Lübeck – Zwei Testspiele sind bisher für den VfB Lübeck gelaufen, beide waren erfolgreich. Nach monatelanger Abstinenz durften sogar Fans dabei sein – allerdings nur, weil die Partien in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern ausgetragen wurden. Dort sind insgesamt 500 Personen pro Begegnung zugeladen. Das Ganze inklusive der Mannschaften und ihren Betreuern. So waren beim 5:0-Sieg in Neetze, wo Regionalligist Lüneburger SK seine Heimspiele derzeit austrägt 421 Zuschauer dabei. Am vergangenen Dienstag kamen 438 Fußballbegeisterte und sahen einen 3:1-Erfolg für den Drittligisten gegen FC Mecklenburg Schwerin. Einige Anhänger der Grün-Weißen waren bei beiden VfB-Auftritten dabei, doch das ist es erst einmal gewesen – vorerst. Dem bevorstehenden Testspiel beim Hamburger SV am Freitag kann man nicht beiwohnen. Das Spiel wird allerdings vom HSV im Internet gestreamt. Die Möglichkeit eine Trainingseinheit zu verfolgen, ist genauso wenig drin.

Finale nur live im TV zu sehen

Vor der Partie bei den Mecklenburgern informierte der Schleswig-Holsteinische Fußballverband (SHFV) darüber, dass das Landespokalfinale am 22. August zwischen dem VfB Lübeck und SV Todesfelde in Malente unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen wird. Eine Enttäuschung für alle, denn die Emotionen können die Fans beider Teams jetzt nur noch live am Fernseher erleben. Die ARD überträgt im Rahmen des „Finaltag der Amateure“ das Spiel ab 16.45 Uhr. Trotz der Lockerungen vom Mittwoch für Schleswig-Holsteins Sportler bleibt es dabei: keine Zuschauer beim Finale!

Projekt „BeGeisterer“ ins Leben gerufen

Solidarität darf dennoch gezeigt werden, denn der SHFV verkauft dafür „Geistertickets“. Dazu teilte der Verband folgendes mit:

Unter dem Motto „Begeisterung trotz Geisterspiel“ sind ab sofort unter tickets.vfb-luebeck.de virtuelle Endspiel-Tickets zu erwerben. Die Einnahmen sollen allen Beteiligten helfen, zumindest den wirtschaftlichen Verlust abzumildern.

Das Ziel ist, mittels einer zumindest virtuell gut gefüllten Lohmühle zu zeigen, dass das Nachbarschaftsduell unter normalen Umständen eher in einem Hexenkessel statt als Geisterspiel stattgefunden hätte. Die entsprechende Idee aus dem VfB-Vorstand nahmen der SV Todesfelde, der ausgerechnet das größte Spiel seiner bisherigen Vereinsgeschichte unter den Corona-Bedingungen spielen muss, und der Verbands gerne auf. Wie bei jedem Pokalspiel üblich, werden alle Einnahmen zwischen den beteiligten Vereinen gleichmäßig geteilt. Auch der SHFV erhält wie üblich seinen Anteil, der dieses Jahr statt als Verbandsabgabe als Spende in das Projekt „BeGeisterer“, welches die Talentförderung des SHFV stärken soll, fließen wird.

Rund 15.000 Tickets im Umlauf

Zuletzt wurden für LOTTO-Pokalendspiele mit VfB-Beteiligung zwischen 3.500 und 7.000 Karten verkauft. Insgesamt stehen 15.292 Tickets zur Verfügung – die Kapazität der Lohmühle ohne Baumaßnahmen und Sicherheitsauflagen. Stehplätze kosten 5 Euro (wobei die Blöcke A und B den Todesfelde-Anhängern vorbehalten sind, die Blöcke in der Pappelkurve den VfB-Fans), Sitzplätze sind für 10 Euro zu haben. Zudem werden auch VIP-Tickets für 50 Euro angeboten. Jedes Ticket hilft allen Beteiligten im Finale – und sendet ein Zeichen der Unterstützung an die Spieler auf dem Endspielrasen in Malente, die auf gewohnte Reaktionen von den Rängen verzichten müssen. >>>