zu schießen. Das war sehr überragend und freut uns sehr. Zusätzlich freut uns auch besonders, dass wir unter anderem auch drei A-Jugendspieler eingebunden haben, die das erste Mal im Herrenbereich in einem Pflichtspiel aktiv waren, die alle drei sich schon in der Trainingswoche gut präsentiert haben und so auch zum ersten Pflichtspiel im Herrenbereich kamen. Es haben alle drei einen sehr guten Job gemacht und da werden wir sicherlich noch sehr viel Spaß an den Jungs haben.“

VfR Laboe – SpVgg Putlos 6:0 (2:0)

Der VfR Laboe holte nach zwei Niederlagen in Folge, am Ostermontag mal wieder einen Punkt. Es waren zwei verschiedene Hälften, doch am Ende musste man sich gegen den SC Cismar mit dem Remis glücklich schätzen, aufgrund eines Chancenplus der Ostholsteiner. Nun war am vergangenen Sonnabend die SpVgg Putlos zu Gast und somit die Rollenverteilung klar. Laboe war gegen den Tabellenletzten haushoher Favorit und genauso trat man auch auf. Putlos war personell besser aufgestellt als in der Vorwoche, sodass mit Felix Prokoph auch der Kapitän seine Rückkehr feierte. In den ersten 20 Minuten machten es die Gäste gut, ließen noch nicht allzu viele Chancen zu. In der 26. Minute fiel dann allerdings doch der Gegentreffer durch Jan-Patrick Wemmer (26.). Laboe war auf Kurs und mit Pausenpfiff schnürte Wemmer (45.) den Doppelpack zum 2:0. Es sollte eine ganz harte Aufgabe für die Mannen von Jens Martens werden, die eine Aufholjagd auf dem Stoschplatz brauchten. Dazu brachte der Coach mit Schulte-Kersmecke und Alexander Siemes zwei neue Spieler rein. Der Anschlusstreffer blieb allerdings aus für die SpVgg, sodass die Messe nach knapp 70 Minuten gelesen war. Wemmer (65./69.), der Mann des Tages, traf noch weitere zwei Male, sodass er den Viererpack zum 4:0 schnürte. Damit sollte es allerdings noch nicht zu Ende sein, denn die Heimmannschaft machte weiter. Man wollte sich den Frust der vergangenen Wochen von der Seele schießen und stellte auf 6:0. Sebastian Schimanski (83.) und Janek Geisbauer (86.) machten das halbe Dutzend voll und sicherten dem VfR den zweiten Sieg nach der Winterpause. Für Putlos rückt die traurige Gewissheit immer näher, denn die Chancen zu punkten werden weniger und der Abstand schrumpft kaum bis minimal. Am kommenden Freitag steht das wichtige Auswärtsspiel beim Raisdorfer TSV an, die allerletzte Chance für die Mannschaft von der Strandstraße

SG Insel Fehmarn – Raisdorfer TSV 3:1 (0:0)

Die SG Insel Fehmarn legte einen Horrorstart in die Rückrunde hin und musste trotz guter Ausgangslage im Herbst, doch noch etwas in Richtung Tabellenkeller blicken. Ein Sieg gegen die SpVgg Putlos beendete allerdings die Negativserie und verschaffte den Insulanern Luft. Zwei Wochen später wollte man auch auf dem heimischen Platz wieder dreifach punkten, zu Gast war dabei der Tabellenvorletzte. Mit dem Raisdorfer TSV kam eine Mannschaft, die unbedingt Siege einfahren muss, wenn man überhaupt noch über ein weiteres Kreisligajahr ab Sommer nachdenken möchte. Umso wichtiger war dieses Spiel auf der Sonneninsel für die Mannschaft von Dennis Schmidt, die am Ostermontag mit 0:2 der SG Bösdorf/Malente unterlag. Das Zepter nahmen allerdings die Hausherren in die Hand, die von Beginn an das Spiel bestimmten. Mit klaren Ballbesitzvorteilen gaben sie das Tempo vor, wo der RTSV wenig entgegensetzen konnte. So gab es Chance um Chance für die Ostholsteiner, doch die Chancenverwertung war an diesem Nachmittag ein Manko. Gästekeeper Kevin Hesse schien unüberwindbar, denn immer wieder rettete er seine Mannschaft vor dem Rückstand. Es war der mit weitem Abstand beste Raisdorfer an diesem Tag, denn selbst wurde kaum etwas kreiert. Die Offensive zeigte sich enorm harmlos, sodass es kaum nennenswerte Abschlüsse für die Mannschaft vom Gerd-Scheerenberger-Platz gab. Zur Pause stand es trotz klarer Vorteile für Fehmarn 0:0, womit die Gäste sehr gut bedient waren.

