Auftakt im Süden: Rückkehr nach 4633 Tagen, Lauenburg-Derbys und Topspiel am Pöbelberg

Neue Trainer im Duell in Stockelsdorf

Das Topspiel am ersten Spieltag steigt am Eichholzer Pöbelberg. In der vergangenen Saison trafen sich die beiden Mannschaften dreimal, wobei es gerade in der Liga zwei enge Duelle gab. Foto: Lobeca/Niklas Runne
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Lübeck – Am Freitagabend ist es soweit. Der Startschuss für die Kreisliga Süd erfolgt, sodass es nach zahlreichen Testspielen und für viele Mannschaften intensiven Vorbereitungen wieder ernst wird. Die Liga startet und dies mit einem spektakulären Auftakt. Der Spielplan schenkt den Kreisliga-Fans direkt einige Duelle, die eine Menge versprechen. Ob direkte Favoritenduelle, Derbys oder aber ein Aufeinandertreffen zweier neuer Cheftrainer. All dies bringt die wohl stärkste Kreisliga des Landes bereits am ersten Spieltag mit.

ATSV Stockelsdorf – VfL Rethwisch (Fr., 19 Uhr)

Wenn am Freitagabend um 19 Uhr der ATSV Stockelsdorf den VfL Rethwisch an der Georg-Ohm-Straße empfängt, dann geht der Blick erst einmal an die Seitenlinie. Beide Mannschaften haben Veränderungen auf der Trainerposition zur Vorsaison vorgenommen, sodass es für beide Cheftrainer das Debüt in der Kreisliga ist. Bei den Gästen ist es Till Kniffka, der als junger ambitionierter Trainer an den Buchrader Weg kam und als Spieler unter anderem für den SV Eichede, SSV Pölitz, SV Hammoor und SSV Hagen Ahrensburg die Schuhe schnürte. Auf der Gegenseite steht mit Yannik Biemann ein Coach, der vergangene Saison noch das Sagen in der Zweiten des ATSV hatte. Die Vorbereitung war für beide sehr verschieden, denn während der VfL vor dem Ligastart gleich siebenmal spielte, konnte der ATSV am Dienstagabend im Pokal gegen Lübeck 1876 erst sein zweites Duell bestreiten. Vor allem aufgrund des Umbruchs, der in diesem Sommer vollzogen wurde, hätte man sicherlich etwas mehr praktische Tests gebrauchen können. Viele Spieler haben den Verein verlassen, darunter zahlreiche Leistungsträger. Für Biemann war es also alles andere als eine leichte Aufgabe in diesem Sommer.

Rethwisch kommt mit einer eingespielten Truppe, denn es gab personell kaum Veränderungen. Dies ist durchaus ein Vorteil, indem sich die Mannschaft nicht mehr finden muss und die Abläufe bereits bekannt sind, doch gleichzeitig auch ein Nachteil mit Blick auf die Kaderbreite. Es standen nicht allzu viele Spieler in den Testspielen zur Verfügung, sodass sogar Kniffka selbst die Schuhe schnürte. Mit den Stormarnern möchte dieser mutig auftreten, sodass ein abwartender, tief stehender Gegner wohl nicht unbedingt dem ATSV gegenüberstehen wird. Bereits in den Testspielen zeigte sich Rethwisch offensivstark, woran man nun in der Liga anknüpfen möchte. Der neue Trainer sagt vor dem Auswärtsspiel: „Endlich geht die Saison los. Die Jungs freuen sich auf die Saison und wir werden jedes Spiel unser bestes geben und gucken wo wir am Ende landen werden. Wir werde gegen Stockelsdorf Selbstbewusst auftreten und es dem Gegner maximal schwermachen. Viel Erfolg und möge der bessere gewinnen.“

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Der VfL Rethwisch möchte an der Vorberei anknüpfen. Foto: Lobeca/Niklas Runne

In der vergangenen Saison waren es zwei sehr enge und umkämpfte Duelle zwischen den beiden Mannschaften. Im Hinspiel stand es bis in die 88. Minute 0:0, doch dann ging Stockelsdorf doch noch in Führung. Für den Auswärtssieg reichte es allerdings nicht, denn in der Nachspielzeit glich der VfL noch aus. Im April gab es das Wiedersehen, bei dem Rethwisch trotz Pausenführung verlor. 2:3 hieß es aus Sicht der Mannen vom Buchrader Weg. Bewerten kann man dieses Duell aus der vergangenen Saison allerdings nicht wirklich, denn das Personal, vor allem auf ATSV-Seite, wird ein ganz anderes sein als noch in den beiden vergangenen Duellen. Vor seinem Ligadebüt sagte Biemann: „Wir wollen am Freitag positiv in die Saison starten. Durch den Sieg am Dienstag gehen wir mit einem guten Gefühl ins Abschlusstraining und in das erste Ligaspiel. Wir erwarten einen guten Gegner, der auch durch ein neues Trainerteam frischen Wind bekommen hat. Ich denke, es wird ein spannendes Freitagabendspiel. Personell sind wir gut aufgestellt und freuen uns sehr, dass es am Freitag endlich losgeht. Ich wünsche allen Mannschaften eine verletzungsfreie Saison.“

SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg – SV Grün-Weiß Siebenbäumen (Fr., 19 Uhr)

Zwei Neulinge in der Lübecker Kreisliga treffen sich am Freitagabend zu einem ganz besonderen Spiel. Es ist ein Derby zweier Lauenburger Mannschaften, denn die SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg empfängt den SV Grün-Weiß Siebenbäumen. „Wir freuen uns, die Saison am Freitagabend gleich mit einem Derby eröffnen zu können. Ich denke, der Sportplatz wird voll sein und wer noch nichts vor hat, ist in Wentorf gerne gesehen.“ Wentorf spielte vergangenes Jahr noch in der Stormarner Staffel und belegte dort den fünften Platz. Nun ist es für sie die Rückkehr nach einem Jahr zurück in die Lübecker Staffel. Im Vergleich zu 2024/25 hat man sich durchaus verbessert, was auch an Neuzugängen in diesem Sommer wie Lucas Molter lag. Doch auch Florian Allner, der schon vor zwei Jahren dabei war und der beste Torschütze der SGWSS war. Der Stürmer kehrte nun aus Güster zurück. Zuletzt fehlte Allner allerdings bei der Generalprobe gegen Schönberg 95 II. Dies war bei einigen Spielern der Fall. Trainer Hadler gab allerdings einen Einblick über die personelle Situation und richtete zugleich einen Appell in Richtung Verband: „Der letzte Test am Sonntag verlief erfolgreich, wenn wir auch einen sehr dünnen Kader hatten und auf Unterstützung von zweiter Herren und A-Jugend angewiesen waren. Die Jungs haben es aber durch die Bank gut gemacht.
Am Freitag wird es etwas besser aussehen, auch wenn wir aufgrund des frühen Saisonstarts mitten in den Ferien noch nicht alle Spieler zur Verfügung haben werden. Dies wird sicherlich bei etlichen Teams so sein und vielleicht denkt der Verband ja mal drüber nach, die Saison etwas später starten zu lassen. Trotzdem freuen wir uns, dass es wieder losgeht.“

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Die SGWSS um Neuzugang Lucas Molter bestreitet ein Derby zum Start. Foto: Lobeca/Niklas Runnr

Gegner Grün-Weiß Siebenbäumen behielt viele Spieler aus der Verbandsligasaison, vor allem junge, hungrige, die sich unter der Leitung von Marco Urban beweisen wollen. Nach schwierigen Jahren, in denen es wenig Erfolg auf der Hufe gab, möchte man nun wieder in die richtige Richtung rudern. Dazu wurde sich hochkarätig verstärkt, wobei insbesondere einer zu nennen ist. Franz Schlatow kam vom SV Preußen Reinfeld und soll dem Verbandsligaabsteiger mit seiner Erfahrung, doch vor allem fußballerischen Qualität weiterhelfen. Dies zeigte er bereits in der Vorbereitung, wo er fünfmal traf. Insgesamt steckt eine hohe Offensivqualität im Team der Grün-Weißen, sodass die Defensive der SGWSS am Freitagabend ordentlich gefordert sein wird. Hadler sagt über das erste Ligaspiel: „Wir freuen uns, die Saison am Freitagabend gleich mit einem Derby eröffnen zu können. Ich denke, der Sportplatz wird voll sein und wer noch nichts vor hat, ist gern in Wentorf gesehen. Mit Siebenbäumen erwarten wir gleich einen der beiden Topfavoriten, welche sehr hohe Qualität im Kader haben und auch finanziell in einer anderen Liga unterwegs sind. Wir gehen als Außenseiter in das Spiel, wollen es aber auf unserem Platz mit unseren Zuschauern Siebenbäumen so schwer wie möglich machen.“

Eichholzer SV II – TSV Kücknitz (Sa., 14 Uhr)

