Im Weserstadion am Bremer Osterdeich gibt es auch in der kommenden Saison Bundesliga-Fußball. Foto: Marcel Krause

Bremen – Die Bundesliga und die 2. Liga haben ihre Spielzeiten beendet, aber zwei Teams müssen oder dürfen nachsitzen. Die Betrachtungsweise des objektiven Beobachters kommt sehr darauf an, ob man ein Befürworter der Relegation ist oder nicht. Nun kommt es am Donnerstag um 20.30 Uhr im Weserstadion zum Relegations-Hinspiel zwischen dem SV Werder Bremen und dem 1. FC Heidenheim.

Alle die es mit dem SV Werder Bremen halten, dürften sich momentan in der zweiten Kategorie („dürfen“) befinden, denn lange sah es nicht danach aus, dass man diese Chance doch noch erhalten würde. Und es lässt sich sicher auch darüber streiten, ob diese Chance verdient ist oder nicht, aber es ändert nichts an der Tatsache, dass sie nun mal da ist. Und jetzt heißt es aus Sicht des SVW: Nutze sie! Wirtschaftlich ist der Verbleib in der Bundesliga ein absolutes Muss, denn ein Abstieg in die 2. Bundesliga hätte erhebliche Einbußen zur Folge. Und was es bedeutet, wenn man nicht sofort wieder aufsteigt, zeigt momentan eindrucksvoll der alte Nord-Rivale von der Elbe, der HSV.

Für den 1. FC Heidenheim hingegen ist die Teilnahme an der Relegation eher eine Art Belohnung für eine gute Saison. Die Heidenheimer können unbeschwert aufspielen, denn von ihnen hatte vor der Saison keiner so einen Saisonverlauf erwartetet und sie haben dementsprechend nichts zu verlieren.

Die Teams standen sich bisher in zwei Pflichtspielen gegenüber, beide im DFB-Pokal. 2011 gewann Heidenheim zu Hause mit 2:1, in dieser Saison gab es im Oktober 2019 ein deutliches 4:1 für Werder in Bremen.

Die Lage vor dem Hinspiel

Beim SV Werder sind bis auf die langzeitverletzten Kevin Möhwald und Nuri Sahin sowie den im Hinspiel Gelb-gesperrten Kevin Vogt alle Spieler einsatzbereit. Gefährdet ist Marco Friedl, für den eine weitere Gelbe Karte eine Sperre im Rückspiel bedeuten würde. Trainer Florian Kohfeldt sieht sein Team in der Favoritenrolle und geht auch nicht davon aus, dass jemand den Gegner unterschätzt. Der Druck sei sogar noch etwas größer als in der Vorwoche, aber er sieht den unbedingten Willen seines Teams, die Chance jetzt auch nutzen zu wollen. Die Mentalität werde entscheidend sein. Er sagte: „Wir wollen das unbedingt zu Ende bringen!“

Beim 1. FC Heidenheim steht hinter dem Einsatz von Arne Feick noch ein großes Fragezeichen. Gefährdet von einer Gelb-Sperre geht Konstantin Kerschbaumer in die Partie. Trainer Frank Schmidt sieht die Auswärtsbilanz seines Teams seit dem Re-Start durchwachsen, hofft aber auf eine Steigerung seiner Mannschaft und ein Ergebnis im Hinspiel, dass eine Entscheidung erst im Rückspiel zulässt.