Lange Zeit schien Raisdorf-Keeper Hesse unüberwindbar, doch nach der Pause platzt der Knoten. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Im zweiten Durchgang sollte der Knoten platzen und der überfällige Treffer der SG Insel Fehmarn fallen. Über rechts spielte die Mannschaft von Andre Hack über Tjelk Jacob (50.), der allein durchmarschierte und zur Führung traf. Das 1:0 war längst überfällig und die Platzherren machten direkt weiter. Immer wieder wurde der Unterschiedsspieler der SG gesucht, so auch nach einer Stunde. Jacob wurde zu Fall gebracht und es gab Elfmeter. Stürmer Fabian Plöger (61.) übernahm die Verantwortung und traf sicher zum 2:0. Es sollte die Vorentscheidung sein, denn von den Gästen kam kaum etwas zwingendes. So war spätestens mit dem 3:0 die Messe gelesen. Jacob brachte den Ball in die Mitte, sodass Michal Paluczynski (69.) nur noch den Kopf hinhalten musste. Im Anschluss wurde die Mannschaft von Andre Hack und Fynn Severin allerdings passiv. So kam Raisdorf etwas besser rein und ging aus dem Nichts durch Marvin Braun (83.) in Führung. Kurz darauf tauchten die Gäste erneut vor dem Tor nach einem langen Ball auf, doch es lag eine Abseitsposition vor. So blieb es beim 3:1, was den zweiten Sieg in Folge für die Insulaner bedeutete.

Fynn Severin (SG Insel Fehmarn): „Ein hochverdienter 3:1-Sieg. Wir haben in der ersten Halbzeit Chancen für gefühlt zehn Spiele, schießen den Torwart warm. Der holt das eine nach dem anderen Ding überragend raus und wir bekommen den Ball einfach nicht im Kasten unter. Dann haben wir tatsächlich Glück, dass bei einem möglichen Gegentor, der Gegenspieler einen halben Meter im Abseits war, aber ansonsten war Raisdorf unglaublich ungefährlich. Wir haben das Spiel gemacht, uns Chancen herausgespielt und endlich mal ein richtig gutes Spiel gemacht. In der ersten Hälfte haben wir uns noch nicht belohnt, aber in der Halbzeitansprache haben wir auch gesagt, dass wir genauso weiter machen müssen und dann bekommen wir auch unsere Tore. Genau das war der Fall. Nach dem 3:0 machen wir uns leider wieder das Leben schwer, weil der Kopf wieder irgendwo anders war, aber nicht beim Spiel. Wir haben die Positionen nicht mehr gehalten und kriegen dann aus dem Nichts gegen eine sonst harmlose Raisdorfer Mannschaft das 1:3 und können uns bei Kevin Heinecke bedanken, dass wir nicht noch das 2:3 kassieren (Langer Ball und plötzlich Stürmer allein vorm Tor, aber gehalten). Danach haben wir das Spiel wieder im Griff gehabt, aber es waren so fünf bis zehn Minuten, wo wir gar nicht im Spiel waren und einfach bisschen lässig gespielt haben. Ansonsten war es über 80 bis 85 Minuten ein gutes Spiel, die Torausbeute hat leider nicht gestimmt, aber die Punktausbeite schon. Das ist das, was wichtig ist. Jetzt haben wir uns nach hinten auf Raisdorf und Putlos ordentlich Luft durch die beiden Siege verschafft, trotzdem wollen wir noch mehr und nicht bei den 29 Punkten stehen bleiben. Auf dem richtig guten Spiel am Samstag, wollen wir aufbauen.“

