„Aus einer Schnapsidee wurde ein echtes Projekt“ – Das Comeback der JuS Fischbek-Allstars

Das sind die JuS Fischbek Allstars

Die JuS Fischbek Allstars sorgten in den vergangene Wochen für Aufmerksamkeit. Foto: Fischbek Allstars/o.H.

Elmenhorst-Fischbek – In der Gemeinde Elmenhorst im Ortsteil Fischbek, im Kreis Stormarn, gibt es ein Comeback, das schon jetzt kein gewöhnliches ist. Unter dem inoffiziellen Namen „JuS Fischbek-Allstars“ geht ein neues Team ins Rennen, das in den vergangenen Wochen in der Region auf sich aufmerksam gemacht hat. Dies lag vor allem an einem ganz besonderen medialen Auftritt, wo man bereits die ersten Erfolge feiern konnte. Man sorgte für Spannung, Spekulationen und große Vorfreude, doch für viele blieb es auch ein Rätsel, was es mit den Allstars auf sich hat. HL-SPORTS sprach mit zwei Verantwortlichen über die Rückkehr auf die Stormarner Fußballbühne.

Als vor einigen Wochen die sogenannten „JuS Fischbek-Allstars“ erstmals medial zur Geltung kamen, gab es erst einmal viele Fragezeichen und Spekulationen in der Region. Was hat es damit auf sich? Worum geht es hier? Dies waren Fragen, die sich gestellt wurden. Die Allstars ließen nach und nach Licht ins Dunkle. So gab es unterhaltsame Videos, Spielersteckbriefe und noch einiges mehr auf dem Instagram-Kanal, der innerhalb der ersten Woche bereits über 1.000 Follower gewann. Dies zeigt, wie präsent diese Rückkehr im Kreis ist.

Wer sind die Allstars?

HL-SPORTS sprach mit Verantwortlichen der Allstars. Einer, der sicherlich kein Unbekannter ist, ist Bahattin „Button“ Altinala. Dieser war einst Cheftrainer des JuS in der Kreisliga und als Spieler sowohl für die Stormarner als auch noch höherklassig aktiv. Er verriet, was es mit den „JuS Fischbek-Allstars“ auf sich hat: „Wir nennen uns selbst die Fischbek-Allstars. Offiziell werden wir wohl als SG Fischbek-Bargteheide II an den Start gehen, da die andere Mannschaft aus unserem Dorf eine Spielgemeinschaft mit Bargteheide bildet. Unsere Spielerpässe liegen allerdings alle in Fischbek. Spätestens bei einem möglichen Aufstieg wären wir dann sowieso wieder „nur“ der JuS Fischbek.“ Doch wer genau steckt hinter dieser Mannschaft und woher kennt man sie? „Vor allem aus den guten alten Zeiten. Rund 80 % unseres Kaders haben bereits für die glorreichen Kreisliga-Mannschaften des JuS Fischbek gespielt. Nach dem Corona-bedingten Zusammenbruch der ersten Herren im Jahr 2020 hat es viele in umliegende Vereine verschlagen. Jetzt haben wir alle wieder Bock, gemeinsam die Schuhe zu schnüren und dort weiterzumachen, wo wir damals aufgehört haben.“

B-Jugend überragt

Der JuS Fischbek ist in der Region sicherlich kein unbeschriebenes Blatt, denn man hatte nicht nur die glorreichen Zeiten der ersten Herren in der Kreisliga. Der Verein bietet auch einige andere Sparten, bietet jungen und älteren Menschen die Möglichkeit, gemeinschaftlich Sport zu treiben. Die B-Jugend-Fußballer feierten vor wenigen Wochen noch den Titel im Kreispokal gegen den SSC Hagen Ahrensburg und sind als Landesligist ohnehin ambitioniert und mit großem Talent gespickt. Im Herrenbereich gab es zuletzt keine eigenständige Mannschaft beim JuS: „Es gab weiterhin Herrenfußball in Fischbek, allerdings in Form einer Spielgemeinschaft. Eine eigenständige Mannschaft gab es nach dem Zusammenbruch der damaligen Herren jedoch nicht mehr. Das ändern wir jetzt wieder“, sagte „Button“.

