Blitz-HSV überragend… und dann im Tiefschlaf

Die zwei unterschiedlichen Halbzeiten gegen Dynamo Dresden

Zweikampf zwischen Morris Schröter (Dynamo Dresden) und Manuel Wintzheimer (HSV). Foto: Lobeca/Norbert Gettschat

Hamburg – Es reicht momentan nur für eine Halbzeit beim Hamburger SV. Am zweiten Spieltag der 2. Bundesliga schaffte das Team von Tim Walter es gegen Aufsteiger Dynamo Dresden nicht eine konstante Leistung über 90 Minuten zu bringen. Beide teilten vor 17.100 Zuschauern im Volksparkstadion nach einem 1:1 (1:0) die Punkte.

Die 1. Halbzeit: Dominante Rothosen

Der HSV dominierte den ersten Durchgang, zeigte Spritzigkeit nach vorne, schnelles Überbrücken des Mittelfeldes und führte schon nach fünf Minuten nach einem Treffer von Reis. Wintzheimers Flanke von der linken Seite verpasste Freund und Feind in der Mitte. Der Hamburger Neuzugang nahm die Kugel mit links und versenkte sie hinter Dynamo-Keeper Broll im Netz. Die Gäste waren mit der blitzartigen Spielweise völlig überfordert, schossen insgesamt nur einmal auf den Kasten von Heuer Fernandes. Auf der anderen Seite erlebten die Sachen zehn Geschosse der Norddeutschen. Glatzel (18., 19.), Wintzheimer (35.) und Kinsombi (38.) vergaben größte Möglichkeiten den Sack schon vor dem Seitenwechsel zuzumachen. Nichts wars!  

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Ludovit Reis (HSV) erzielt das 1:0 gegen Dresden. Foto: Lobeca/Norbert Gettschat

Nach der Pause: Trikottausch?

Der zweite Durchgang ergab ein ganz anderes Bild. Hamburg: nachlässig, nicht mehr spritzig und mit vielen Fehlern. Die Dresdner spielten zwar weiterhin in Gelb, doch als ob man die Trikots gewechselt hat, lieferten die Gäste nun das gleiche Bild, wie noch der Gegner in der ersten Halbzeit. Chancen durch Königsdorfer (48.) und Vlachodimos (52.) wurden vergeben, der Ausgleich war nur eine Frage der Zeit und der dauerte bis zur 68. Minute. Eine Ecke von rechts köpfte Knipping vor den Augen des eingewechselten Hamburgers Rohr unhaltbar ins Netz – 1:1 und Spiel auf den Kopf gestellt. Die Rothosen wachten erst rund zehn Minuten später auf und versuchten den Siegtreffer zur erzwingen. Kinsombi (82., 92.) verpasste zweimal. Es blieb bei der Punkteteilung.

Das Fazit: Die vier Gesichter

Jeder einen Zähler ist durch die unterschiedlichen Auftritte beider Mannschaften in Ordnung. Die Hamburger und Dresdner zeigten jeweils zwei Gesichter. Für den HSV ist das jetzt das zweite Spiel in Folge, in dem keine Konstanz zu erkennen war. Während man auf Schalke den zweiten Durchgang dem Gegner seine Grenzen aufzeigte, waren es gegen die SGD die ersten 45 Minuten, die wie ein Gewitter über die Sachsen hereinbrachen. Mit der Einwechslung von Kittel fing es langsam wieder an zu laufen. Zwei Punkte, die man unnötig verlor. Eines ist noch aufgefallen. Druck ausüben hat das Walter-Team drauf, doch selbst Druck aushalten scheint nicht so gut zu klappen.

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Tim Knipping (Dynamo Dresden) mi dem Tor zum 1:1-Ausgleich im Volksparkstadion. Foto: Lobeca/Norbert Gettschat

Die Stimmen nach dem Spiel

Alexander Schmidt (Dynamo): Wir haben ein sehr intensives Spiel gesehen gegen einen wie erwartet starken HSV. Wir haben uns gut vorbereitet, aber im Reellen ist es dann doch etwas anderes. Erste Halbzeit hat uns Kevin Broll im Spiel gehalten. Es war nicht einfach, diese Angriffswellen zu verteidigen. Der HSV war sehr ballsicher und wir hatten zu wenig Entlastung nach vorne. Gegen Ende der ersten Halbzeit haben wir es taktisch etwas korrigiert und es besser in den Griff bekommen. Tim Knipping hat dann den Ausgleich erzielt. Erste Halbzeit ging klar an den HSV, in der zweiten haben wir dann gut mitgespielt. Für mich unterm Strich ein verdientes Unentschieden. Die Mannschaft hat sich in jeden Zweikampf geworfen. Ich bin stolz auf die Mannschaft.

Tim Walter (HSV): „Wir hatten in der ersten Halbzeit sehr, sehr viel vom Spiel und extrem viele Torchancen. Dafür haben wir uns leider nicht belohnt. Uns hat die letzte Gier gefehlt, unbedingt das Tor machen zu wollen. Wir haben nicht viel zugelassen, trotzdem noch viele Konterchancen liegengelassen, die wir über das komplette Spiel einfach schlecht ausgespielt haben. Dann lässt du den Gegner natürlich am Leben. Das Spiel besteht auch aus Ecken. Wir wissen, dass man mit Standards auch erfolgreich sein kann. Wir hatten in der zweiten Halbzeit ein bisschen Probleme, weil uns ein bisschen der Mut gefehlt hat, noch mehr Fußball zu spielen. Mit dem Ausfall von Jonas Meffert wurde es noch einmal schwerer. Die Jungs wollten aber bis zum Schluss ein Tor erzielen. Genau das gefällt mir: dass sie extrem viel investieren. Es macht richtig Bock, mit den Jungs zu arbeiten. Dresden hat mit aller Macht und Leidenschaft verteidigt, deshalb haben sie sich diesen Punkt auch verdient.“

Der 2. Spieltag (30.7. – 1.8.)

Karlsruhe – Darmstadt 3:0
Paderborn – Nürnberg 2:2
Hannover – Rostock 0:3
Regensburg – Sandhausen 3:0
Ingolstadt – Heidenheim 1:2
Düsseldorf – Bremen 2:3
Kiel – Schalke 0:3
Hamburg – Dresden 1:1
Aue – St. Pauli 0:0

Die Tabelle

1.Karlsruher SC26 : 16
2.SSV Jahn Regensburg25 : 06
3.SG Dynamo Dresden24 : 14
4.FC St. Pauli23 : 04
5.Hamburger SV24 : 24
6.SV Werder Bremen24 : 34
7.1. FC Heidenheim 184622 : 14
8.F.C. Hansa Rostock24 : 33
8.FC Schalke 0424 : 33
8.Fortuna Düsseldorf24 : 33
11.1. FC Nürnberg22 : 22
11.SC Paderborn 0722 : 22
13.FC Erzgebirge Aue20 : 02
14.Hannover 9621 : 41
15.FC Ingolstadt 0421 : 50
16.SV Darmstadt 9820 : 50
16.SV Sandhausen20 : 50
18.Holstein Kiel20 : 60

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