Hamburg – Jonas Boldt räumt auf und Frank Wettstein muss knausern. Beim Hamburger SV dürften andere Zeiten anbrechen und man schreit nach einem erneuten Neuanfang – wieder einmal. Nach der 1:5-Ohrfeige vom vergangenen Sonntag muss der Zweitligist den Gürtel nun wohl enger schnallen.

Kühne und Hauptsponsor machen Schluss

Die „BILD“ berichtet, dass Mäzen Klaus-Michael Kühne den Stadionnamen nicht mehr haben möchte und den Vertrag nicht verlängert. Dem HSV gehen so 4 Millionen Euro flöten. Zudem springt Hauptsponsor „Fly Emirates“ ab. Der Hauptsponsor hielt dem Club auch im zweiten Jahr in der 2. Bundesliga die Treue, doch damit ist nun ebenfalls Schluss. Eine Klausel im Vertrag soll es geben, die einen Ausstieg bei einem verpassten Aufstieg gezogen werden kann. Die nächsten 1,4 Millionen Euro, ohne die Finanzvorstand Wettstein im dritten Jahr Unterhaus planen muss.

Neun Abgänge zum 30. Juni

Den sportlichen Albtraum mit Platz vier in Liga 2 wird den Kader ebenfalls berühren. Die Kaufoption von Martin Harnik zieht der Club nicht. Der gebürtige Hamburger muss zurück zu Werder Bremen, war von dort ausgeliehen. Nach einem Bericht der „MOPO“ gibt es auch keine Zukunft für das Leihpersonal Timo Letschert (US Sassuolo), Joel Pohjanpalo (Bayer Leverkusen), Louis Schaub (1. FC Köln), Jordan Beyer (Borussia Mönchengladbach) und Adrian Fein (Bayern München). Sie gehen zurück zu ihren Clubs. Dazu sollen Jairo Samperio und Christoph Moritz keine neuen Verträge erhalten. Kyriakos Papadopoulos war schon suspendiert und brach seine Zelte bereit vor längerer Zeit an der Elbe ab. Der Kontrakt mit dem Griechen läuft ebenfalls aus.

Leere Kasse durch Verkäufe füllen?

Fraglich ist, wie es mit Tim Leibold weitergeht. Der Linksverteidiger hat noch einen Vertrag bis 2023, doch soll ihm ein Angebot des Bundesliga-Aufsteigers VfB Stuttgart vorliegen. Hier könnte der HSV noch einmal ein Plus erwirtschaften, gäbe man den 26-Jährigen gegen Ablöse frei. Noch ein Jahr gebunden sind Lukas Hinterseer, Ewerton, Aaron Hunt, Bobby Wood, Julian Pollersbeck, Tom Mickel, Stephan Ambosius und Moritz-Broni Kwarteng.
Nur bei Hunt (33) ist klar, dass er nach der kommenden Saison eine Position im Verein übernimmt. So ist es vereinbart. Der Dauerverletzte Ewerton könnte ein Ladenhüter sein, genauso wie Wood, wo man vermutlich sogar noch selbst draufzahlen würde, um ihn loszuwerden. Er gehört zu den Großverdienern, spielt allerdings schon lange keine Rolle mehr in der Mannschaft. Einzig wäre es noch Keeper Pollersbeck, den man zu Geld machen könnte. Es sollen Angebote vorliegen.

Boldt stehen viele Gespräche bevor

Für Sportvorstand Boldt ist es nun schwer, eine neue Mannschaft zusammenzubauen und einige Kandidaten auf dem Markt anzubieten, die es nicht geschafft haben. Doch die erste Frage, die zu klären ist, mit welchem Cheftrainer des HSV in seine dritte Zweitligasaison geht. Nur bei einem Aufstieg hätte sich der Vertrag mit Dieter Hecking automatisch verlängert. Theoretisch hat der 55-Jährige am heutigen Dienstag seinen letzten Arbeitstag. Beide Seiten bekräftigten vor ein paar Tagen noch, dass man miteinander sprechen möchte. Eine Tendenz war zu erkennen, dass man zusammen weitermachen könnte. Das jedoch war vor der peinlichen 1:5-Niederlage gegen den SV Sandhausen.

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