SC Cismar – TSV Klausdorf II 3:1 (1:1)

Der SC Cismar ist im neuen Jahr einfach nicht zu schlagen. In den ersten vier Spielen gab es bereits zehn von zwölf möglichen Punkten, sodass der Start aus der Winterpause sehr zufriedenstellend für die Grömitzer war. Nun gastierte mit dem TSV Klausdorf II ein Team aus dem Tabellenkeller, das dringend Punkte brauchte. An der Gildestraße sollte es allerdings eine ganz schwierige Aufgabe für die Zweitvertretung werden, denn ohnehin schaffte es erst eine Mannschaft, den SCC auswärts zu bezwingen. Die Elf vom Aubrook wollte dies auch schaffen, doch reiste mit einem sehr dünnen Kader an. Trainer Jesper Grohmann musste selbst starten und die Bank bot nur zwei Optionen. Dennoch kam Klausdorf gut ins Spiel. Nach einer Viertelstunde gab es dann den Foulelfmeter, nachdem der Angreifer des TSV in den Sechzehner vordrang, doch vom Verteidiger gelegt wurde. Die Verantwortung vom Punkt übernahm Noah Neitzke (15.), der den TSV in Führung brachte. Die Heimmannschaft lief also einem Rückstand hinterher, doch versuchte im Anschluss auszugleichen. So näherte man sich nach einer Ecke per Kopf an. Kurz danach gab es eine Riesenchance für die Grömitzer, doch allein vorm Torhüter fand der Grömitzer seinen Meister in Dennis Kahlert. Der Torjäger des TSV spielte an diesem Tag nämlich im Tor, weil man keinen gelernten Keeper dabei hatte. Das Chancenplus war klar auf der Seite des SCC, der sich mehrfach näherte, doch oftmals die Präzision im Abschluss vermissen ließ.Mit Pausenpfiff fiel dann allerdings doch der leistungsgerechte Ausgleichstreffer der Grömitzer. Cismar fing einen Abschlag von Kahlert ab, anschließend ging es in die Spitze, wo Munzel klatschen ließ für Timo Groth (45.), der den Ball eiskalt verwandelte.

Nach der Pause wechselte der SC Cismar dann mehrfach, so kamen mit Florian Nothnagel oder auch Paul Schröder zwei Spieler, die ebenfalls eine hohe Qualität mit sich bringen. Die ersatzgeschwächten Gäste sollten so nochmal vor Herausforderungen gestellt werden, was gelang. Tom Andres (64.) brachte seine Mannschaft in Führung nach einem schön ausgespielten Spielzug. Nothnagel verlagerte das Spiel auf die rechte Seite, wo Groth den überlaufenden Außenverteidiger bediente, der die Kugel an den zweiten Pfosten flankte. Dort legte Munzel per Kopf ab für den Torschützen, der den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drückte. Neun Minuten vor dem Ende fiel dann ein ganz kurioser Treffer. Bei einem Freistoß wirkten die Klausdorfer nicht wach, sodass Florian Nothnagel (81.) aus über 30 Metern von halblinks den Freistoß direkt aufs Tor zog und Kahlert ganz kalt erwischte. Der vertretende Keeper kam nicht mehr ran und machte keine gute Figur. Das 3:1 war nicht nur die Vorentscheidung, sondern zugleich auch der Endstand in einem Spiel, das eher wenige Höhepunkte bot. Cismar revanchiert sich damit für die Hinspielniederlage und bleibt weiterhin unbesiegt. Der zweite Platz ist nicht mehr weit entfernt und vielleicht können die Mannen von Sascha Pretzel nochmal richtig überraschen.

