Hamburg – Am Mittwoch gab HSV-Sportvorstand Jonas Boldt ganz klar die Devise „Optimismus“ aus. Der Hamburger SV steht am Sonntag im letzten Saisonspiel der 2. Bundesliga wieder einmal unter Druck. Es geht zuhause gegen den SV Sandhausen und es reicht nicht selbst zu punkten, denn die Rothosen haben einen Punkt Rückstand auf den drittplatzierten 1. FC Heidenheim (spielt zeitgleich bei Meister Arminia Bielefeld und darf dort nicht gewinnen“.

„Der HSV steht für Werte“

Das große Thema ist derzeit allerdings nicht das bevorstehende Finale, sondern der Trainer Dieter Hecking. Boldt dazu: „Dieter und ich haben ehrlich darüber gesprochen, was meine und seine Ambitionen sind. Er will aufsteigen, genau wie wir alle hier. Dieses Signal wollte er senden. Jetzt ist es am Sonntag Spitz auf Knopf, aber deswegen haben wir uns auch in den vergangenen Wochen darüber ausgetauscht, dass wir beide diesen Weg, den wir hier beim HSV eingeschlagen haben, nicht einfach so über Bord werfen wollen. Wir bekommen unglaublich viel Anerkennung, nicht nur hier aus dem Hamburger Raum, sondern aus ganz Deutschland, dass die Menschen sagen: Obwohl die Ziele noch nicht erreicht sind, können sie sich mit dem HSV wieder identifizieren. Der HSV steht für Werte. Natürlich zählen am Ende immer auch Ergebnisse – das wissen wir. Aber deswegen können wir uns einen weiteren gemeinsamen Weg vorstellen. Und wir haben immer gesagt: Wir werden erst nach dem letzten Spiel ins Detail gehen, um zu sehen, welche Möglichkeiten wir hier haben, darauf weiter aufzubauen.“

Boldt und Hecking sind sich einig

Hecking selbst bekräftigte einen Tag zuvor ebenfalls, dass er sich eine weitere Saison, unabhängig der Liga, beim HSV vorstellen könnte. Sein Vertrag verlängert sich nur automatisch im Aufstiegsfall. Soviel Einigkeit gab es zwischen Verein und Trainer selten in den vergangenen Jahren. Die Fans wollen den Chefcoach behalten. Die Zeichen stehen also auf Fortsetzung mit dem Trainerteam.

Zeichen für die Mannschaft

Das muss ein Zeichen für die Mannschaft sein, die gegen Sandhausen einmal über ihre eigenen Grenzen gehen und selbst eines setzen muss. Sie muss den Druck, dem sie bisher in den entscheidenden Phasen in dieser Saison nicht standhielt, ausblenden und ihr Ding durchziehen und das kann nur heißen: Sieg!

Neuzugang aus Kiel?

Zu potentiellen Neuzugängen sagte Boldt nicht viel, nur dass man Ausschau hält. Dabei soll Jae-Sung Lee von Holstein Kiel auf der Wunschliste stehen, wie verschiedene Medien berichten. Der 27-jährige kam vor zwei Jahren zu „Störchen“, traf 15 Mal in 64 Einsätzen und bereitete 15 Tore vor. Problem: Der Südkoreaner hat noch ein Jahr Vertrag. Ob der HSV eine Ablöse zahlen würde ist unklar.

Kein Foul, Szene zum Videobeweis: Jae-Sung Lee (Kiel) und Timo Letschert (HSV). Foto: Valeria Witters/Witters/Pool via Michael Schwarz

Ärger mit Holstein-Fans

Um bei den Kielern zu bleiben, vermeldete die Polizei: „Dienstagabend kam es auf dem Fögeplatz am Holstein-Stadion zu einer Auseinandersetzung zwischen Anhängern von Holstein Kiel und vermutlich Anhängern des Hamburger SV. Zu einer direkten Konfrontation kam es nicht. Die Kieler Fans konnten sich vor den zahlenmäßig überlegenen Anhängern des HSV in Sicherheit bringen. Im Nachgang kam es zu mehreren Diebstählen und Sachbeschädigungen. Gegen 18.50 Uhr gingen mehrere Anrufe auf der Einsatzleitstelle ein, in denen mitgeteilt wurde, dass sich eine Gruppe von zirka zehn Personen durch die Gartenanlagen am Fögeplatz bewegen würde. Mehrere Streifenwagen der Kieler Reviere wurden daraufhin zum Holstein-Stadion entsandt. Die eigenen Sporttaschen hatten die KSV-Fans auf dem Platz zurückgelassen. Später stellte man fest, dass drei Smartphones, eine Geldbörse und mehrere Schlüssel aus den Taschen entwendet worden waren. Daneben wiesen zwei Pkw Beschädigungen auf. Zeugenhinweise bestätigten die Vermutung, dass es sich bei der größeren Personengruppe um Anhänger des Hamburger SV gehandelt haben könnte.“ Die Fehde zwischen beiden Clubanhängern ist nicht neu. Jedoch scheinen die Holstein-Fans im Norden nicht besonders beliebt zu sein. Auch mit Anhängern des FC St. Pauli und Hansa Rostock gibt es Ärger. Dazu kommt die „ewige“ Rivalität mit dem Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck.