
Hamburg – Der Hamburger SV hat im ausverkauften Volksparkstadion einen wichtigen Schritt im Abstiegskampf gemacht. Gegen den 1. FC Union Berlin setzte sich die Mannschaft von Polzin mit 3:2 (2:1) durch und zog damit in der Bundesliga-Tabelle an den Eisernen vorbei. Mann des Nachmittags war Königsdörffer, der zweimal traf. Capaldo sorgte kurz vor der Pause für die HSV-Führung, Ilic brachte Union in der Schlussphase noch einmal heran – zu spät. Die Begegnung war für die Gastgeber bedeutend, denn es war ihr 1887. Bundesliga-Spiel insgesamt.
Die 1. Halbzeit: Union trifft vom Punkt, HSV antwortet – und dreht es kurz vor der Pause
Der HSV hatte mehr Ballbesitz und suchte früh den Weg nach vorn. Union stand zunächst kompakt, lauerte auf Umschaltmomente – und bekam nach einem Zweikampf die große Chance. In der 26. Minute entschied Schiedsrichter Florian Badstübner nach VAR-Check auf Strafstoß für die Gäste: Capaldo war mit hohem Bein gegen Ilic zu Werke gegangen. Leopold Querfeld (28.) trat an und verwandelte sicher zur Union-Führung. Hamburg schüttelte sich kurz und fand schnell die passende Antwort. Nach einem Solo von Vieira schaltete der HSV schnell um, Glatzel legte nach rechts auf Ransford-Yeboah Königsdörffer (35.), der kurz annahm und trocken ins lange Eck zum 1:1 traf. Union blieb aus dem Spiel heraus lange harmlos – hatte aber unmittelbar vor der Pause die große Chance: Heuer Fernandes lief bei einem Steilpass weit heraus, verschätzte sich und ließ so Ball und Stürmer passieren, doch Ilic schob das Leder in der Nachspielzeit am leeren Tor vorbei. Im direkten Gegenzug drehte der HSV das Ergebnis. Muheims Flanke rutschte auf Jatta durch, dessen Ablage Nicolas Capaldo im Strafraum verwertete – über die Latte sprang der Ball ins Netz zur 2:1-Pausenführung.
Nach der Pause: HSV bleibt griffig, Konter sitzt – Union kommt spät zurück
Nach dem Seitenwechsel blieben die Hamburger zunächst spielbestimmend, Union wurde mit zunehmender Spielzeit aktiver. Kurz nach Wiederanpfiff sah Vuskovic die fünfte Gelbe Karte und wird den Hamburgern damit in der kommenden Woche fehlen. Auf der anderen Seite wurde es bei Union gefährlicher: Skarke verpasste nach Burcus (64.) scharfer Hereingabe den Ausgleich knapp, zudem häuften sich Standardsituationen für die Gäste. Polzin reagierte, brachte mit Poulsen und dem wegen einer Alkoholfahrt suspendierte Dompe (HL-SPORTS berichtete) zwei Rückkehrer und später Gocholeishvili für den angeschlagen wirkenden Jatta. Union hatte Pech, als Köhn (71.) einen Freistoß an die Latte setzte. Die Entscheidung schien dann in der 82. Minute zu fallen: Im Konter nahm Ransford-Yeboah Königsdörffer (82.) Gocholeishvilis Zuspiel rechts auf, ließ Querfeld stehen und schob aus spitzem Winkel ins lange Eck zum 3:1 ein. Union warf anschließend alles nach vorn, wechselte offensiv – und kam tatsächlich noch einmal ran. Oliver Burke (89.) köpfte in den Strafraum, Mikelbrencis klärte unglücklich, Ilic setzte sich im Luftduell durch und traf per Kopf zum Anschlusstreffer. In der langen Nachspielzeit drückten die Berliner, doch der HSV brachte den Sieg über die Zeit. Mit neun Punkten aus den vergangenen fünf Spielen jubelten die Hanseaten – Union blieb auch im siebten Spiel in Folge ohne Sieg.

HSV-Coach Merlin Polzin auf der Pressekonferenz: „Wir sind gut ins Spiel gestartet, aber Union Berlin hat uns vor große Herausforderungen gestellt und das haben wir zu spüren bekommen. Nach dem Gegentor haben wir gesehen, wofür unsere Mannschaft steht. Das 1:1 ist astrein herausgespielt. Danach hätten wir eigentlich in Rückstand geraten müssen, aber wir können das Spiel sogar drehen. Mit dem 3:1 haben wir uns ein Stück weit zu sicher gefühlt und zu spüren bekommen, dass die Qualität von Union als Mannschaft und der Spieler sehr hoch ist. Deshalb wurde es zum Ende spannender, als wir es uns erhofft hatten. Wir wollten dieses Spiel anlässlich des Jubiläums zum 1887. Bundesliga-Spiel zu etwas Besonderem machen und gewinnen. Letztlich wurde es der nächste Heimsieg und darüber bin ich sehr froh.“
Der 22. Spieltag (13.–15.2.2026)
Dortmund – Mainz 4:0
Leverkusen – St. Pauli 4:0
Frankfurt – Mönchengladbach 3:0
Bremen – München 0:3
Hoffenheim – Freiburg 3:0
Hamburg – Berlin 3:2
Stuttgart – Köln 3:1
Augsburg – Heidenheim (So., 15.30 Uhr)
Leipzig – Wolfsburg (17.30 Uhr)
Die Tabelle
| 1. | FC Bayern München | 22 | 82 : 19 | 57 |
| 2. | Borussia Dortmund | 22 | 47 : 20 | 51 |
| 3. | TSG Hoffenheim | 22 | 47 : 28 | 45 |
| 4. | VfB Stuttgart | 22 | 41 : 29 | 42 |
| 5. | Bayer 04 Leverkusen | 21 | 43 : 27 | 39 |
| 6. | RB Leipzig | 21 | 40 : 28 | 39 |
| 7. | Eintracht Frankfurt | 22 | 44 : 46 | 31 |
| 8. | Sport-Club Freiburg | 22 | 32 : 36 | 30 |
| 9. | Hamburger SV | 21 | 24 : 31 | 25 |
| 10. | 1. FC Union Berlin | 22 | 28 : 37 | 25 |
| 11. | 1. FC Köln | 22 | 31 : 37 | 23 |
| 12. | Borussia Mönchengladbach | 22 | 25 : 37 | 22 |
| 13. | FC Augsburg | 21 | 24 : 39 | 22 |
| 14. | 1. FSV Mainz 05 | 22 | 25 : 37 | 21 |
| 15. | VfL Wolfsburg | 21 | 29 : 44 | 19 |
| 16. | SV Werder Bremen | 22 | 22 : 42 | 19 |
| 17. | FC St. Pauli | 22 | 20 : 39 | 17 |
| 18. | 1. FC Heidenheim 1846 | 21 | 19 : 47 | 13 |
Bildquellen
- Königsdörffer: Lobeca/Vivian Pfaff
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