Timo Letschert (HSV) überwindet Torhüter Alexander Meyer (Jahn Regensburg)
Foto: Lobeca/Gettschat

Hamburg – Der Hamburger SV hat sich im Aufstiegskampf zur 1. Liga zurückgemeldet. Mt einem 2:1 (1:1)-Sieg gegen Jahn Regensburg beendeten die Rothosen ihren Negativ-Trend und haben vorerst den VfB Stuttgart von Platz zwei vertrieben. Beide Clubs sind nun punktgleich. Der Rückstand auf Spitzenreiter Arminia Bielefeld beträgt bis mindestens Montag sechs Zähler. Dann muss der Tabellenführer zu den Schwaben im Top-Spiel antreten.

Neues System: „Wir haben uns schwergetan“

In Hamburg begann der Gastgeber gegen Regensburg ängstlich. HSV-Trainer Dieter Hecking stellte um und ließ mit einem neuen System (4-4-2) spielen. „Wir haben es uns in der ersten Halbzeit schwer gemacht und sind oft abgedreht. Die Führung brachte nicht die Sicherheit und man hat gespürt, dass mehr Druck auf dem Kessel ist. In der Pause haben wir mit den Jungs gesprochen, sie versucht lockerer zu machen und ihnen Mut zu geben. Das 2:1 war begünstigt für uns. Tim Leibold war wieder als Vorlagengeber da und Aaron Hunt macht das Ding. Regensburg war dann unangenehm. Timo Letschert hat ein hervorragendes Spiel gemacht. Ich habe es vor dem Spiel gesagt, dass wir einfach Mal ein dreckiges Spiel gewinnen – egal wie – und wenn wir das noch neunmal machen, wären wir alle zufrieden. Die drei Punkte nehmen wir mit, aber wir müssen uns trotzdem steigern“, sagte Hecking.

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Regensburgs George im Zweikampf mit Fein vom HSV, der sich seiner Maske nach der Pause entledigte
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4-4-2 und Maske über Bord geworfen

In der Pause stellte er nicht nur die Mannschaft noch einmal mental neu ein, sondern auch um. Aus dem 4-4-2 wurde auf das bekannte 4-3-3 ausgerichtet. Hecking: „Wir haben gesehen, dass es Räume gab und Adrian Fein sollte mehr Freiheiten bekommen. Er musste zu sehr hinten aushelfen.“ Fein sagte nach der Partie: „Das 4-4-2 macht uns variabler und wir haben die Spieler dafür. Mit dem 4-3-3 fühlen wir uns wohl und es passte.“ Der Mittelfeldspieler schmiss zu Beginn der zweiten Hälfte seine Gesichtsmaske weg, die er wegen seines Jochbeinbruches zur Sicherheit trug. „Es war mein eigenes Risiko und sie störte doch etwas.“ Zum Sieg meinte der 20-Jährige: „Fußballerisch war das nicht in Ordnung, aber die drei Punkte waren wichtig.“ „Ich bin froh, dass nichts passiert ist. Es war seine eigene Entscheidung“, so sein Trainer.

Schrecksekunde für den HSV: Jordan Beyer verletzt sich schwer und mußte mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus
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Sorge um Beyer

Jordan Beyer knallte kurz vor Spielende mit Sebastian Nachreiner unglücklich zusammen. Der Aufprall traf ihn am Kopf und er war zweimal bewusstlos. „Er hat auf dem Platz gleich eine Infusion bekommen und ist sofort auf dem Weg ins Krankenhaus gewesen“, berichtete Hecking zu der Auswechslung von Beyer. Am Abend kam die Entwarnung: Beyer ist wohlauf und hat „nur“ eine Gehirnerschütterung davongetragen. Zur Beobachtung soll er allerdings eine Nacht im Krankenhaus bleiben.

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Beyer, Harnik und Schaub gratulieren Kapitän Hunt zum 2:1-Siegtreffer gegen Jahn Regensburg
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Lob für Kapitän

Der Chefcoach lobte Kapitän Hunt, der besonders nach seinem Tor in der 50. Minute aufblühte: „Aaron hat auch Kritiker, aber man muss ihm zugestehen, dass er zwei, drei Spiele braucht, um so eine Leistung abzurufen, wie in der zweiten Halbzeit. Da war er der präsente und hat viele Bälle gezogen. Das Tor hat ihm Auftrieb gegeben. Das wünsche ich mir häufiger von ihm.“

Samperio fehlte im Kader überraschend – warum?

Einer fehlte im Kader, der eigentlich gute Ansätze in der Trainingswoche zeigte. Jairo Samperio. „Er wäre ein Gedankenspiel wert gewesen, aber da war etwas, was mir nicht gefallen hat und darüber werde ich mit ihm noch einmal in Ruhe sprechen“, so Hamburgs Cheftrainer. Nachgehakt: Disziplinarisch? Hecking dazu: „Kein Kommentar.“ Das lässt Platz für Spekulationen. Der Spanier spielte zuletzt im vergangenen Dezember für drei Minuten beim 1:1-Unentschieden in Darmstadt. Danach warf ihn ein Muskelfaserriss in der Wintervorbereitung zurück.