Doppelschlag vor der Pause ebnet den Weg: Bösdorf/Malente verschärft Großenbrode-Krise

Cismar gastiert in Lütjenburg

Die SG Bösdorf/Malente empfing am Mittwochabend den SV Großenbrode. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Malente – Es steht ein langes Fußballwochenende vor der Tür. Bereits am Donnerstagabend wurde dieses eröffnet, denn die SG Bösdorf/Malente empfing den SV Großenbrode. Beide Mannschaften verloren zuletzt mehrfach, sodass es darum ging, zurück in die Spur zu finden. Es war eine klare Angelegenheit am Ende, wobei der geschlagene Aufsteiger mit der eigenen Chancenverwertung haderte. Am Freitagnachmittag folgt bereits das nächste Spiel in der Kreisliga Ost, denn der SC Cismar gastiert an der Kieler Straße. Es geht nach Lütjenburg, wo die Rollenverteilung ziemlich klar war.

SG Bösdorf/Malente – SV Großenbrode 3:0 (2:0)

Mit zwei Niederlagen innerhalb weniger Tage verabschiedete sich die SG Bösdorf/Malente aus dem Aufstiegsrennen in der Kreisliga Ost. Sowohl gegen den TSV Lütjenburg (1:2) als auch beim SC Cismar (0:3) hatte man das Nachsehen und verlor in der Fremde. In beiden Spielen musste Benjamin Berger auf einige Spieler verzichten, so standen am jüngsten Sonnabend gleich sieben Stammspieler aus. Diesen Aderlass konnte die SG trotz breitem Kader nicht kompensieren, sodass es zwei schwache Auftritte waren. Vor allem nach vorne war es über weite Strecken sehr ideenlos, hinten machte man einfache Fehler. Diese galt es nun abzustellen, denn mit dem SV Großenbrode war ein Aufsteiger im Ernst-Rüdiger-Sportzentrum zu Gast, der schon einmal in dieser Saison gegen Bösdorf/Malente gewonnen hat. Mit 2:0 entschieden die Ostholsteiner das Spiel im Herbst. Bei ihnen lief es zuletzt allerdings ebenfalls eher durchwachsen. Nach gutem Start in die Rückrunde gab es zuletzt eine Niederlagenserie. Es waren Auftritte dabei, die Mut machten, doch auch das Gegenstück. Bei der heimstarken SG, die vor dem Spiel nur ein einziges Heimspiel verlor, wollte Großenbrode die Niederlagenserie beenden. Dabei standen Peter Thomm dieselben elf Spieler zur Verfügung wie bei der 1:5-Pleite in Dobersdorf. Auf der Gegenseite gab es gleich sechs Veränderungen. Mit Thore Meyer, Kim Kaun, Florian Bruckschlögl, Fabian Riemann, Lukas Buck und Niklas Brandtner kehrten einige Spieler zurück. Gleichzeitig fehlten auch Leo Korn, Finn Masannek oder auch Niklas Böhme. Personell war also wieder eine Menge Bewegung im Team der SG.

Riesenchance nach vier Minuten

Die Anfangsphase verlief ziemlich hektisch. Es war wenig Ruhe im Spiel. Bösdorf kontrollierte das Geschehen, während der Aufsteiger versuchte, kompakt zu stehen. Nach vier Minuten gab es die erste gute Chance des Spiels, als Jonas Lüdtke allein aufs Tor zulief und den Ball knapp am rechten Pfosten vorbeisetzte. Es folgten einige weitere Abschlüsse der Heimmannschaft, die allerdings allesamt zu ungenau waren. Eine Ecke von Fabian Riemann segelte an allen vorbei, sodass es kurzzeitig brenzlig im Sechzehner wurde. Anschließend kam Großenbrode besser in die Partie. Bei einer Umschaltsituation stimmte die Rückwärtsbewegung nicht, sodass Tom Deiterding versuchte, an Jesko Saggau vorbeizukommen, doch der Keeper war da. Vier Minuten später gab es einen Eckball, den Slowy hereinbrachte, und Rico Wetendorf köpfte knapp am zweiten Pfosten vorbei. Es waren zwei gute Gelegenheiten der Thomm-Elf. Anschließend kam die SG wieder vermehrt zu Annäherungen. Paulauskas traf die Latte, anschließend bekamen sie die Kugel nicht über die Linie. Vier Minuten später zog Zogaj den Ball aufs Tor, doch Ziegler war wach. Die Führung lag in der Luft und kurz darauf fiel sie. Paulauskas bekommt den Ball, zeigt eine gute Einzelaktion und bringt den Ball mit der Hacke in Richtung Tor, allerdings nicht über die Linie, denn Niklas Brandtner (40.) drückte das Leder über die Linie. Es war die verdiente Führung und die Heimelf machte direkt weiter. Zogaj forderte den Torwart, der nach vorne abwehrte, wo Lukas Buck (42.) abstaubte. Es war das 2:0, womit Bösdorf/Malente einen großen Schritt in Richtung Heimsieg machte. Kurz darauf beendete der Unparteiische die erste Halbzeit, doch es waren noch rund 20 Sekunden auf der Uhr. Kurioserweise zeigte er zuvor sogar noch eine Minute Nachspielzeit an, doch dazu kam es gar nicht erst. Es herrschte Irritation bei den Teams.

