
Kiel – In der Liga blieb man bislang weit unter den eigenen Ansprüchen und auch am vergangenen Wochenende musste erneut eine Heimpleite eingesteckt werden – doch all das ist am morgigen Mittwoch egal. Holstein Kiel empfängt den VfB Stuttgart im Viertelfinale des DFB-Pokals. Anderer Wettbewerb, andere Gesetze – darauf werden die Störche vertrauen, denn auch wenn ein Bundesligist und gleichzeitig der Titelverteidiger an die Förde kommt, ist in einem Spiel bekanntlich alles möglich.
Nicht nur den Bus parken
Den genauen Matchplan gab Holstein-Coach Marcel Rapp offensichtlich nicht preis, aber „grundsätzlich wird es so sein, dass wir Phasen aushalten müssen, in denen der VfB viel Ballbesitz hat. Das entspricht ihrer Spielweise, und das machen sie auch sehr gut. Entsprechend wird es Momente im Spiel geben, in denen wir verteidigen müssen – das ist aber kein Problem. Wichtig ist trotzdem, dass wir selbst auch den Ball haben und Fußball spielen.“
Tapfere Bilanz
„Wir haben im vergangenen Jahr in der Bundesliga gegen den VfB gezeigt, dass wir dazu in der Lage sind und auch längere Ballpassagen haben können. Nur zu verteidigen wird auf Dauer schwer. Deshalb wird es auf einen guten Mix aus beidem ankommen. Wir müssen uns auf alle Spielsituationen einstellen und werden die Mannschaft entsprechend gut darauf vorbereiten“, so der Trainer weiter. Tatsächlich hat die KSV bewiesen, dass sie mit den Schwaben mithalten kann. Aus den letzten vier direkten Aufeinandertreffen verloren die Kieler nur eines, zwei davon entschieden sie sogar für sich (Saison 2019/2020).
Was spricht sonst für Holstein Kiel?
„Wenn man nüchtern ist, gar nichts. Ehrlich gesagt gibt es viele Faktoren, die gegen uns sprechen – aber genau das macht dieses eine Spiel im Pokal ja aus. Ich habe den Eindruck, dass die Jungs bereit sind, dass sie fit sind, und das ist eine Grundvoraussetzung für eine gute Leistung. Das zeigen sie auch immer wieder. Man hat in Wolfsburg und in Hamburg gesehen, was möglich ist. Von daher spricht grundsätzlich nicht viel für uns – aber genau das ist es, was den Pokal ausmacht“, stellte Rapp klar.
„Hoffen, dass der VfB nicht seinen besten Tag erwischt“
KSV-Kapitän Steven Skrzybski erklärte: „Im Pokal ist bekanntlich alles möglich. Uns ist aber auch klar, dass wir dafür an unsere absolute Leistungsgrenze kommen müssen. Gleichzeitig braucht es vielleicht auch ein Stück weit die Hoffnung, dass der VfB nicht seinen besten Tag erwischt. Dennoch können wir selbst Einfluss darauf nehmen. Entscheidend wird sein, dass wir unsere Chancen in der Offensive konsequent nutzen und defensiv möglichst kompakt stehen.“
Der bisherige Weg – beide zeigen Nerven vom Punkt
Holstein Kiel hat im bisherigen Wettbewerb bereits gezeigt, dass sie Favoriten und vor allem Bundesligisten ärgern können. Auf ein unspektakuläres 2:0 beim FC 08 Homburg zum Auftakt folgte der überraschende 1:0-Sieg in Wolfsburg. Im Achtelfinale setzte man sich dramatisch nach Verlängerung und Elfmeterschießen gegen den Hamburger SV durch.
Der VfB Stuttgart begann die Reise als amtierender Titelträger in Braunschweig. Ein denkwürdiger Pokalabend endete ebenfalls mit der Entscheidung vom Punkt – mit dem glücklicheren Ende für die Schwaben. Daraufhin kegelte man sowohl den FSV Mainz als auch den VfL Bochum jeweils auswärts mit 2:0 aus dem Wettbewerb.
Das Viertelfinale (3.2. – 11.2.2026)
Leverkusen – St. Pauli 3:0
Kiel – Stuttgart (Mi., 20.45 Uhr)
Hertha – Freiburg (10.2., 20.45 Uhr)
Bayern – Leipzig (11.2., 20.45 Uhr)
Bildquellen
- Weiner: Lobeca/Norbert Gettschat
- Rapp: Lobeca/Felix Schlikis
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