
Lübeck – Am siebten Spieltag in der Kreisliga Süd geht es wieder ordentlich zur Sache. Es wartet ein echtes Topspiel. Doch es kommt auch zum Stormarn-Duell beim heimstarken Tabellenführer. In einigen Spielen ist die Rollenverteilung ziemlich klar, doch der Respekt vor dem Gegner immens groß. Gleich zwei Spiele wurden verlegt, sodass es nur zu sechs Partien kommt.
Ratzeburger SV II – TSV Kücknitz (Sa., 14 Uhr)
Der TSV Kücknitz hat am vergangenen Sonntag gezeigt, welch hohe Qualität in ihm steckt. Gegen Aufsteiger Krummesse feierte die Mannschaft vom Roten Hahn einen souveränen 6:0-Sieg, wobei vor allem Maurice Maletzki herausragen sollte. Es war das zweite Spiel gegen einen Aufsteiger in Folge und nun wartet direkt das dritte. Der Ratzeburger SV II wartet, der eher schleppend in die Saison kam. Mit nur einem Sieg aus den ersten sechs Spielen brauchte der ungeschlagene Meister der Kreisklasse A etwas Zeit, um in der Liga anzukommen. Die Niederlage gegen Krummesse war ein herber Dämpfer am ersten Spieltag und auch das Remis gegen Stockelsdorf war zu wenig. Dem stehen allerdings auch Auftritte gegenüber, wie gegen Schlutup oder Siebenbäumen, wo sich die Mannschaft vom Riemann sehr stark präsentierte und vier Punkte holte. Am vergangenen Sonnabend gab es bei Lübeck 1876 allerdings wieder einen enttäuschenden Auftritt, denn offensiv ging zu wenig, sodass auf den einzigen Treffer der Gäste keine Antwort mehr folgte.
Nun gastiert Kücknitz am „Riemann“ und somit ein weiteres Spitzenteam der Liga. Es wartet auf den Aufsteiger eine schwierige Aufgabe, wobei es defensiv mehr Stabilität braucht. Vergangene Saison wurden gerade einmal zehn Gegentreffer kassiert, nun sind nach sechs Spielen bereits 16, was die klare Steigerung der Liga zeigt. Daher braucht es für den RSV am Sonnabend auch eine Top-Leistung, um gegen den offensivstarken Gegner aus Lübeck zu bestehen. Trainer Paul Dietz sagt: „Mit Kücknitz erwarten wir einen starken Gegner, welcher mit Rückenwind aus dem Krummesse-Spiel kommen wird. Wir müssen im Vergleich zur letzten Woche präziser und effizienter werden, um die drei Punkte am Riemann zu halten.“ Für Kücknitz wird es eine spannende Aufgabe, die man nicht allzu gut kennt. Dennoch ist zu erwarten, dass die Mannschaft von Mirco Groß ganz klar ihr gewohntes Spiel auf den Rasen bringen und die drei Punkte einfahren möchte. Der Trainer sagt: „Wir erwarten ein schwieriges Spiel gegen Ratzeburg, welches wir noch nicht genau einschätzen können , da ich zwei komplett unterschiedliche Spiele von ihren gesehen habe. Wir wollen unsere Leistung aus den letzten Spielen bestätigen und uns weiter entwickeln defensiv kompakter stehen. Personell kommt zumindest Birkholz und cekim zurück in den Kader , leider müssen wir dafür auf 2 andere Jungs verzichtenm Aktuell fehlen uns nach wie vor acht Jungs.“
Fortuna St. Jürgen – TSV Travemünde (So., 13 Uhr)
Die Erleichterung war groß, als am vergangenen Sonntag nach fünf sieglosen Spielen endlich der erste Dreier eingetütet wurde. Der SV Fortuna St. Jürgen beendete die Krise und schaffte es nach einem absoluten Fehlstart, endlich zu punkten. In Rethwisch war es zur Pause noch ein offenes Spiel ohne Tore, doch nach dem Seitenwechsel platzte endlich der Knoten. 