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Sascha Pretzel (SC Cismar): „Aufgrund einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit ein verdienter Sieg meiner Mannschaft. Wir gehen in der ersten Hälfte durch einen berechtigten Elfmeter in Rückstand, aber das war die einzige nennenswerte Chance der Gäste. Wir hatten mehr Spielanteile und Torabschlüsse. Wichtig war in der ersten Hälfte noch, den Ausgleich zu erzielen, wo unser offensives Pressing Wirkung zeigte und Timo Groth das 1:1 macht. In der zweiten Halbzeit trifft dann nach schöner Kombination Tom Andres zum 2:1 und später Florian Nothnagel schlitzohrig per Freistoß aus 40 m. Am Ende lassen wir noch einige gute Kontermöglichkeiten aus.“

TSV Lensahn – SV Großenbrode 6:0 (3:0)

Im Jahnstadion trafen sich am Sonntag zwei Mannschaften, die gut aus der Winterpause gekommen sind. Während der SV Großenbrode vor dem Spiel zwölf Punkte aus sechs Spielen holte, sammelte der TSV Lensahn sogar die volle Ausbeute. Alle Spiele wurden gewonnen. Es war also ein interessantes Spiel zu erwarten, in dem der TSV zunächst auf Thorben Ratje verzichten musste, der erst verspätet auf der Sportanlage ankam. Mit Haruna Jammeh und Finn-Ole Ratje war man dennoch gut im Sturm besetzt und auch Max Rosenthal sollte sich als würdiger Vertreter erweisen. In der Anfangsphase waren die Gäste überhaupt nicht anwesend. Man war immer einen Schritt zu spät und viele Bälle wurden einfach verloren. So auch in der zweiten Minute, als es nach einem Fehler im Mittelfeld schnell nach vorne ging. Über Jammeh suchten die Lensahner den Weg direkt nach vorne, den Abschluss aus spitzem Winkel von Ratje blockte der Torhüter des SVG allerdings problemlos ab. Eine Minute später war es wieder ein Fehler des Aufsteigers, diesmal ging es direkt schnell über Ratje, der knapp am langen Eck vorbeischob. Die Führung des TSV lag bereits früh in der Luft und der Treffer fiel tatsächlich im Anschluss. Über die rechte Seite in Person von Youngster Mostafa Zourgani, anschließend kam der Ball in die Mitte, wo Max Rosenthal (8.) völlig blank einschob. Es war das hochverdiente Führungstor und Lensahn machte munter weiter. Maurice Molles unterlief ein Fehler, anschließend ging es wie so oft schnell in die Spitze und Ratje scheiterte an Torwart Ziegler. Der Nachschuss per Fallrückzieher wurde vor der Linie geklärt. Die Gäste waren überhaupt nicht anwesend, machten viele, teils schwerwiegende Fehler und bekamen durch Ratje (14.) den zweiten Gegentreffer. Die Partie schien bereits früh entschieden, doch aufhören wollte der Gastgeber noch nicht. Nach Foul von Noel Maas gab es aus 17 Metern Freistoß für den TSV, den Haruna Jammeh (17.) verwandelte. Es war ein starker Auftritt der Heimelf gegen einen bis dato völlig abwesenden Aufsteiger.

Lensahn und Großenbrode lieferten sich viele Zweikämpfe. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Im Anschluss verflachte die Partie allerdings. Zunächst musste Jammeh raus, der bereits in der fünften Minute liegen blieb und im Anschluss wurde das Spiel hitziger. Es gab mehr Zweikämpfe und Fouls, wobei der Schiedsrichter ordentlich gefordert war. Dabei machte dieser allerdings keine gute Figur. In zahlreichen Entscheidungen lag der Spielleiter falsch und zehn Minuten vor der Pause geriet er in den Fokus. Der Ball prallte an die Hand von Luca Bruhse, sodass es Elfmeter für Großenbrode gab. Doch plötzlich revidierte er seine Entscheidung nach Rücksprache mit dem Assistenten und entschied auf Abseits. Große Aufregung beim SVG um Trainer Thomm. So ging es mit 3:0 in die Pause, was leistungsgerecht war. Nach dem schwungvollen Start mit drei Toren in 17 Minuten stellte die Safadi-Elf mehrere Gänge zurück. Zur zweiten Hälfte wechselten beide Trainer. Großenbrode stand höher und wollte nun endlich ins Spiel finden, doch dabei wurde wenig kreiert. Stürmer Yannic Slowy ging aus Schutz vor einer Gelb-Roten Karte vorzeitig runter und Philip Urich wurde zum Hoffnungsträger im Sturm. Der Neuner hatte die beste Großenbroder Chance in den zweiten 45 Minuten. In diesen kam es immer wieder zu härteren Zweikämpfen und kleinen Fouls, die vom Unparteiischen ohne klare Linie gewertet wurden.

