Carina Gerlach links im grünen Trikot als Zuschauerin fiebert bei den Spielen ihres Mann Jannik mit
Foto: Andreas Schock
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Barmenia Roland Kahl

Lübeck – Vor fast einem Jahr wechselte Jannik Gerlach zum Eichholzer SV, dort wo er schon Trainer der Damen-Mannschaft war und sich familiär bestens aufgehoben fühlt. Nicht nur weil der Verein inzwischen eine Top-Adresse darstellt, sondern auch, weil seine Frau Carina dort spielt. Eine ungewöhnliche Zusammensetzung, denn er ist ihr Trainer – sie feuert ihn bei seinen Spielen mit der Verbandsliga-Herren-Mannschaft an. Er ist eine Tormaschine: 127 Spiele in drei Ligen, 104 Tore gibt die Statistik her. HL-SPORTS traf den 25-Jährigen zum Interview.

HL-SPORTS: Moin Jannik, fast ein Jahr ESV sind rum. Wie bist du angekommen?

Jannik Gerlach: Ich bin super angekommen und wurde sofort gut aufgenommen, auch von der 2. Mannschaft und den Zuschauern.

HL-SPORTS: Vermisst du den höherklassigen Fußball, nachdem du im Winter aus der Oberliga zwei Stufen runtergangen bist?

Jannik Gerlach: Was heißt vermissen. Natürlich würde ich gerne nochmal höher spielen, aber ich habe momentan sehr viel Spaß am Kicken und denke da gerade nicht wirklich drüber nach.

HL-SPORTS: Welchen fußballerischen Unterschied machst du zwischen Ober- und Verbandsliga aus?

Jannik Gerlach: In der Oberliga gibt es viele Spieler, die noch höher gespielt haben. Da ist ein anderer Ehrgeiz zu spüren und technisch ist es ein anderer Schnack. Bei Strand haben wir die Spiele fast immer mit viel Ruhe und Cleverness zu Ende gespielt, sowas gibt es in der Verbandsliga eher weniger.

HL-SPORTS: Herbstmeisterschaft eingetütet, Verfolger hinter sich gelassen. Läuft in Eichholz. Wie zufrieden bist du mit der bisherigen Saison?

Jannik Gerlach: Ich bin natürlich super zufrieden. Keine Niederlage nach 16 Spieltagen und vier Punkte gegen den Topfavoriten geholt, da hätte wohl vor der Saison niemand auch nur einen Euro darauf gewettet.

HL-SPORTS: Was ist in Eichholz anders, als noch vor dem Sommer?

Jannik Gerlach: Wir haben uns nochmal punktuell verstärkt, dazukommt, dass wir kaum Ausfälle haben bisher. Wir lassen die Köpfe nicht hängen und bleiben geduldig.

HL-SPORTS: Du bist mit 27 Toren fast zur Hälfte an allen Treffern des ESV beteiligt, mindestens als Torschütze. Wovon profitierst du?

Jannik Gerlach: Natürlich von meinen Mitspielern. Dazu gibt die Mannschaft und das Trainerteam mir vollstes Vertrauen, auch wenn es Mal nicht so läuft.

HL-SPORTS: Schwenk zu den Frauen, denn da bist du Trainer. Da steht ihr ebenfalls auf Platz 1. Ist es das Eichholzer Jahr und wo geht die Reise mit den Mädels hin?

Jannik Gerlach: Momentan sieht es dort sehr gut aus. Wenn wir so weitermachen, dann kann es was ganz Großes werden, aber am Sonntag haben wir Ratzeburg zu Gast, die nächste starke Mannschaft aus der Liga. Die Alte Herren und 2. Herren sind beide auf dem 2. Platz zu finden. Es könnte ein Riesen Jahr werden, aber wir wissen auch, dass es schnell vorbei sein kann. Wir schauen alle von Spiel zu Spiel und was dann am Ende rauskommt.

HL-SPORTS: Carina, deine Frau, ist in deiner Mannschaft. Wer spielt zuhause in der Offensive?

Jannik Gerlach: Ich bin manchmal etwas trantütig unterwegs, da tut mir eine offensive Ader im Leben ganz gut. (lacht)

HL-SPORTS: Die ESV-Anhänger nennen sich selbst „Fans vom Pöbelberg“. Wie schwer ist das Pöbeln denn zu ertragen?

Jannik Gerlach: Also ich bekomme das Gepöbel ehrlich gesagt gar nicht so mit. Der Pöbelberg steht hinter uns, was beispielsweise in Sereetz auch wieder großartig war! Es macht Spaß zu kicken, wenn du weißt sie kommen, um das Team spielen zu sehen. Gerade in dieser Klasse absolut nicht selbstverständlich, das wissen wir auch zu schätzen. Bei gewissen Auswärtsspielen habe ich persönlich deutlich schlimmeres erlebt. Und wenn es über der Gürtellinie bleibt, sollte ein bisschen Gepöbel und Gestichel nach dem Abpfiff auch vergessen sein. Es gehört zum Fußball dazu, solange es im Rahmen bleibt!

HL-SPORTS: Dankeschön für das Interview und weiterhin doppelten Erfolg.