
Hamburg – Drei Siege in Folge in der Bundesliga, dann der späte Rückschlag: Der Hamburger SV hat am Sonnabend beim SC Paderborn mit 0:1 (0:0) verloren. Ausgerechnet HSV-Leihgabe Rayan Philippe erzielte in der 88. Minute den entscheidenden Treffer für die Gastgeber. Die Hamburger, die bereits früh auf Fabio Vieira verzichten mussten, fanden offensiv kaum Lösungen und konnten sich vor allem bei Torhüter Daniel Heuer Fernandes bedanken, dass die Partie bis in die Schlussphase torlos blieb. Durch die Niederlage rutschten die Rothosen nach sieben Spielen auf den zehnten Tabellenplatz ab.
Die 1. Halbzeit: Wenig Tempo, kaum Torchancen
HSV-Trainer Polzin nahm gegenüber dem 1:0-Heimsieg gegen Stuttgart zwei Veränderungen in seiner Startelf vor. Für den angeschlagenen Nicolas Capaldo rückte Shafiq Nandja in die Abwehr. Außerdem begann El Ouahdi anstelle von Lemke. Die Gastgeber übernahmen zunächst die Initiative. Bereits in der zweiten Minute verfehlte Laurin Ulrich mit einem verdeckten Schuss aus rund 18 Metern das Hamburger Tor nur knapp. Paderborn hatte anschließend mehr Ballbesitz, konnte daraus allerdings kaum gefährliche Situationen entwickeln. Der HSV stand etwas tiefer und versuchte, über schnelle Gegenangriffe zum Erfolg zu kommen. Dabei fehlte es jedoch an der nötigen Präzision. Nach zwölf Minuten musste Polzin den ersten Rückschlag hinnehmen. Fabio Vieira verletzte sich ohne gegnerische Einwirkung am linken hinteren Oberschenkel und konnte nicht weiterspielen. Für ihn kam Otto Stange in die Partie. Auch danach blieb das Spiel von Zweikämpfen und Unterbrechungen geprägt. Die Hamburger kamen nur selten gefährlich vor das gegnerische Tor. Eine der wenigen Möglichkeiten hatte Möller Wolfe, der nach einer Ecke von Miro Muheim in der 37. Minute deutlich links vorbeiköpfte. Zur Pause stand es 0:0. Beide Mannschaften hatten bis dahin offensiv nur wenig zustande gebracht.
Nach der Pause: Heuer Fernandes hält den HSV im Spiel
Mit Beginn der zweiten Halbzeit brachte Polzin Terem Moffi für Yussuf Poulsen. Die erste große Gelegenheit gehörte allerdings den Gastgebern. Santiago Castaneda (47.) kam nach einer Kopfballvorlage von Tom Baack aus zentraler Position zum Abschluss. Heuer Fernandes reagierte glänzend und verhinderte mit einem Reflex den Rückstand. Der HSV blieb offensiv harmlos. Moffi (59.) verzog aus rund 16 Metern deutlich. Wenig später bot sich Bilal Nadir (64.) bei einem Freistoß aus aussichtsreicher Position eine Gelegenheit, doch sein Schuss ging etwa zwei Meter über das Tor. In der 68. Minute folgte die nächste personelle Hiobsbotschaft. Nadir verletzte sich bei einem Zweikampf mit Castaneda am rechten hinteren Oberschenkel und musste behandelt werden. Drei Minuten später verließ er den Platz. Albert Grönbaek kam für ihn, während Albert Sambi Lokonga den ebenfalls ausgewechselten Muheim ersetzte. In der Schlussphase erhöhte Paderborn den Druck. Zunächst scheiterte Obermaier aus spitzem Winkel an Heuer Fernandes. Wenig später parierte der HSV-Schlussmann auch einen Abschluss von Castaneda aus 14 Metern. Nach der anschließenden Ecke traf Curda (74.) aus dem Strafraumgewühl den linken Außenpfosten. Die Gastgeber blieben am Drücker. Heuer Fernandes musste erneut eingreifen, diesmal gegen einen Distanzschuss von Obermaier (82.). Als vieles bereits auf eine torlose Punkteteilung hindeutete, fiel doch noch die Entscheidung. Rayan Philippe (88.), der erst in der Schlussviertelstunde eingewechselt worden war, traf mit einem präzisen Flachschuss aus 17 Metern zum 1:0. Auf der Hamburger Bank gab es heftige Proteste, weil der HSV ein Foulspiel in der Entstehung des Treffers gesehen haben wollte. Polzin erhielt wegen seiner Beschwerden die Gelbe Karte. Der Treffer wurde vom Video-Assistenten überprüft und blieb bestehen. Für den HSV war es nach drei Bundesliga-Siegen hintereinander die vierte Saisonniederlage.
Stimmen nach dem Spiel
HSV-Trainer Merlin Polzin zeigte sich mit der Leistung seiner Mannschaft unzufrieden: „Glückwunsch zum Sieg an den SC Paderborn. Es war kein gutes Spiel von uns. Nachdem wir in den vergangenen vier Wochen auf einem sehr hohen Energielevel waren, viel Intensität in den entscheidenden Momenten hatten und gute Leistungen gezeigt haben, war das heute nicht der Fall. Uns war bewusst, was uns heute hier erwartet: eine Mannschaft, die zu Recht aufgestiegen ist und es den Gegnern schwer macht. Es war vonnöten, klar zu bleiben, besonders beim Verteidigen. Das haben wir in der ersten Hälfte so gestaltet und waren im Spiel. In der zweiten Hälfte haben wir es dann nicht mehr gut gemacht, und dann wird es schwierig. Trotzdem musst du das Spiel mit 0:0 beenden und den Punkt mit nach Hause nehmen. Das haben wir nicht getan, und daran müssen wir arbeiten.“
Der 7. Spieltag (23. – 25. Oktober)
Stuttgart – Mönchengladbach 2:3
Leipzig – Elversberg 4:0
Augsburg – Berlin 1:1
Mainz – Bremen 2:3
Köln – Schalke 0:0
Paderborn – Hamburg 1:0
Dortmund – Frankfurt 1:0
Hoffenheim – Leverkusen (So., 15.30 Uhr)
Freiburg – München (17.30 Uhr)
Die Tabelle
| Pl. | Mannschaft | Sp. | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|
| 1. | Dortmund | 7 | +8 | 17 |
| 2. | München | 6 | +17 | 14 |
| 3. | Freiburg | 6 | +9 | 13 |
| 4. | Leverkusen | 6 | +7 | 13 |
| 5. | Leipzig | 7 | +9 | 12 |
| 6. | Bremen | 7 | +1 | 12 |
| 7. | Mainz | 7 | +3 | 10 |
| 8. | Elversberg | 7 | -3 | 10 |
| 9. | Augsburg | 7 | +4 | 9 |
| 10. | Hamburg | 7 | -10 | 9 |
| 11. | Köln | 7 | -3 | 8 |
| 12. | Paderborn | 7 | -3 | 8 |
| 13. | Frankfurt | 7 | -7 | 8 |
| 14. | Hoffenheim | 6 | -3 | 6 |
| 15. | Stuttgart | 7 | -3 | 6 |
| 16. | Schalke | 7 | -3 | 6 |
| 17. | Berlin | 7 | -12 | 6 |
| 18. | Mönchengladbach | 7 | -11 | 3 |