Jubel beim TSV Lensahn. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Die Partie schien nach 75 Minuten entschieden und mit dem vierten Tor durch den eingewechselten Thorben Ratje (78.) war die Messe endgültig gelesen. Der Stürmer setzte sein Tempo ein und traf anschließend allein vorm Tor. Bejubelt wurde sein 13. Saisontreffer mit einem sehenswerten Salto. Die Gegenwehr im eigenen Drittel schwand zunehmend bei den Gästen, was das Ratje-Brüderduo nutzte. Finn-Ole Ratje war wie so oft schneller als der Gegenspieler und konnte nur durch einen leichten Kontakt gestoppt werden. Diesen nahm er dankend an, sodass es Elfmeter für den TSV gab. Ole Knorr (83.) trat an und verwandelte zentral zum 5:0. Nun wurde es ein richtig bitterer Nachmittag für den Aufsteiger. Dies sollte auch für einen Lensahner der Fall sein. Alae Naji, zur Pause eingewechselt worden, sah für ein Stürmerfoul am gegnerischen Torhüter die Gelb-Rote Karte. Diese hätte er bereits zuvor in mehreren Situationen sehen müssen, wobei der Schiedsrichter allerdings entweder das Foulspiel übersah oder aber nicht erneut verwarnte. In der Nachspielzeit setzte Finn-Ole Ratje (90.) mit dem 6:0 den Schlusspunkt, wobei der siebte Treffer noch zweimal liegen gelassen wurde. Es war ein Ergebnis, das aufhorchen lässt. Die Safadi-Elf war über die volle Distanz spielbestimmend und ließ den Gegner nicht ins Spiel kommen. So war der Heimsieg leistungsgerecht und aufgrund der Chancen auch in Ordnung, was darauf zurückzuführen ist, dass die Gastmannschaft zum Ende nicht mehr so energisch dagegenhielt.

Vadim König (TSV Lensahn): „Mit einem überzeugenden 6:0-Heimsieg gegen Großbrode setzte unsere Mannschaft ein deutliches Zeichen. Von Beginn an machten wir Druck und zeigten klar, dass wir das Spiel frühzeitig für uns entscheiden wollten. Uns war bewusst: Je länger Großbrode die „Null“ halten würde, desto schwieriger könnte die Partie werden. Entsprechend zielstrebig gingen wir in die Begegnung. Bereits nach 20 Minuten führten wir verdient mit 3:0. Im Anschluss mussten wir jedoch verletzungsbedingt im Sturm wechseln, wodurch wir kurzfristig etwas die Ordnung verloren und unsere Angriffe nicht mehr konsequent zu Ende spielten. Im weiteren Verlauf fanden wir wieder zu unserem Spiel zurück, übernahmen erneut die Kontrolle und bauten unsere Führung weiter aus. Am Ende stand ein auch in der Höhe verdienter 6:0-Erfolg.“

