Bundesliga-Drama am letzten Spieltag: St. Pauli kämpft ums Überleben – Wolfsburg und Heidenheim zeigen Selbstvertrauen

Drei Teams, ein Ziel: Relegationsplatz 16

Frank Schmidt (Heidenheim), Dieter Hecking (Wolfsburg) und Alexander Blessin (St. Pauli) kämpfen um Platz 16. Foto-Collage: LOBECA

Hamburg – Showdown in der Bundesliga. Am Sonnabend (16.5., 15.30 Uhr) entscheidet sich am letzten Spieltag der Saison 2025/2026, wer den Relegationsplatz erreicht – und wer direkt in die 2. Bundesliga absteigt. Mittendrin: FC St. Pauli, VfL Wolfsburg und 1. FC Heidenheim. Alle drei Teams stehen bei 26 Punkten.

Während die Kiezkicker im ausverkauften Millerntor-Stadion auf Wolfsburg treffen, empfängt Heidenheim parallel den FSV Mainz 05. Der Druck ist gewaltig. „Wir alle wissen, dass es das wichtigste Spiel der Saison ist. Den Druck können wir nicht weg reden“, sagte St.-Pauli-Trainer Alexander Blessin vor dem Endspiel um den Klassenerhalt.

Blessin setzt auf das Millerntor

Die Hamburger hoffen vor allem auf die eigene Stärke im Heimspiel. Blessin betonte: „Wir haben ein Heimspiel und sind zuhause stark. Das Faustpfand, das wir mit unseren Fans haben, wollen wir nutzen. Deswegen bin ich auch froh, dass wir am Millerntor spielen und nicht auswärts.“

Der Trainer machte gleichzeitig klar, wie groß die Bedeutung der Partie ist: „Wir müssen uns der Situation stellen. Ich will keine Angstsituation hervorrufen. Wir haben die Chance, am letzten Spieltag den Relegationsplatz klarzumachen, auch wenn wir mit Platz 18 die ungünstigste Position haben. Die Chance wollen wir annehmen.“

Trotz Krankheitswelle herrscht beim Kiezclub vorsichtiger Optimismus. Hauke Wahl kehrt zurück, auch Ricky-Jade Jones steht wieder zur Verfügung. Hinter Eric Smith steht dagegen noch ein Fragezeichen. Karol Mets könnte nach langer Pause zumindest für einen Kurzeinsatz zurückkehren. Blessin sagte dazu: „Karol Mets will unbedingt dabei sein. Er hat diese Woche eine unglaubliche Bereitschaft signalisiert und normal mittrainiert. Während der Saison würde man das Risiko nicht eingehen. Er fühlt sich bereit für 30 Minuten, das Risiko ist abschätzbar.“

Wolfsburg reist zum „K.o.-Spiel“ nach Hamburg

Auch beim VfL Wolfsburg ist die Ausgangslage klar. Verlieren verboten. Trainer Dieter Hecking sprach vor der Partie offen von einem Endspiel: „Klar ist aber auch: Es ist ein K.o.-Spiel und dort kann so viel passieren, was wir jetzt noch gar nicht vorhersehen können.“

Die Niedersachsen reisen allerdings mit neuem Selbstvertrauen an. Hecking sagte: „Die Mannschaft hat sich sehr gut entwickelt und ist zu einem Team geworden – das spürt man. Egal, mit wem man spricht: Die Spieler sind fokussiert und wollen dieses Spiel unbedingt absolvieren.“

Wolfsburg hat in dieser Saison allerdings massive Probleme gezeigt, Führungen über die Zeit zu bringen. Gleich 13-mal verspielte der VfL bereits eine Führung – Ligahöchstwert. Gleichzeitig kassierten die Niedersachsen 14 Elfmeter gegen sich – ebenfalls Negativrekord der Bundesliga.

Für Hecking zählt trotzdem nur eines: „Wir fahren nach Hamburg, um das Spiel zu gewinnen – alles andere hat uns nicht zu interessieren. Am Ende haben wir es selbst in der Hand, uns mit einem guten Ergebnis den 16. Platz zu sichern.“

Heidenheim glaubt wieder ans Wunder

Der dritte Kandidat im Abstiegs-Dreikampf ist der 1. FC Heidenheim. Noch vor wenigen Wochen schien das Team von Trainer Frank Schmidt bereits abgeschlagen. Mittlerweile lebt die Hoffnung wieder.

St. Paulis Nikola Vasilj sagte über den Konkurrenten: „Wir haben nicht das Momentum, das gerade Heidenheim durch die letzten Spiele hat. Sie haben nicht aufgegeben, sondern haben angefangen, Spiele zu gewinnen.“

Und auch Blessin zollte Respekt: „Vor zehn Spieltagen war Heidenheim zehn Punkte weg und sie haben öffentlich geäußert, dass man praktisch abgestiegen sei. Dadurch haben sie den Druck weggenommen. Es ist schon eine Leistung.“

Schmidt selbst steht seit 2007 an der Seitenlinie der Heidenheimer und kämpft nun nach fast 19 Jahren im Club um das nächste Kapitel der Vereinsgeschichte. Im Interview mit der “Welt“ sagte der 52-Jährige zuletzt: „Der Klassenerhalt wäre ein Wunder. Aber was wäre der Mensch, würde er nicht daran glauben?“

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Torwart Nikola Vasilj muss mit dem FC St. Pauli gewinnen. Foto: Lobeca/Henning Rohlfs

Was passiert, wenn…?

…St. Pauli gegen Wolfsburg gewinnt?

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AOK
  • Dann springt St. Pauli mindestens auf Relegationsplatz 16. Gleichzeitig wäre Wolfsburg direkt abgestiegen, falls Heidenheim gegen Mainz punktet.

…Wolfsburg am Millerntor gewinnt?

  • Dann sichern sich die Niedersachsen mindestens Rang 16. St. Pauli wäre abgestiegen, falls Heidenheim ebenfalls gewinnt.

…St. Pauli und Wolfsburg unentschieden spielen?

  • Dann könnte Heidenheim mit einem Sieg beide Teams überholen. Spielt Heidenheim ebenfalls remis oder verliert, würde die Tordifferenz entscheiden.

…Heidenheim gewinnt?

  • Dann steigt mindestens eines der beiden Teams am Millerntor direkt ab. Heidenheim würde mindestens Platz 16 erreichen.

…Heidenheim nicht gewinnt?

  • Dann könnte der Sieger zwischen St. Pauli und Wolfsburg den Relegationsplatz sichern.

Millerntor soll zum Faktor werden

Die Hoffnung beim FC St. Pauli liegt nun vor allem auf der Atmosphäre im eigenen Stadion. Blessin sagte: „Unsere Fans sind nie vom Team abgerückt und haben uns immer hervorragend unterstützt.“

Torwart Vasilj ergänzte: „Unsere Fans werden uns wieder 90 Minuten und mehr unterstützen. In schwierigen Zeiten können unsere Fans uns einen Push geben. Wir können uns glücklich schätzen, für solch einen Verein zu spielen.“

Am Sonnabend entscheidet sich nun, ob dieser Push für den Klassenerhalt reicht – oder ob für einen der drei Clubs der Gang in die 2. Bundesliga beginnt.

Welche Mannschaft gewinnt das Landespokal-Finale?

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Der 34. Spieltag (16.5., alle 15.30 Uhr)

St. Pauli – Wolfsburg
Heidenheim – Mainz
Leverkusen – München
Dortmund – Hoffenheim
Frankfurt – Bremen
Hamburg – Augsburg
Köln – Freiburg
Leipzig – Berlin
Stuttgart – Mönchengladbach

Die Tabelle

1.FC Bayern München33117 : 3586
2.Borussia Dortmund3368 : 3470
3.RB Leipzig3365 : 4365
4.VfB Stuttgart3369 : 4761
5.TSG Hoffenheim3365 : 4861
6.Bayer 04 Leverkusen3367 : 4658
7.Sport-Club Freiburg3347 : 5644
8.Eintracht Frankfurt3359 : 6343
9.FC Augsburg3345 : 5743
10.1. FSV Mainz 053342 : 5337
11.Hamburger SV3339 : 5337
12.1. FC Union Berlin3340 : 5836
13.Bor. Mönchengladbach3338 : 5335
14.1. FC Köln3348 : 5832
15.SV Werder Bremen3337 : 5832
16.VfL Wolfsburg3342 : 6826
17.1. FC Heidenheim3341 : 7026
18.FC St. Pauli3328 : 5726

Bildquellen

  • Vasilj: Lobeca/Henning Rohlfs
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