Anzeige
Anzeige
AOK
Anzeige
Anzeige
VfB Lübeck
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Corona sorgt für das Ende der ersten Herren

Der ehemalige Coach und künftige Kapitän spielt eine große Rolle beim Wiederaufbau. Er sagte: „Vor der Pandemie hatten wir eine richtig starke Truppe. Nach dem Ende der Mannschaft zog es einige Spieler sogar bis in die Verbands- oder Landesliga. Mittlerweile sind wir alle ein paar Jahre älter geworden, die Knochen knacken morgens etwas lauter, aber der Spaß am Fußball ist geblieben.“

jus 1 @ „Aus einer Schnapsidee wurde ein echtes Projekt“ - Das Comeback der JuS Fischbek-Allstars
Die damalige Mannschaft des JuS Fischbek. Foto: JuS/o.H.

Kapitän hat eine Idee

Spieler Heiner Stut, der auf dem besagten Instagram-Account ausführlich vorgestellt wurde und dort verriet, dass „Pippo“ Inzaghi sein Vorbild ist, gab einen Einblick in den Neuaufbau: „Die Idee zum Comeback entstand durch unseren heutigen Kapitän und damaligen Trainer Button. Zum Glück hatte er noch jede Menge alte Handynummern gespeichert und hat über anderthalb Jahre hinweg regelmäßig in diversen WhatsApp-Gruppen daran erinnert, dass wir doch eigentlich mal wieder zusammen kicken müssten. Hartnäckigkeit zahlt sich eben aus. Irgendwann waren alle überzeugt. Dazu kamen noch einige Freunde von Spielern, die ebenfalls ganz ordentlich gegen den Ball treten können. So wurde aus einer Schnapsidee ein echtes Projekt.“ Der Stürmer setzte fort: „Die Planungen bestanden zu ungefähr 80 % aus Button, WhatsApp-Nachrichten und der Frage: „Wann geht’s denn jetzt endlich los?“ Über viele Monate wurde organisiert, telefoniert, überredet und motiviert. Ursprünglich hatten wir mit deutlich weniger Spielern gerechnet. Mittlerweile sind wir aber sogar mehr Leute geworden als gedacht. Das größte Problem wird vermutlich sein, am Wochenende alle Spielminuten zufriedenzustellen.“

Follower-Boom auf Instagram

Was die Mannschaft auszeichnet, verriet Kapitän „Button“: „Leidenschaft, Ehrgeiz, Teamgeist und eine ordentliche Portion Blödsinn. Wir sind nicht einfach nur eine Mannschaft. Wir sind 28 Freunde, die sich teilweise seit Jahrzehnten kennen und gemeinsam noch einmal angreifen wollen.“ Die Mannschaft hat bereits angedeutet, dass sie eine gute Mischung aus Ambition, aber auch Humor bei der Sache hat. Der bisherige Internet-Auftritt ließ dies ganz klar durchklingen. Man darf sich auf eine spannende Truppe freuen. Worauf genau, verriet Mittelstürmer Stut: „Wer uns verfolgt, wird schnell merken: Unser Humor steht mindestens genauso weit oben wie unser Fußball. Wir haben einen Instagram-Account aufgebaut, der innerhalb von rund 30 Tagen knapp 1.100 Follower gesammelt hat. Wer Lust auf ehrliche Kreisklassen-Romantik, dumme Sprüche, lustige Videos und Einblicke in einen ziemlich verrückten Freundeskreis hat, sollte definitiv vorbeischauen. Und bei Heimspielen? Da wird natürlich auch mal das ein oder andere Kaltgetränk vernichtet. Erfahrungsgemäß entstehen dabei Geschichten, die man entweder nie vergisst oder an die man sich am nächsten Morgen nicht mehr erinnern kann.“ Muntere Heimspieltage sind zu erwarten, sowohl auf als auch neben dem Platz. Heimspiele werden die Allstars im Günter-Abraham-Stadion in Elmenhorst-Fischbek austragen.

Sportliche Zielsetzung

Mit Blick auf das Sportliche hat man einen Cheftrainer, der in Stormarn bereits bekannt ist. Hans-Dieter „Hansi“ Prieß gibt das Kommando. Dieser war bereits beim SSV Pölitz in der Kreisliga tätig und zuletzt beim SC Union Bad Oldesloe. „Er bringt jede Menge Erfahrung mit und hat sich mutigerweise dazu entschieden, diese wilde Truppe zu übernehmen. Dafür verdient er jetzt schon Respekt“, heißt es aus der Mannschaft. Bei allem Humor und der Vorfreude auf die Rückkehr verfolgt man durchaus auch sportliche Ziele. Trotz des hohen Alters von über 33 Jahren im Schnitt wird eine Mannschaft auflaufen, die unumstritten eine hohe Qualität hat. Der Großteil der Mannschaft hat höherklassig gespielt. Saht Haziri und Jiyan Öncu spielten beispielweise in der A-Jugend des SV Eichede in der Regionalliga. Dementsprechend ist in der Kreisklasse C relativ klar, dass man oben mitspielen möchte. Dazu heißt es: „Im Fußball gilt bekanntlich: Genau wie auf hoher See ist nichts sicher. Trotzdem wäre es gelogen zu behaupten, dass wir nur zum Spaß antreten. Mit unserem Kader und den Erfahrungen, die viele Spieler mitbringen, muss das Ziel sein, oben mitzuspielen. Realistisch betrachtet ist der Aufstieg eigentlich Pflicht. Außerdem haben wir eine starke A-Jugend im Verein. Die Jungs haben als B-Jugend den Kreispokal gewonnen und in der Landesliga ordentlich auf sich aufmerksam gemacht. Denen sind wir es schuldig, eine attraktive Perspektive im Verein zu schaffen. Langfristig wollen wir den JuS Fischbek wieder dahin bringen, wo er früher einmal war, nur vielleicht mit etwas weniger Muskelkater am Montagmorgen.“

319a0009 002 @ „Aus einer Schnapsidee wurde ein echtes Projekt“ - Das Comeback der JuS Fischbek-Allstars
Fischbeks Jan Schaeper (hier in ln lila im Zweikampf) ist Teil der Allstars. Für ihn ist es ebenfalls das Comeback. Archivfoto; Klaus Unger

Die größte Sorge ist der Medizinball

Die Vorfreude bei den „JuS Fischbek Allstars“ ist schon jetzt spürbar groß, die Mannschaft kann es kaum erwarten, in die Saison zu starten. Doch worauf freut man sich am meisten? „Auf geile Heimsiege, volle Sportplätze, unsere Freunde und Fans an der Seitenlinie und natürlich auf die gemeinsamen Abende nach den Spielen. Und wenn alles perfekt läuft, freuen wir uns ganz besonders auf die Abschlussfahrt zum Ballermann – idealerweise als frischgebackener Meister der Kreisklasse C. Träumen darf man schließlich.“ Der Vorbereitungsplan ist noch nicht ganz in Stein gemeißelt, denn es wird noch geplant. Dennoch steht das Grundgerüst: „Wir starten ab nächster Woche ganz entspannt in die Vorbereitung. Ein paar Testspiele, etwas Fitness, ein bisschen Ballarbeit und dann schauen wir mal, wie viel von der alten Klasse noch übrig ist. Danach wird unser Trainer sicherlich an den richtigen Stellschrauben drehen, damit wir topfit in die Saison gehen. Unsere größte Sorge ist aktuell allerdings nicht der Tabellenstand, sondern die Frage, ob Hansi irgendwo noch einen Satz Medizinbälle gefunden hat. Da endet der Spaß dann nämlich für viele.“ Zudem ist die Truppe noch auf der Suche nach einem Sponsor für den Auswärtstrikotsatz, wo man hofft, bis Saisonbeginn noch fündig zu werden.

Bildquellen

  • Schäper, Hernk: Klaus Unger
Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?

Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.

- Anzeige -

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein