Der Einwurf ins Glück: TSV Pansdorf II steigt in die Verbandsliga auf

Spannendes Rückspiel in Pansdorf

Der TSV Pansdorf II setzte sich knapp gegen Eutin 08 II durch und steigt in die Verbandsliga auf. Foto: Lobeca/Niklas Runne
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Pansdorf – Das Warten hatte ein Ende. Am Freitagabend stand das Rückspiel der Aufstiegsrelegation zur Verbandsliga zwischen dem TSV Pansdorf II und Eutin 08 II an und es sollte richtig spannend werden. Nach dem Hinspiel, das mit einem 1:1 keinen Sieger fand, war die Ausgangslage komplett offen für das zweite Duell der beiden ostholsteinischen Vizemeister. Vor einer erneut eindrucksvollen Kulisse ging es heiß her, denn es war ein typisches Alles-oder-nichts-Spiel. Am Ende wurde ein Sieger gefunden, der den Gang eine Klasse höher macht.

Enorme Spannung

Bereits vor dem Hinspiel in der vergangenen Woche zwischen Eutin 08 II und dem TSV Pansdorf II war die Vorfreude und Spannung in der Region gewaltig. Zwei Mannschaften trafen aufeinander, die so viele Geschichten mit sich brachten, die jeweils eine richtig starke Saison spielten und die zudem noch in Form eines Derbys eine große Portion Brisanz in die beiden Duelle brachten. Es wurde alles versprochen, was sich der Fußballfan wünscht, sodass bereits im Hinspiel am Eutiner Waldeck über 400 Zuschauer eintrafen, um zwei starke Teams zu sehen, die sich nichts schenkten und am Ende gleichwertig auftraten. Einer besseren ersten Halbzeit des TSV stand eine verbesserte der Eutiner gegenüber, sodass es zur „Halbzeit“ dieser Aufstiegsrelegation weiterhin sehr schwer blieb, einen Favoriten für das Rückspiel zu bestimmen. Daher wurde diesem mit noch mehr Spannung entgegengefiebert, denn es stand alles auf null und klar war, dass es am Techauer Weg in alle Richtungen gehen könnte.

Defensivbollwerk gegen Offensivwucht

Der Heimvorteil lag dabei auf Seiten der Pansdorfer, die mit nur zwei Saisonniederlagen die Vizemeisterschaft in der Kreisliga Südost einfuhren. Es war eine Spielzeit des Verbandsliga-Absteigers, die sich absolut sehen ließ, denn in der wohl stärksten Kreisliga des Landes zeigte sich dieser enorm konstant und defensivstark, bezwang zudem den Meister und kam mit einer Serie von über 20 ungeschlagenen Spielen im Rücken. Eutin ist bereits zum zweiten Mal in Folge in der Relegation vertreten gewesen und wollte nach der exakt gleichen Punktzahl wie im Vorjahr nun aber den Sprung eine Liga höher schaffen. Die junge Truppe von Jasper Frahm, der zur neuen Saison in die Landesliga-Mannschaft aufsteigt, steht für spektakulären Offensivfußball, viele Tore und eine hohe Qualität mit dem Ball, aber auch für Intensität nach Ballverlusten. Somit standen sich zwei hochinteressante Mannschaften gegenüber.

Abwartende Anfangsphase

Mit Blick auf das Personal der beiden Teams gab es auf Seiten der Pansdorfer zwei Veränderungen. Tobias Graefe fiel krankheitsbedingt aus und wurde durch Willem Stendorf ersetzt. Zudem begann auch Nephew Hinze auf dem linken Flügel für Fabian Schulz. Eutin schickte die identische Elf aus dem Hinspiel ins Rennen, musste allerdings auf Joker Dustin Uchneytz verzichten, der sich im Abschlusstraining das Außenband riss. Taktisch gab es auf beiden Seiten durchaus Änderungen. Pansdorf agierte mit Stendorf als Zielspieler vorne drin. Auf Eutiner Seite rückte Lennard Jakubenko ins Zentrum, stattdessen agierte Max Golovcanski auf der Außenbahn. Die Anfangsphase bot wenige Highlights. Beide Mannschaften agierten mit einer großen Portion Vorsicht, denn es sollte auf keinen Fall ein frühes Gegentor geben. Man neutralisierte sich, wobei Eutin in den ersten Minuten mehr Kontrolle hatte, bevor sich das Bild nach einer Viertelstunde änderte. Abschlüsse gab es allerdings in der Anfangsphase keine. Nach zwölf Minuten gab es dann das erste offensive Highlight. Tom Volkmann brachte den Ball herein, fand jedoch niemanden in der Mitte.