Die Liga ist sich ganz klar einig gewesen, dass der Top-Favorit in diesem Jahr der Eichholzer SV II ist. Bereits im vergangenen Jahr klopfte die Mannschaft vom Pöbelberg oben an und nun kamen noch einige namhafte Verstärkungen hinzu. Es spricht vieles für die Zweitvertretung, doch am Ende der Saison kann man sich davon auch nichts kaufen. Man muss dieser Rolle nun auch auf dem Platz gerecht werden und der Start ist direkt einmal ein echter Härtetest für den Aufsteiger von 2025. Zu Gast ist der TSV Kücknitz, der sich in der abgelaufenen Saison bereits zweimal als ein sehr unbequemer Gegner für den ESV II erwies. Es waren knappe Duelle, in denen es allerdings ordentlich zur Sache ging. Im Hinspiel führte Kücknitz noch bis zur 45. Minute mit 2:0, doch musste sich am Ende in einem packenden Freitagabendspiel doch noch mit 2:5 geschlagen geben. Im Rückspiel lief Eichholz erneut einem Rückstand hinterher, doch auch diesen drehte man noch, sodass es einen 2:1-Auswärtssieg gab. Nun steht das Wiedersehen an und Stephan Lindhoff erwartet einen starken Gegner vom Roten Hahn: „Endlich geht es wieder los und das gleich mit einem echten Härtetest. Wir empfangen mit dem TSV Kücknitz eine Topmannschaft der Liga. Kevin und Mirco machen dort seit Längerem tolle Arbeit. Wir erwarten einen Gegner, der top eingestellt sein wird. Kücknitz kommt über den Teamgeist und ein gutes Zweikampfverhalten.“

Damit die Saison aus Sicht der Mannen von der Guerickestraße positiv beginnt, soll der erste Dreier eingefahren werden und die Serie von 15 ungeschlagenen Spielen weiterhin halten. Letztmals im November verlor Eichholz ein Kreisligaspiel. Trainer Lindhoff verriet, was er für ein Spiel am Sonnabend erwartet: „Wir wollen gut in die Saison starten und werden kämpferisch dagegenhalten, um dann unser Spiel auf den Platz zu bringen. Ich denke, das Spiel wird sehr ausgeglichen sein und für Freunde des attraktiven Offensivfußballs einiges auf beiden Seiten zu bieten haben. Personell können wir fast aus dem Vollen schöpfen. Die Mannschaft freut sich, dass es endlich losgeht.“

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Es geht heiß zur Sache, wenn Eichholz II und Kücknitz sich duellieren. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Der TSV Kücknitz gehört ebenfalls zum Favoritenkreis auf die oberen Plätze. Man hat den Kader bis auf eine Ausnahme zusammengehalten und sich zudem verstärkt. Sowohl mit jungen Talenten, doch auch erfahreneren Spielern. Der absolute Top-Transfer war dabei Maurice Maletzki, der nach einem Jahr Pause wieder die Schuhe schnürt und Erfahrung aus der Ober- und sogar Regionalliga mitbringt. Es ist eine echte Soforthilfe, die die ohnehin torgefährliche Offensive des TSV noch einmal auf ein ganz anderes Level bringt. Daher muss man auch die Mannschaft vom Roten Hahn auf dem Zettel haben. In den vergangenen Wochen setzte man auf eine zweigeteilte Vorbereitung, sodass man früh startete, eine Pause einlegte und nun seit zwei Wochen wieder aktiv ist. Damit wollte man die Urlaubszeit, in der viele Spieler fehlten, umgehen. Insgesamt gab es in der Vorbereitung zufriedenstellende Auftritte, wobei vor allem der 3:2-Testspielsieg bei Landesligist SVT Bad Oldesloe aufhorchen ließ. Zuletzt wurde allerdings die Generalprobe vor dem Ligastart verpatzt. Man hatte mit 0:5 das Nachsehen gegen den TSV Eintracht Groß Grönau. Dies geschah im Rahmen eines Trainingstages, an dem bereits vorher trainiert wurde.

Nun steht mit dem Auswärtsspiel in Eichholz ein spannender Start an. Vor diesem sagt Oliver Krause: „Am Samstag geht es endlich wieder los und gleich mit ’nem ordentlichen Kracher. Wir sind zu Gast bei Top-Favorit Eichholzer SV II am Pöbelberg. Unsere Vorbereitung war sehr gut und wir fahren nach Eichholz, um zu punkten, was eine geschlossene und konzentrierte Mannschaftsleistung voraussetzt. Wir sind aber gut gerüstet, um am Pöbelberg zu bestehen. Es wird, wie die letzten Begegnungen, ein intensives Spiel werden. Wir freuen uns auf den Auftakt in Eichholz und freuen uns wieder auf unsere Fangemeinde. Auf geht’s, Kücknitzer Jungs.“ Beim Start werden zwei Spieler gesperrt fehlen. Sean Cekim und Kevin Bohnsack müssen ersetzt werden. Cekim fehlt ohnehin verletzungsbedingt. Die Aufgabe ist zum Start direkt eine ganz knifflige, sodass es eine Top-Leistung der Mannschaft von Mirco Groß braucht.