4:0 gewann die Mannschaft vom Kalkbrenner und dies ausgerechnet bei einem solch heimstarken Gegner auf einem Rasenplatz. Mit Blick auf das Programm der nächsten Wochen war dies für St. Jürgen enorm wichtig, denn nun stehen richtige Brocken bevor. Mit Travemünde, Eichholz II, Breitenfelde/Mölln und Wentorf warten vier Teams, die vor der Saison mehrfach zu den Favoriten genannt wurden. Mit dem Heimspiel gegen Travemünde startet es, doch an diesen Gegner hat man noch gute Erinnerungen. Vergangene Saison gab es einen hochverdienten 3:1-Heimsieg gegen den Verbandsligaabsteiger von 2025. Anton Mitterhuber war mit seinem Doppelpack der Held und hatte einen großen Anteil daran, dass der Pausenrückstand gedreht wurde. Nun, vor dem Duell am Sonntag sagt Andre Meese, Coach des SV Fortuna: „Wir erwarten am Sonntag einen ambitionierten Gegner mit individueller Klasse, die aus einem spielfreien Wochenende kommen. Dennoch wollen wir an unser letztes Spiel anknüpfen, auch wenn aufgrund einer Erkältungswelle einige personelle Veränderungen anstehen werden. Aber diese Situation kennen wir bereits aus der Vorsaison und werden das Spiel entsprechend angehen, um die Punkte am Kalkbrenner zu behalten.“
Für den TSV Travemünde ist es das erste Spiel nach einer Woche Pause. Das geplante Heimspiel gegen Wentorf wurde verlegt und daher konnte man sich auskurieren. Vor diesem gab es allerdings mit dem 2:1-Sieg bei der SG Breitenfelde/Mölln einen hochverdienten Sieg, wobei das Ergebnis letztlich knapper als der Spielverlauf war. Eine Niederlage steht auf dem Konto der Mannschaft von der Ivendorfer Landstraße, diese beim katastrophalen Auftritt in Rethwisch. Ansonsten gab es drei Siege und das Remis gegen Top-Favorit Eichholz II, sodass man voll und ganz oben dabei ist. Dies soll auch so bleiben, doch der Respekt der Monte-Kicker vor der Fortuna ist riesig. Trainer Christian Jetz sagt: „Fortuna hat am Ende der Saison und in der Vorbereitung gezeigt, wie stark sie sind. Das 4:0 in Rethwisch ist ein echtes Ausrufezeichen, sie gehören nie und nimmer in die untere Tabellenregion. Daher wissen wir, was die Stunde geschlagen hat und hoffen, dass die Woche Pause uns gut getan hat. Dieses Spiel ist ein absoluter Gradmesser, ob wir uns nach oben orientieren dürfen oder ins Mittelfeld gehören. Personell fehlen immer mal ein paar Spieler, aber das darf unser Kader gern in voller Breite auffangen.“
TSV Zarpen – VfL Rethwisch (So., 13.30 Uhr)
Es ist schon der siebte Spieltag, der am Wochenende ansteht und nur noch eine Mannschaft ist ungeschlagen. Der TSV Zarpen sorgt als Aufsteiger für ordentlich Furore, denn man brauchte keinerlei Eingewöhnungszeit in der neuen Liga. Stattdessen feierte die Mannschaft aus dem Otto-Dechert-Stadion bereits einige Siege und hat somit 14 von 18 Punkten auf dem Konto. Zwar gab es gegen Schlutup und Kücknitz nur Unentschieden, doch mit Azadi II oder aber Siebenbäumen wurden auch Mannschaften mit großen Ambitionen geschlagen. Zuletzt drohten mehrfach Punktverluste, doch sie sind die Last-Minute-Könige. Dreimal war es die Nachspielzeit, in der es noch den Treffer gab. Gegen Kücknitz sollte es die erste Niederlage abwenden, während es gegen Lübeck 1876 und zuletzt bei Viktoria der späte Siegtreffer war. Sie sind derzeit einfach nicht zu schlagen und dennoch läuft bei weitem nicht alles perfekt. Tobias Clasen, Trainer des aktuellen Tabellenführers, sagt: „Wir wollen vor allem mit dem Ball ruhiger und zielstrebiger spielen und unsere Chancen konsequenter nutzen. Anknüpfen wollen wir an unseren Einsatz und den Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. Wenn wir wieder mit dieser Einstellung ins Spiel gehen, haben wir eine gute Basis.“
