Aufstiegsspiel mit falschen Akteuren: Sieg für VfB-Reserve futsch

Regelwerk missachtet: Lübecker hoffen nun auf Todesfelde

Trainer Oliver Stutzky (VfB Lübeck II). Foto: Lobeca/Niklas Runne

Lübeck – Was für eine dramatische Wendung am Sonnabend an der Lohmühle! Die U21 des VfB Lübeck drehte im Hinspiel der Aufstiegsrunde zur Oberliga Schleswig-Holstein einen 0:2-Rückstand gegen den Eckernförder SV in einen jubelnden 3:2-Erfolg (HL-SPORTS berichtete). Doch die Freude beim Vizemeister der Landesliga Holstein war nicht von langer Dauer. Schon am Abend sickerte durch: Die Gastgeber haben das Verbandsregelwerk missachtet und A-Jugendliche eingesetzt, die an diesem Tag nicht spielberechtigt waren. Ganz bitter für Trainer Oliver Stutzky und seine Mannschaft – statt eines Sieges droht nun eine 0:5-Wertung am grünen Tisch.

Fragen an den Sportdirektor

Wie so ein fataler Lapsus auf diesem Niveau passieren konnte, wollte HL-SPORTS am späten Sonnabend von Jonas Toboll (Sportdirektor Nachwuchs) wissen. Toboll war für eine Stellungnahme jedoch zunächst nicht erreichbar (Anm. d. Red.: Ein Statement wird nachgereicht, sobald es vorliegt).

Grundsätzlich hätten die Junioren-Kicker problemlos bei den Herren aushelfen dürfen – wenn nicht die zeitgleiche U19-Oberliga-Partie der Lübecker bei der SG Schleswig am selben Vormittag abgesagt worden wäre. Nach Informationen von HL-SPORTS bekam der Tabellendritte der A-Junioren-Oberliga wegen kurzfristiger Krankmeldungen keine spielfähige Mannschaft zusammen. Laut der SHFV-Jugendordnung erlischt bei einer von einem Verein verursachten Absage allerdings sofort die Spielberechtigung der betroffenen Jugendspieler für den gesamten Tag im Herrenbereich. Eine folgenschwere Kettenreaktion, die auch im Nachwuchsleistungszentrum Fragen aufwerfen dürfte.

Rückspiel könnte zur Farce werden – Blick nach Todesfelde

Fakt ist: Der Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV) muss hier auch ohne offiziellen Protest der Eckernförder von Amts wegen tätig werden. Das Ergebnis wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in eine 0:5-Niederlage aus VfB-Sicht umgewandelt. Ob das für den kommenden Sonnabend angesetzte Rückspiel unter diesen Vorzeichen überhaupt noch angepfiffen wird, ist derzeit unklar.

Der einzige Strohhalm für Lübeck hängt nun im Kreis Segeberg: Die Grün-Weißen müssen auf den SV Todesfelde und dessen Aufstieg in die Regionalliga Nord hoffen. Die Segeberger könnten in der dortigen Aufstiegsrunde bereits am kommenden Mittwoch mit einem Sieg beim Eimsbütteler TV den Sack zumachen. Gelingt “Tofe“ der Sprung nach oben, würde der VfB Lübeck II trotz des drohenden Urteils am grünen Tisch als Profiteur nachrücken und den Aufstieg in die Oberliga am Ende doch noch feiern dürfen.

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