SV Fortuna St. Jürgen – TSV Schlutup (So., 13 Uhr)

Der SV Fortuna St. Jürgen hat am vergangenen Wochenende auf ein Testspiel verzichtet. Das geplante Spiel gegen die FSG Alsterland fiel aus und so gönnte man dem Team, bevor es ernst wird, eine Pause. Nun gilt es sich allerdings hochzufahren, denn die Liga beginnt. Auf der heimischen Sportanlage möchte man mit einem guten Gefühl starten. Dies ist ihnen ganz wichtig, denn in der Vergangenheit wurde oftmals der Saisonstart verpatzt. Daher möchte man nun von Beginn an auf Betriebstemperatur sein und sich auch belohnen. Dabei hat man einen klaren Vorteil im Vergleich zum vergangenen Jahr und auch einiger Konkurrenten. Die Mannschaft blieb komplett zusammen, wurde nur punktuell verstärkt, sodass die Abläufe bereits bekannt sind. Dies möchte man auch als großen Vorteil zum Start nutzen, doch zu Gast am Kalkbrenner ist eine Mannschaft, mit der man in der Vergangenheit oftmals Schwierigkeiten hatte. Der TSV Schlutup ist eine Art Angstgegner für Fortuna, denn die vergangenen sieben Duelle wurden allesamt verloren. Dabei war es meist sogar relativ deutlich, was 28:6 Tore zeigen. Nun soll das Warten endlich ein Ende haben und der erste Sieg gegen den kommenden Gegner seit Mai 2022 eingefahren werden. Damals gab es einen 6:1-Auswärtssieg, doch den Abstieg verhinderte dieser nicht mehr. Damit das Warten am Sonntag ein Ende hat, braucht es also eine starke Leistung. Nikolay Frech sagt vor dem Ligaauftakt: „Am Sonntag bitten wir Schlutup zum ersten Tanz der neuen Saison. Neuzugänge, Abgänge und Testspielergebnisse spielen ab jetzt keine Rolle mehr. Entscheidend ist einzig und allein, welche Mannschaft mehr Bereitschaft zeigt, sich die drei Punkte zu holen.“

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Fortuna St. Jürgen möchte endlich mal wieder den TSV Schlutup bezwingen. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Für den TSV Schlutup ist das kommende Spiel gleichzeitig auch das Pflichtspieldebüt für Robertino Borja als Cheftrainer. Dieser übernahm in diesem Sommer, doch musste einige Abgänge verkraften. So verließen Spieler wie Alexander Lage, Paul Hellberg oder aber Tom Blociszeski den Verein. Zur Folge hatte dies, dass nicht nur einige Stammspieler und Leistungsträger der vergangenen Jahre nicht mehr zur Verfügung stehen, sondern auch, dass der Kader sehr dünn ist. Mit gerade einmal 20 Mann geht der letztjährige Tabellendritte in die Saison, was ein großes Risiko ist. Die Vorbereitung verlief laut dem neuen Trainer ebenfalls eher durchwachsen, zudem kündigte er bereits an, dass noch viel Arbeit vor ihnen liegt. Schlutup ist also noch nicht in seiner Top-Form angekommen, was auch die Testspiele zeigten. Diese waren wenig überzeugend. Doch nun zählt es, denn das erste Pflichtspiel steht an. Die Zeit des Ausprobierens ist vorbei und Kleinigkeiten entscheiden über Sieg oder Niederlage. Wie schnell bittere, kleine Punktverluste sich in der Tabelle auswirken konnten, bekam die Mannschaft vom Palinger Weg in der abgelaufenen Saison zu spüren. Nun trifft man auf einen Gegner, den man in der Regel meist souverän bezwang, doch die Vorzeichen könnten deutlich besser sein. Die Borja-Elf geht zwar nichtsdestotrotz als Favorit ins Spiel, doch so klar ist diese Rolle auch nicht. Gerade am Kalkbrenner könnte es eine harte Aufgabe werden. Vor dieser sagt der Cheftrainer: „Wir wollen gut aus den Startlöchern kommen. Die Jungs haben in dieser Woche konzentriert und intensiv trainiert und sind heiß auf das erste Punktspiel der Saison. Mit St. Jürgen erwartet uns eine junge, hungrige und hochmotivierte Mannschaft. Ich denke, es wird ein Spiel auf Augenhöhe, denn zum Saisonauftakt weiß noch niemand so genau, wo er leistungstechnisch steht. Personell können wir noch nicht aus dem Vollen schöpfen. Durch Urlaub und einige leicht angeschlagene Spieler müssen wir abwarten, wer bis Sonntag wieder einsatzbereit ist.“