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pan 08 @ Der Einwurf ins Glück: TSV Pansdorf II steigt in die Verbandsliga auf
Im ersten Durchgang fielen noch keine Tore. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Gutzeit scheitert an Raube – Riesenchance für Eutin

Einen ersten Aufreger gab es in der 17. Minute, als Pansdorf auf dem Weg in Richtung Tor war, jedoch von 08-Kapitän Jannik Sarnow gelegt wurde. Das Foulspiel war unstrittig, doch die Farbe der Karte sollte spannend werden. Der Schiedsrichter beließ es bei einer Gelben Karte, wobei auch die Notbremse vertretbar gewesen wäre. So blieb es beim Elf gegen Elf und der anschließende Freistoß ging knapp über den Querbalken. Dies war der erste richtige Torschuss der Partie durch Cedric Wilcken. Im Anschluss wurde nun auch Eutin mal zwingender. Nach einem Ballverlust schalteten die Gäste schnell um, Golovcanski bediente Jorge Bruckmann, doch der Flügelspieler zog ein gutes Stück am langen Eck vorbei. Wenige Minuten später sollte es dann eine Schlüsselszene in diesem Spiel geben. Einen langen Ball verlängerte Schumacher per Kopf, sodass Monty Gutzeit in aussichtsreicher Position zum Abschluss kam, jedoch am Pansdorfer Schlussmann Patrick Raube scheiterte. Es war die beste Chance der ersten Hälfte, die die Gästebank beinahe zum Toben brachte.

Keine Tore zur Pause

Anschließend gab es Abschlüsse auf beiden Seiten. Gutzeit verpasste ein weiteres Mal, Rick Jacobsen köpfte drüber, doch auf der anderen Seite waren es auch Rosenlöcher und Jalas, die knapp verpassten. Drei Minuten vor der Pause gab es noch einmal einen Aufreger im Pansdorfer Sechzehner, als Gutzeit gegen Knetsch zu Fall kam, die Pfeife des Unparteiischen jedoch stumm blieb. So ging es ohne Tore in die Pause und es war ein Spiel, geprägt von Spannung, aber auch Vorsicht, denn keiner wollte den entscheidenden Fehler machen. Chancen gab es dennoch auf beiden Seiten, wobei die Gäste die beste hatten. Nichtsdestotrotz stand weiterhin alles auf null und blieb komplett offen, sodass sich die zahlreichen Zuschauer auf eine spannende zweite Hälfte freuen durften.

Der eine entscheidende Moment

Zum zweiten Durchgang stellte Eutin etwas um, denn nun kam Bruckmann über die rechte anstatt wie in der ersten Halbzeit über die linke Seite. Die ersten Minuten waren erneut erst einmal von Abtasten und Vorsicht geprägt, doch dann wurde es gefährlich. Gutzeit zog knapp am langen Eck vorbei. Kurz darauf war es Kevin Knetsch, der gegen Golovcanski rettete und eine gute Chance verhinderte. Eutin war in Durchgang zwei zwingender, während Pansdorf wenige klare Gelegenheiten herausspielte. Wenn es gefährlich wurde, waren es oftmals die außergewöhnlichen Einwürfe von Lennart Gönnemann, die in den Strafraum flogen. Dieser brachte 18 Minuten vor Ende der regulären Spielzeit auch einen Kopfball aufs Tor, doch zu zentral, sodass Keeper Niklas Heesch den Ball fangen konnte. Pansdorf, das gewechselt hatte und unter anderem Kapitän Niklas Simon brachte, wurde etwas zwingender und bekam in der 77. Minute einen Einwurf. Wie so oft war es Gönnemann, der den Ball reinschleuderte. Simon (77.) verlängerte per Kopf und Schumacher konnte nicht klären, sodass Heesch geschlagen war. Es war das späte Tor für Pansdorf, das die Tür zum Aufstieg um einen großen Schritt öffnete. Eutin musste nun alles reinwerfen, wurde jedoch kaum noch zwingend. Die letzte Chance blieb trotz sieben Minuten Nachspielzeit aus und mit der Gelb-Roten Karte für Sarnow nach einem Foul gegen Lukas Quandt wurde es nicht einfacher.

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Jubel nach dem Siegtreffer. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Zwei komplett verschiedenen Gefühlswelten

Um exakt 21.30 Uhr ertönte dann der Abpfiff auf dem Kunstrasen am Techauer Weg und die Emotionen hätten kaum unterschiedlicher sein können. Pansdorf jubelte ausgelassen, feierte die Rückkehr in die Verbandsliga, während die Enttäuschung auf der anderen Seite riesig war. Die Spieler sackten zu Boden, waren von Tränen überwältigt. Trainer Jasper Frahm, für den es das letzte Spiel als Coach der Zweiten war, die er vor drei Jahren vom Fast-Absteiger zu einem mehrfachen Fast-Aufsteiger mit vielen jungen Spielern und einem riesigen Potenzial formte, aber auch Niklas Heesch und viele weitere Eutiner waren kaum zu trösten. Erneut stand man mit leeren Händen da, denn man verlor bereits im Vorjahr knapp in den Aufstiegsspielen. Dennoch darf man stolz auf die Saison und auch die Auftritte in den beiden Spielen sein, denn die Rosenstädter waren nicht die schlechtere Mannschaft. Beide begegneten sich absolut auf Augenhöhe, doch am Ende war es ein einziger Moment, der dieses Duell entscheiden sollte.

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Jorge Bruckmann war die Enttäuschung nach Abpfiff ins Gesicht geschrieben. Foto: Lobeca/Niklas Runne
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