Leere Ränge im Ostseestadion. Foto: objectivo/Krause

Frankfurt – Für die Erst- und Zweitligisten könnte die Corona-Pause doch noch länger andauern. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) hat eine für den kommenden Freitag anberaumte Mitgliederversammlung auf den 23. April verschoben. „Ziel der Verschiebung ist es, Clubs und DFL zusätzliche Zeit zur weiteren intensiven Vorbereitung bevorstehender Entscheidungen zu geben“, so der Verband in einer Mitteilung von Dienstag. Der Spielbetrieb ist bis zum 30. April auf Eis gelegt.

Saison gefährdet? – DFL will abwarten

Der Neustart war für Anfang Mai vorgesehen. Die DFL möchte „unter anderem über das weitere Vorgehen in dieser Frage auf Basis der dann aktuellen politischen Beschlusslage in Bund und Ländern in der kommenden Woche entscheiden“. Ein erster Wegweiser könnte am Mittwoch fallen. Dann beraten die Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Bundesländer über die aktuelle Lage. Derzeit besteht noch ein Kontaktverbot von mehr als zwei Personen. Es wird über eine Lockerung der Maßnahmen gegen Covid-19 nachgedacht. Der Ruf danach wurde in den vergangenen Tagen lauter. Jedoch stößt das nicht unbedingt auf breite Zustimmung.

Verluste in dreistelliger Millionenhöhe – Fans müssen draußen bleiben

Bisher gab die DFL an, dass sie die Saison auf jeden Fall zu Ende spielen möchte. Klappt das nicht, wären viele Vereine in der Existenz bedroht. Insgesamt stehen 750 Millionen Euro auf dem Spiel. Dabei geht es nur um TV-Rechte. Für Zuschauer wird es vermutlich noch Monate dauern, bis sie wieder ins Stadion dürften. Hier sprechen Experten vom Herbst dieses Jahres, doch selbst das ist nicht gesichert.

3.Liga zerstritten

Unterhalb von Bundesliga und 2. Liga ist in der 3. Liga derweil ein Streit entbrannt. Einige Clubs sind für einen Saisonabbruch, andere wiederum, dass weitergespielt wird. Das geht allerdings vermutlich nur, wenn es „Geisterspiele“, also ohne Zuschauer, gibt. Ein Abbruch würde vermutlich jeden Verein 1,5 Millionen Euro kosten. Wird weitergespielt würden die TV- und Sponsorenverträge wenigstens erfüllt. Ein Verlust könnte sich so im Durchschnitt auf etwa 600.000 Euro belaufen. In diesem Fall warten die Vereine auf eine Entscheidung vom Deutschen Fußball-Bund (DFB).