TSV Zarpen – SV Azadi Lübeck II (So., 13.30 Uhr)

Im Norden Stormarns gibt es am Sonntagmittag ein Comeback. Nach 4633 Tagen oder auch nicht ganz 13 Jahren bestreitet der TSV Zarpen ein Spiel in der Kreisliga. Damals war es eine 2:4-Niederlage gegen den VfL Rethwisch, mit der das Kapitel enden sollte. Man zog sich aus der damaligen Kreisliga Stormarn zurück und blieb jahrelang in der A-Klasse. In dieser wurde man nun Meister, sodass das Comeback gelungen ist. Nun soll der 1. August 2026 ein besonderer Tag im Otto-Dechert-Stadion werden, denn wenn um 13.30 Uhr Schiedsrichter Timo Herbert Szelag das Spiel anpfeift, ist das lange Warten vorbei. Der Start ist für den Rückkehrer gleich einmal ein spannender, denn man trifft auf einen Aufsteiger aus dem Vorjahr. Der SV Azadi Lübeck II reist an und gegen diesen möchte man einen erfolgreichen Auftakt in die neue Liga hinlegen. Dabei wird man mit einer breiten Brust auftreten, denn nach einer zufriedenstellenden Vorbereitung sowie einem 5:0-Sieg gegen Verbandsligaabsteiger VfL Oldesloe ist das Selbstbewusstsein groß. Sicherlich genauso wie die Vorfreude. Mit Blick auf die Testspielergebnisse und die Ausrichtung in der vergangenen Saison möchte man sicherlich auch in der Kreisliga mit Offensivfußball überzeugen. Dazu hat man mit Nico Scheel, Philipp Pohl und Nico Henkel gleich drei echte Torjäger. Dabei darf die Defensive allerdings nicht vernachlässigt werden, denn in der höheren Liga bekommt man nun wesentlich mehr Gegenwehr. Vor dem Auftakt sagt Trainer Tobias Clasen: „Wir wollen am Sonntag im Heimspiel alles dafür tun, um ein gutes Resultat für uns zu erzielen. Wir wissen, dass wir gegen eine spielstarke Mannschaft spielen, die gute Qualität in ihren Reihen hat, aber die haben wir auch. Daher erwarten wir ein enges und gutes Spiel bei uns. Leider haben wir ein paar verletzte Spieler, die uns am Sonntag fehlen werden, aber der Kader ist trotzdem gut aufgestellt.“

Die Partie am Sonntagmittag könnte direkt zeigen, worauf sich die Zuschauer in der diesjährigen Kreisliga freuen dürfen. Viel Offensivpower, Torchancen und eine Menge Tore. Davon gab es bereits in der vergangenen Saison eine Menge und es sind Dinge, die die Spiele beider Teams prägen. Denn auch der SV Azadi Lübeck II versteckt sich nicht. Man ist keine Mannschaft, die ihre Priorität in der Vergangenheit komplett auf die Defensive gelegt hat. Ganz im Gegenteil, denn die Arbeit gegen den Ball war ein großes Manko, was die Anzahl an Gegentoren in den vergangenen Spielzeiten bestätigt. Offensiv dagegen gehörte man zu den stärksten Teams der Liga. Man möchte allerdings die Defensive etwas stabilisieren, woran man in der Vorbereitung intensiv gearbeitet hat. Trainer Omar Yassin sagt vor dem Spiel: „Wir wollen natürlich gut in die Saison starten und die ersten drei Punkte einfahren. Uns ist wichtig, direkt mit einer konzentrierten Leistung aufzutreten und an die Vorbereitung anzuknüpfen.“ Zum Gegner setzte er fort: „Wir erwarten einen motivierten Gegner, der zum Saisonauftakt alles reinwerfen wird. Ich denke, es wird ein umkämpftes Spiel, in dem Kleinigkeiten den Unterschied machen können. Da müssen wir von Beginn an präsent sein.“ Die bisherigen Duelle zwischen Zarpen und der Zweitvertretung des SV Azadi verliefen alles andere als eng. In der Kreisklasse A trafen sich beide Teams vor zwei Jahren, als die Lübecker aufstiegen. Dabei gab es im Hinspiel in Stormarn einen 7:3-Sieg für den TSV. In Lübeck ließ der spätere Vizemeister mit einem 4:0-Sieg nichts anbrennen. Es zeigt aber auch noch einmal, dass es nicht einfach ist, auf dem Platz am Pöhlser Weg zu bestehen. Damit dies aus Sicht der Yassin-Elf diesmal allerdings gelingt, hofft man auf einen gut besetzten Kader. Zur Personalsituation sagt der Coach: „Personell sieht es insgesamt ordentlich aus. Es gibt zwar den einen oder anderen Urlauber, Ausfall beziehungsweise angeschlagenen Spieler, aber wir sind gut aufgestellt und haben genügend Qualität im Kader.“

TSV Travemünde – SV Viktoria 08 (So., 14 Uhr)

Für den TSV Travemünde startet die neue Kreisligasaison mit einem Heimspiel. Nachdem man in der vergangenen Saison aufgrund einer kleinen Krise im Frühjahr, als es personell düster aussah, den Anschluss nach ganz oben etwas verlor, möchte man nun eine bessere Platzierung anpeilen. Die Qualität ist unumstritten da und nun kam vielleicht sogar noch etwas mehr dazu. Man hat einen breiteren Kader, ist auf vielen Positionen deutlich besser besetzt und hat zudem vorne mit Thomas Aldermann einen Neuzugang, der bereits höherklassig performt hat und genau weiß, wo das Tor steht. Neben dem neuen Mann aus Schönberg ist derzeit allerdings ein weiterer Spieler, der diesen Sommer dazukam und sich in der Vorbereitung ins Rampenlicht schoss. Christian Furchtmann könnte dem TSV enorm weiterhelfen, denn seine Qualitäten in der Offensive, insbesondere mit seinem Abschluss, sind enorm. Die Generalprobe vor dem Ligastart verlief erfolgreich, denn man begeisterte gegen die höherklassige TSG Gadebusch und feierte zum Abschluss doch noch einen Sieg. Nun steht das Spiel gegen den SV Viktoria 08 an und diesem blickt man mit großer Vorfreude entgegen. Man möchte positiv in die Saison starten und wie in der vergangenen Saison, als man mit 7:3 gewann, die drei Punkte an der Ivendorfer Landstraße lassen. Dazu sagte Trainer Christian Jetz: „Wir hatten eine gute und intensive Vorbereitung, eine Mischung aus Schweiß und Spaß. Rechtzeitig zur Travemünder Woche hat sich die Mannschaft eingespielt und dementsprechend haben sich auch die Testspielergebnisse verbessert. Die Neuen sind gut angekommen und der ein oder andere wird es in die Startelf bzw. den Kader packen. Jetzt wünschen wir uns nur noch 30 Grad und einen Heimsieg zum Start.“

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Wilhelm Citea trifft auf seinen Ex-Verein. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Der SV Viktoria 08 hat insgesamt ein sehr hartes Startprogramm, denn nach dem Duell mit den Monte-Kickern folgen weitere Top-Teams. So trifft man im Anschluss auf Eichholz II, Breitenfelde und Wentorf-Sandesneben/Schönberg. Für die junge Truppe von der Falkenwiese, die einige Stammspieler verabschieden musste, geht es also direkt ordentlich zur Sache. Zunächst geht der Blick allerdings klar auf das Spiel am kommenden Sonntag, bei dem man als Außenseiter ins Spiel gehen wird. Dennoch möchte man dem Gegner den Saisonstart vermiesen. Wichtig wird es dabei allerdings sein, dass die Offensive mehr in Fahrt kommt. Flügelspieler Louis Ibellow ist einer, der diese beleben soll, denn nach dem Abgang von Lönne Christiansen fehlt ihnen ein Spieler, der den Unterschied machen kann. Daher gilt es nun, noch mehr über das Kollektiv zu kommen, sodass der Fokus im Sommer darauf lag, als Team enger zusammenzurücken. Man bleibt zudem realistisch, weiß, dass es in dieser Saison auch Phasen geben kann, in denen es nicht so läuft. Coach Timur Akgün sagt dazu: „Wie bereits gesagt, es wird ein schwieriges Jahr für uns, mit Höhen und Tiefen. Wir werden versuchen, jedes Spiel positiv anzugehen.“ Die personelle Situation ist bei Viktoria ohnehin eine entscheidende Frage, denn dies kostete ihnen in der vergangenen Saison einige Punkte. Gerade die Studenten, die immer mal wieder ausfallen, sind nur schwer zu kompensieren. Wie es am Sonntag personell aussieht und was für einen Gegner er erwartet, verriet Akgün: „Travemünde zählt zu den Top drei der Liga, daher wird uns direkt ein Brocken empfangen. Nicht top, aber dennoch gut besetzt fahren wir zum Auswärtsspiel.“

Krummesser SV – Ratzeburger SV II (So., 14 Uhr)