Es wartet nun mit dem Heimspiel gegen den VfL Rethwisch eine Partie, in der es keineswegs einfach werden wird. Was für ein Spiel zu erwarten ist, verriet Clasen: „Wir erwarten ein intensives und umkämpftes Spiel. Der Gegner hat in den letzten beiden Spielen verloren und daher werden sie alles tun, um das zu ändern gegen uns. Gerade in der Kreisliga gibt es keine einfachen Spiele – deshalb müssen wir unsere Leistung auf den Platz bringen und wieder als Mannschaft auftreten.“ Mit Blick auf die personelle Situation muss auf einige Spieler verzichtet werden: „Personell sind wir aktuell leider weiterhin etwas gebeutelt. Einige Spieler fehlen verletzungsbedingt oder stehen aus anderen Gründen nicht zur Verfügung. Trotzdem haben wir einen guten Kader und vertrauen auf die Jungs, die am Wochenende auf dem Platz stehen. Wir werden alles daransetzen, die drei Punkte zu holen.“
Für den VfL Rethwisch ist das kommende Spiel nach den Niederlagen zuletzt kein Unwichtiges. Man möchte nicht in eine Ergebniskrise geraten, denn nach dem erfolgreichen Start landete man zuletzt wieder ziemlich hart in der bitteren Realität der Kreisliga. Die Pleiten in Wentorf und gegen St. Jürgen waren deutlich, denn es steht ein Torverhältnis von 0:8 aus diesen beiden Spielen. Sieben der acht Gegentore wurden nach der Pause kassiert, was nur schwer zu erklären war. Am Dienstagabend begrüßte man Titelverteidiger und Oberligist SV Eichede am heimischen Buchrader Weg. Dabei sollte es ein ganz starker Auftritt des Kreisligisten sein, der es schaffte, zwischenzeitlich auf 1:2 zu stellen und für einen Hauch Spannung sorgte. Am Ende gab es eine 1:3-Niederlage, doch der Auftritt machte Mut, war Werbung für den VfL und ein Schritt in die richtige Richtung. Daher sagt Coach Till Knifka: „Wenn wir uns wieder konzentrieren und so spielen wie am Dienstag im Pokal, können wir jeden schlagen. Leider stehen wir uns mental oft selbst im Weg, was es dann oft schwer macht. Hier gilt es jetzt konstant, konzentriert und leidenschaftlich zu spielen.“ Die Aufgabe wird allerdings keineswegs eine einfache sein. Mit Zarpen kommt der Spitzenreiter. Zu diesem heißt es: „Wir erwarten einen spielstarken und fitten Gegner.“ Dem Kader fehlte in der Vorbereitung oftmals die Breite, wenn man auf die Testspiele guckt. In der Liga sah es soweit ganz okay, doch auch nicht perfekt aus. Der Coach sagt: „Personell sind wir ganz gut besetzt, haben aber mittlerweile leider auch ein paar Verletzte.“ Die kommende Aufgabe hat es in sich, doch mit Eichholz II und Travemünde begegnete der VfL auch schon bereits zwei Spitzenteams. Dort schlugen sich die Stormarner sehr gut. Schließlich wurde Travemünde geschlagen.
Lübeck 1876 – SV Azadi Lübeck II (So., 14 Uhr)
Die bisherige Saison ist für den SV Azadi Lübeck II ein Auf und Ab. Nach einer 1:4-Pleite zum Start beim TSV Zarpen sollten drei Siege in Serie folgen. Die Zweitvertretung fand sich im oberen Drittel der Tabelle wieder, wo man gerne auch die Saison beenden möchte, doch es war nur eine Momentaufnahme. Nach den Siegen gegen die Aufsteiger Krummesse und Ratzeburg II sowie ATSV Stockelsdorf, wo die Lübecker jeweils der klare Favorit war, sollte es zuletzt gegen Schlutup (3:5) und Siebenbäumen (0:4) Niederlagen geben. In beiden Spielen boten sich durchaus Chancen, etwas Spannung zu entfachen, doch diese blieben ungenutzt. In der eigentlich so starken Offensive hakt es trotz 14 erzielten Toren noch und hinten, wo es zwischenzeitlich so schien, als wäre mehr Stabilität reingekommen, sollte es wieder mehr Gegentore geben. Nun steht ein Spiel gegen einen etwas anderen Gegner bevor als noch zuletzt.
Lübeck 1876 wartet nun auf den SV Azadi II und somit eine Mannschaft, die sämtliche Zweifel beseitigt hat. Nach dem Umbruch im Sommer war eine schwere Saison zu erwarten, was das Pokalaus in Stockelsdorf sowie die 1:6-Klatsche in Breitenfelde zeigten. Danach ging allerdings ein Ruck durch das Team, sodass sich enorm stabilisiert wurde. Vier Siege aus fünf Spielen, darunter dreimal ohne Gegentor, zeigen die Qualität, die im Team steckt. Mit viel Erfahrung und Disziplin gegen den Ball machen sie es einigen Gegnern schwer. So soll es auch Sonntag gegen die Landesliga-Reserve sein. Dort braucht es erneut eine gute Defensive sowie gute Umschaltmomente. Andreas Beyer meint: „Gegen Azadi waren es in der Vergangenheit immer knappe und intensive Spiele und das erwarten wir auch am Sonntag. Es gilt wieder eine engagierte Mannschaftsleistung auf den Platz zu bringen, um die Punkte an der Travemünder Allee zu behalten.“
SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg – Eichholzer SV II (So., 15 Uhr)
Es ist das Topspiel am kommenden Wochenende. Mit der SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg und dem Eichholzer SV II treffen zwei Teams aus dem Favoritenkreis der Kreisliga Süd aufeinander. Während die Lauenburger durchaus als Geheimfavorit galten, ist der ESV II der Top-Favorit der Liga. Dies zeigten die Lübecker auch bereits mit 13 Punkten aus den ersten sechs Spielen. Einzig bei Angstgegner SV Viktoria 08 musste sich die Mannschaft von der Guerickestraße geschlagen geben. Ansonsten war es ein gelungener Auftakt, trotz etwas Sand im Getriebe in den ersten Wochen. Zuletzt sollte sich allerdings zeigen, wie stark die Eichholzer wirklich sind. Es gab in einem hochklassigen Topspiel gegen Travemünde ein gerechtes 2:2-Remis, bevor im Anschluss Stockelsdorf (8:3) bezwungen wurde. Offensiv war es ein herausragender Auftritt, auch wenn die Chancenverwertung noch Luft nach oben zeigte. Gegen Breitenfelde/Mölln sollte es personell eine große Herausforderung werden, doch trotz einiger fehlender Leistungsträger war es ein souveräner 3:1-Sieg, bei dem sich der Aufsteiger von 2025 enorm stabil zeigte und kaum etwas zuließ. Nun wartet mit der SGWSS ein schwieriger Gegner. Eichholz-Coach Stephan Lindhoff sagt: „Am Sonntag erwartet uns ein schweres Auswärtsspiel bei der starken SG Wentorf/Schönberg. Die SG verfügt über gute Einzelspieler sowie einem starken Teamgeist. Sie spielen einen ansehnlichen Fußball. Darauf werden wir uns einstellen und selbstverständlich versuchen, unser Spiel auf den Platz zu bekommen. Die letzten Spiele haben wir uns schon gesteigert. Wir hoffen, diesen Flow beizubehalten. Personell müssen wir auf einige Spieler erneut verzichten, aber unser Kader ist stark genug, um das aufzufangen.“
Die SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg kam schleppend in die Saison. Zwei Niederlagen waren es zum Start, sodass die Mannschaft von Niklas Oelrichs und Dennis Hadler einen Fehlstart in der neuen Liga hinlegte. Im Anschluss ging es allerdings wieder in richtige Richtung. Sieben Punkte aus drei Spielen, darunter ein Sieg gegen den TSV Kücknitz, zeigten die Qualität, die das Team aus der Sparrbucht verfügt. Nun gab es zuletzt ein spielfreies Wochenende, denn das Spiel beim TSV Travemünde wurde verlegt. Dies wäre bereits ein echtes Topspiel gewesen. Nun wartet die wohl schwierigste Aufgabe der Saison. Hadler sagt: „Nach einer Woche Pause erwarten wir mit Eichholz II das Topteam der Liga. Der Eichholzer Kader hat definitiv mehr als Kreisliga-Niveau und ich denke, alles andere als Platz 1 wäre da eine Überraschung. Da es immer mal wieder Unterstützung vom Landesligateam gab in der Vergangenheit, ist die Vorbereitung auf den Gegner nicht einfach.“ Zudem sind die Vorzeichen für die Lauenburger alles andere als gut. Der Trainer setzt fort: „Wir würden trotzdem gern unsere Serie mit 7 Punkten aus den letzten 3 Spielen fortsetzen, stehen aber vor großen personellen Problemen, sodass uns Sonntag aus unterschiedlichsten Gründen außergewöhnlich viele Spieler nicht zur Verfügung stehen. Wir hatten bei Eichholz bezüglich einer Verlegung angefragt, was abgelehnt wurde. Wir werden aber alles geben und mit dem verbleibenden Kader und Unterstützung aus der zweiten Herren versuchen, auf dem Platz ein maximal unangenehmer Gegner zu sein und schauen dann, wofür es reicht.“
Der 7. Spieltag im Überblick
ATSV Stockelsdorf – SG Breitenfelde/Mölln (Fr., 19 Uhr)
Ratzeburger SV II – TSV Kücknitz (Sa., 14 Uhr)
Fortuna St. Jürgen – TSV Travemünde (So., 13 Uhr)
TSV Zarpen – VfL Rethwisch (13.30 Uhr)
Lübeck 1876 – SV Azadi Lübeck II (14 Uhr)
SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg – Eichholzer SV II (15 Uhr)