Peter Thomm (SV Großenbrode): „Das Spiel verlieren wir natürlich in den ersten 20 Minuten. Es waren desolate 20 Minuten meiner Mannschaft, völlig vogelwild, null Zugriff, gar nicht im Spiel, also es waren einfach schlechte 20 Minuten. Lensahn hatte im Hinspiel die schwächste Saisonleistung und wir hatten sie am Sonntag. Das Ganze wird noch getoppt von einer desolaten Schiedsrichterleistung, die war absolut unterirdisch. Das war Wahnsinn. Es muss für Lensahn eigentlich im Laufe der ersten Halbzeit eine Gelb-Rote Karte geben, es wird ein Torabschluss zurückgenommen, der eine klare Chance ist, angeblich wegen Abseits, das kann es im Leben nicht sein. Es war einfach vogelwild, sehr, sehr fragwürdig. In der zweiten Halbzeit muss der Spieler von Lensahn eigentlich mit Rot vom Platz, weil er meinen Spieler am Hals anfasst und der Schiedsrichter steht drei Meter daneben. Hinten raus bekam dieser dann doch noch die Gelb-Rote Karte, also wenn das schon nicht rot ist, dann muss er spätestens nach zehn Minuten schon Gelb-Rot sehen. Es ist jetzt einfach gesagt, wer weiß, wie das Spiel dann ausgeht, wenn du nochmal 35 Minuten in Überzahl spielst und deine Chancen, die man dann hat, ausspielst, dann sieht es vielleicht anders aus, aber das ist Spekulation. Alles in allem war das von uns keine gute Leistung, wir verlieren das Spiel verdient, aber das wird von einer, wie ich finde, absolut grottenschlechten Schiedsrichterleistung getoppt.“

SG Dobersdorf/P’hagen – SG Bösdorf/Malente 0:1 (0:1)

Die SG Bösdorf/Malente hatte noch etwas geradezubiegen, denn im Hinspiel zu Hause gegen die SG Dobersdorf/P’hagen gab es eine deutliche Niederlage, bei der man selbst keine gute Figur machte. Das Bittere war dabei, dass es die bisher einzige Pleite zu Hause war, ansonsten gab es acht Siege und ein Remis. Dort fühlt man sich also sehr wohl, doch in der Fremde gibt es Luft nach oben. In elf Auswärtsspielen wurden vor diesem Wochenende nur vier gewonnen. Doch zuletzt zeigte sich die Mannschaft von Benjamin Berger stark verbessert in der Fremde. Es gab nämlich zwei Siege hintereinander und jeweils stand hinten die Null, genau nach dem Geschmack des Trainers. Dieser steht nämlich eigentlich vor allem für defensive Stabilität, wie in der Vorsaison noch bei der SpVgg Putlos. Das Rückspiel in Dobersdorf fieberte man mit großer Vorfreude entgegen, denn man war hochmotiviert und wollte unbedingt den dritten Sieg am Stück eintüten. Dabei stand ein Tabellenzweiter gegenüber, der in den ersten vier Spielen nach dem Winter nur eines gewann. Der Vorsprung auf Eutin war fast komplett geschmolzen, dabei stehen die harten Wochen der Wahrheit, in denen man elf Spiele in 34 Tagen hat, noch an. Klar war also auch, dass Trainer Thomas Matthies personell auch etwas rotieren muss, um die Belastung zu steuern. Mit Timo Federwisch, Tjark-Morten Bossmann oder auch Kjell Gonda saßen drei Schlüsselspieler am jüngsten Sonntag zunächst nur auf der Bank. Dennoch erwischte man einen sehr guten Start in die Partie.