Bereits am ersten Spieltag kommt es zu einem Aufsteigerduell in der Kreisliga Süd. Der Krummesser SV empfängt dabei den Ratzeburger SV II, doch gemeinsam stiegen die beiden Lauenburger nicht auf. Beide spielten nämlich vergangenes Jahr in unterschiedlichen Staffeln, sodass es ein Jahr lang kein Aufeinandertreffen gab. Für Krummesse ist es nach neun Jahren die Rückkehr in die Kreisliga. 2016/17 stieg man mit 20 Punkten in die A-Klasse ab, bevor man jahrelang in der Kreisklasse A und sogar zwischenzeitlich B spielte. Nun ist man allerdings wieder da und man hofft, dass dieses Kapitel auch länger anhält als nur ein Jahr. Man rief den Klassenerhalt als klares Saisonziel aus, doch dafür benötigt es eine verbesserte Defensive. Diese war im Aufstiegsjahr noch relativ anfällig. Nun legte man den Fokus mehr auf die Arbeit gegen den Ball, denn schließlich ist der KSV als Aufsteiger in vielen Spielen der Außenseiter. Zuversichtlich, dass vorne einer reingeht, ist man dennoch, denn schließlich haben die Lauenburger mit Bekir Kasikci den Torschützenkönig der abgelaufenen Saison in den Reihen. Die Vorbereitungsergebnisse zeigten anfangs noch Schwächen der Abwehr, was elf Gegentore in drei Spielen offenlegten, doch man hat es geschafft, sich etwas zu stabilisieren. Im Pokal gegen Berkenthin wurde kaum etwas zugelassen und auch jüngst im Spiel gegen Borussia Möhnsen. Nun empfängt man den RSV II und vor dem Duell gegen die Zweitvertretung sagt Andre Bargholt: „Wir erwarten einen Gegner, der mit viel Rückenwind aus der vergangenen Saison kommt, wo sie völlig verdient und unangefochten die Meisterschaft geholt haben. Wir wollen dem Spiel unseren Stempel aufdrücken und hoffen nach etlichen Jahren der Kreisligaabstinenz auf einen knackigen Kreisliganachmittag und einen guten Start in die Saison.“

Für den Ratzeburger SV II ist es als Aufsteiger logischerweise ebenfalls das erste Spiel in der Kreisliga. Zuletzt ging man 2017/18, also ein Jahr nach dem Abstieg des kommenden Gegners, in dieser an den Start, doch es sollte ein einjähriges Abenteuer bleiben. Man war in dieser Liga einfach chancenlos, sodass es mit gerade einmal fünf Punkten und 149 Gegentoren den letzten Platz gab. Nun sind seitdem einige Jahre vorbei und nachdem man zwischenzeitlich sogar in der B-Klasse spielte, ging es bei der Zweiten des RSV in den vergangenen Jahren steil bergauf. Man schaffte innerhalb von drei Jahren die Rückkehr in die Kreisliga, in der man sich nun etablieren möchte. Vor allem über eine starke Defensive, die gerade einmal zehn Gegentore in der abgelaufenen Saison kassierte, kommen die Ratzeburger. Offensiv lief es allerdings ebenfalls, sodass die Mannschaft sehr komplett wirkt. Dennoch kündigte man bereits an, dass der Fokus noch mehr auf die Defensive gelegt werden soll und diese trotz der beeindruckend geringen Anzahl an Gegentoren noch stabiler werden soll. Wenn es am Sonntag also zum Duell mit Krummesse kommt, treffen zwei Teams aufeinander, die großen Wert auf die Defensive legen. Die bisherige Bilanz aus den bisherigen Aufeinandertreffen liest sich sehr ausgeglichen. Vier Siege des KSV stehen drei der Zweitvertretung gegenüber. Besonders torreich war es dabei nicht, denn in den insgesamt sieben Duellen fielen gerade einmal 21 Tore. Es sind meist enge Duelle zwischen den beiden, sodass Kleinigkeiten entscheiden. Wie man den KSV einschätzt und wie die personelle Situation aussieht, verriet Paul Dietz, Cheftrainer der Ratzeburger: „Am Sonntag steht das erste Ligaspiel in Krummesse an. Dort erwartet uns ein starker Aufsteiger mit vielen guten Einzelspielern und einer eingespielten Mannschaft, die wir bereits aus der Kreisklasse A kennen. Obwohl uns wie schon in der gesamten Vorbereitung einige Stammkräfte fehlen, schicken wir eine schlagkräftige Truppe ins Rennen und wollen mit einem positiven Ergebnis in die neue Saison starten.“

SG Breitenfelde/Mölln – Lübeck 1876 (So., 15 Uhr)