Lucas Paulauskas war der Matchwinner für Bösdorf/Malente. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Der Beginn war intensiv und bereits früh gab es einen ersten Aufreger. Paulauskas wurde geschickt, doch vom Verteidiger als letzter Mann festgehalten. Hier hätten die Gäste gerne nach einer Minute bereits die Rote Karte gegen den Verteidiger der Platzherren gesehen. Dies wurde allerdings nicht als Foulspiel bewertet vom Schiedsrichter, sodass es beim Elf gegen Elf blieb. Im Anschluss kamen die Dobersdorfer zu einer Riesenchance, als Mika Wiese Jesko Saggau, der mit dem Fuß rettete, forderte. Es folgten zwei weitere gute Möglichkeiten, doch der Treffer fiel nicht. Nach einer halben Stunde blickte man auf eine Partie, die relativ ausgeglichen war, wobei beide Teams Chancen hatten. Bösdorf erzielte sogar einen Treffer, doch es lag eine Abseitsposition vor. Die Berger-Elf stand kompakt und setzte gefährliche Nadelstiche, wie auch kurz vor der Pause. Lucas Paulauskas (42.) mit einer starken Einzelaktion und dem Treffer zur Gästeführung. Zuvor hätte bereits das 1:0 für Bösdorf/Malente fallen können, wenn nicht sogar müssen, doch man scheiterte aus sehr guter Position. Dobersdorf war trotz guter Chancen in der Anfangsphase insgesamt nicht zwingend genug, sodass das Pausenresultat von 0:1 nicht unverdient war. Zur zweiten Hälfte gab es folgerichtig die Reaktion und mit Bossmann kam nun ein junger, schwungvoller Offensivspieler in die Partie, der die Offensive des Spitzenteams belebte, doch die richtig klaren Torchancen blieben dennoch aus. Eher waren es Halbchancen, die kreiert wurden, denn gegen das Abwehrbollwerk der Gäste gab es kaum ein Durchkommen. Wenn dies aber mal der Fall war, dann startete man zu früh, wie beim Abseitstor nach knapp einer Stunde. Ansonsten verteidigten die Gäste alles weg und sicherten sich den Auswärtsdreier. Somit ist Bösdorf/Malente nicht nur seit drei Partien unbesiegt, sondern auch ohne Gegentor. Man klopft somit im Kampf um Platz zwei nochmal an, während Dobersdorf den ersten Platz durch die Nachholspiele vorerst nicht mehr eigenständig erreichen kann und plötzlich auch, was den Relegationsplatz angeht, einige Verfolger im Nacken hat

Benjamin Berger (SG Bösdorf/Malente): „Auf einem, wie zu erwarten, guten Platz konnten wir uns mit eins zu null das Spiel sichern und konzentrieren uns nun auf das Derby gegen den ASV Dersau. Wir kommen recht gut in die Partie. Dobersdorf darf sich nicht beklagen, wenn sie bereits nach einer Spielminute nur noch zu Zehnt auf dem Platz sind. Nach einem Angriff von uns wurde Paulauskas festgehalten. Der Schiedsrichter jedoch entschied auf Weiterspielen – für mich eine absolute Fehlentscheidung. Das gesamte Gespann war über 90 Minuten in Ordnung, aber nicht zufriedenstellend. Wir kommen durch eine Einzelaktion von Paulauskas zum verdienten eins zu null, wo er fünf Minuten vorher noch in der Eins-gegen-eins-Situation kläglich am Tor vorbeigeschossen hat. Ansonsten war es von Dobersdorfer Seite eine chancenarme Partie, zumal wir das ganz gut im Griff hatten und erneut zu null hinten gespielt haben. Kurz vor dem Seitenwechsel die nächste klare Fehlentscheidung durch das Schiedsrichtergespann. Der Dobersdorfer Spieler hält mit offener Sohle aufs Schienbein von Nils Matzanke, der zum Glück weiterspielen konnte. Aber aus unserer Sicht hat Dobersdorf auch hier wieder Glück, dass sie nicht erneut in Unterzahl spielen. In der zweiten Halbzeit haben wir ein bisschen den Faden verloren, sodass diese zu mehreren guten Chancen kamen, aber nichts Nennenswertes dabei war. Wir haben das super wegverteidigt, mit vollem Engagement haben wir das Spiel bestritten und haben nicht unverdient nach 90 Minuten die drei Punkte im Sack.“

Der 25. Spieltag im Überblick

FT Preetz – Eutin 08 II 3:6
VfR Laboe – SpVgg Putlos 6:0
Conc. Schönkirchen – TSV Lütjenburg 2:1
SG Insel Fehmarn – Raisdorfer TSV 3:1
Dersau/Kalübbe – Heikendorfer SV II 2:1
SC Cismar – TSV Klausdorf II 3:1
TSV Lensahn – SV Großenbrode 6:0
Dobersdorf/P’hagen – Bösdorf/Malente 0:1

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