Die SG Breitenfelde/Mölln hat sich im vergangenen Jahr trotz Fehlstarts in der Liga stabilisieren können und hat diese durchaus das ein oder andere Mal aufgemischt. Mit einem jungen, hungrigen Team ärgerte man durchaus auch einige gestandene Kreisligisten und Favoriten. Dass dies zu den Stärken der SG gehört, zeigte sich auch in dieser Saison schon, denn es gelang im Kreispokal die Überraschung gegen den Verbandsligisten SSV Güster. Dass man dort 90 Minuten die Null hielt, zeigte klar auf, dass man sich nach vielen Gegentoren in den Testspielen zuvor im Laufe der Vorbereitung defensiv enorm stabilisieren konnte. Gelingt nun die Balance zwischen der starken Offensive um Philipp Reimann und Marvin Edler sowie der Defensive und dem Kämpferischen, dann könnte Breitenfelde für viele Mannschaften eine undankbare Aufgabe sein. Zum Start in die neue Kreisligasaison trifft man nun auf Lübeck 1876, eine Mannschaft, bei der es durchaus Veränderungen gab. Vor einem Jahr plagte die Urlaubszeit die Mannschaft aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg. Dies ist in den Ferien bei einer jungen Truppe kaum vermeidbar, doch nun befinden sich diese bereits auf den Zielgeraden. Man hofft also auf einen großen Kader, damit es am Sonntag mit dem Sieg zum Auftakt klappt. Am Dienstagabend testete die SG ein letztes Mal vor dem Ligastart, gewann dabei mit 4:3 beim TSV Empor Zarrentin. Edler war dabei mit zwei Toren wieder einmal erfolgreich. Arne Riewe sagt vor dem Spiel gegen die Lübecker: „Klar ist, dass wir direkt starten wollen. Natürlich sind noch ein paar Jungs im Urlaub, aber das geht allen so. Der Kern ist da und somit wollen wir auch abliefern. Die letzten drei Spiele waren positiv und den Trend plus die breite Brust aus dem Pokalspiel wollen wir mitnehmen. Ziel ist es absolut, uns auf unser Spiel zu konzentrieren. Was von deren Seite kommt, ist natürlich schwer einzuschätzen, aber ich bin mir sicher, dass meine Mannen dafür Lösungen aus dem Spiel heraus finden.“

Lübeck 1876 hat am Dienstagabend das erste Pflichtspiel der Saison verloren. Ausgerechnet gegen Ligakonkurrent ATSV Stockelsdorf endete nach einem 1:2 die Pokalreise bereits im Sechzehntelfinale. Somit gab es nicht nur durchwachsene Testspielergebnisse, sondern auch eine Niederlage zum Pflichtspielstart, sodass die Voraussetzungen an der Travemünder Allee deutlich besser sein könnten. Doch man muss nach dem Umbruch im Sommer auch realistisch sein, denn es haben einige Leistungsträger den Verein verlassen und einige Spieler kamen neu dazu. Diese müssen sich erst einmal finden. Die Abläufe brauchen noch etwas Zeit. Am Sonntag in Lauenburg sollten diese bestenfalls etwas besser sitzen, denn man möchte erfolgreich starten und eine Reaktion auf die Pokalniederlage zeigen. Es ist das dritte Duell gegen die SG, wobei die Bilanz ausgeglichen ist. Vergangene Saison gewann jeweils die Gastmannschaft. Zu Zeiten, als in Mölln noch eigenständig gespielt wurde, trafen die Lübecker 2003 auf den Möllner SV. Dabei gab es jeweils einen Heimsieg, sodass die Bilanz sehr ausgeglichen ist. Vor dem Spiel am Sonntag sind die Hausherren favorisiert, dennoch erhoffen sich die Mannen vom Karlshof Punkte. Dabei könnten die Voraussetzungen besser sein, wie Uwe Buchholz verriet: „Wir erwarten ein schweres Auswärtsspiel auf einer Koppel, wo es heißt dagegenzuhalten. Breitenfelde hat eine Top-Mannschaft und eine starke Offensive. Wir sind noch in der Findungsphase, was zum jetzigen Zeitpunkt völlig normal ist. Leider haben sich in den letzten Spielen einige Spieler verletzt, dazu kommen noch einige Urlauber, aber die Jungs haben Bock und wir wollen die Heimreise mit Punkten antreten.“

Der 1. Spieltag im Überblick

ATSV Stockelsdorf – VfL Rethwisch (Fr., 19 Uhr)
SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg – SV Grün-Weiß Siebenbäumen
Eichholzer SV II – TSV Kücknitz (Sa., 14 Uhr)
Fortuna St. Jürgen – TSV Schlutup (So., 13 Uhr)
TSV Zarpen – SV Azadi Lübeck II (13.30 Uhr)
TSV Travemünde – SV Viktoria 08 (14 Uhr)
Krummesser SV – Ratzeburger SV II
SG Breitenfelde/Mölln – Lübeck 1876 (15 Uhr)

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