Es war teils sehr hektisch zwischen der SG Bösdorf/Malente und dem SV Großenbrode. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Zur zweiten Hälfte wollte Großenbrode schnell den Anschlusstreffer erzielen. Die ersten Minuten machten sie auch durchaus Druck, doch ohne allzu zwingend zu werden. Anschließend übernahmen die Platzherren wieder das Kommando und machten Druck. Kim Kaun setzte einen Kopfball in der 53. Minute knapp am Tor vorbei. Zwei Minuten später war Brandtner dann auf und davon, doch der Youngster wurde vom mit hohem Tempo anrauschenden Noel Maas gelegt. Der Schiedsrichter verwarnte den Verteidiger der Gäste, doch dies war für alle eine klare Fehlentscheidung. Hier hätte es zwingend den Platzverweis geben müssen. Bösdorf/Malente war am Drücker, das 3:0 zu erzielen, denn sie hatten nicht nur deutlich mehr den Ball, sondern auch einige gute Annäherungen. Der dritte Treffer fiel dann auch, nachdem Kolja Wuske zunächst Ziegler forderte und Deven Klemp (60.) traf. Es war eine abseitsverdächtige Position, doch der Schiedsrichter entschied nach Beratung mit seinem jungen Assistenten, dass dieser Treffer zählte. Es war die Vorentscheidung, auch wenn es noch einige Chancen auf beiden Seiten gab. So ließ der SVG gleich mehrere Großchancen ungenutzt, darunter ein indirekter Freistoß sowie ein Schuss auf das nahezu leere Tor. Der Treffer sollte an diesem Tag einfach nicht fallen. Auf der Gegenseite ließ Zogaj frei vor dem Tor das vierte liegen, auch Klemp brachte den Ball nicht im Tor unter. In den Schlussminuten hatten beide Mannschaften erneute Versuche, doch es sollte beim 3:0 bleiben.

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Bösdorf/Malente setzte sich am Ende durch. Foto Lobeca/Niklas Runne

Berger sieht Luft nach oben

Bösdorf/Malente kam durch den Sieg nun zurück in die Spur und untermauerte die Heimstärke. Man ließ das Spiel trotz deutlich mehr Spielanteilen bis in die Schlussphase der ersten Hälfte offen, doch dann ebnete ein Doppelschlag den Weg zum Dreier. Benjamin Berger sagte nach dem Spiel im Gespräch mit HL-SPORTS: „Wir haben in der ersten Halbzeit kein gutes Spiel gemacht, wobei man sagen muss, wenn wir in der vierten Minute durch Lüdtke das 1:0 erzielen, dann haben wir einen entspannteren Abend. So brauchten wir eine Einzelaktion durch eine Boxbesetzung von Paulauskas, der den Ball mit der Hacke über die Linie als Brustlöser drückt. Dann spielen wir uns kurzzeitig in einen kleinen Rausch, kommen über die linke Seite mit Argurian durch eine Flanke zum 2:0. Wir finden aber bis auf die letzten zehn bis 15 Minuten wenig Ruhe in unser eigenes Spiel. Es war mehr ein Hin und Her, was mich nicht so zufriedenstellt.“

Großenbrode hadert mit Chancenverwertung

Für den SV Großenbrode, der erneut auf einige wichtige Spieler verzichten musste, war es eine weitere Niederlage. Man ist somit noch nicht durch, denn Raisdorf sitzt ihnen im Nacken. An diesem Abend hatte der Aufsteiger vorne einfach zu wenig Präzision und war hinten teilweise zu löchrig. Dies hatte die am Ende verdiente Niederlage zur Folge. Peter Thomm sagte im Gespräch mit HL-SPORTS: „Erschreckend schlechtes Fußballspiel hier in Malente. Beide Mannschaften fand ich heute fußballerisch schlecht. Malente war in gewissen Situationen einfach bissiger und griffiger. Gefühlt hätten wir heute bis nächsten Sonntag durchspielen können, bis wir ein Tor geschossen hätten. Wir hatten mehrere Hochkaräter, die wir machen müssen, tun wir nicht. Malente macht die schon, war bissiger und gewinnt das Spiel verdient.“

TSV Lütjenburg – SC Cismar (Fr., 16 Uhr)

Der SC Cismar möchte nach dem 3:0-Heimsieg gegen Tabellennachbar Bösdorf/Malente am 1. Mai nachlegen. Es geht für die Grömitzer zum TSV Lütjenburg, wo eine knifflige Aufgabe wartet. Die Heimmannschaft steht zwar im Tabellenkeller, doch individuell ist der TSV richtig stark besetzt. Sei es Melvin Abdulai, Christian Witt, Jan Bollesen oder aber Jakob Tezlaff – alle vier sind Spieler, die schon oft genug gezeigt haben, dass sie in der Kreisliga den Unterschied machen können. Eine zuletzt sehr torgefährliche Mannschaft, die allerdings zu wenig aus ihren eigenen Chancen gemacht hat, möchte sich nun endlich belohnen und an das vorletzte Spiel anknüpfen. Dort sammelten sie wichtige drei Punkte im Kampf um den Klassenerhalt. Gegen die SG Dersau/Kalübbe verlor man allerdings bereits wieder mit 2:4, sodass es nun eine Reaktion zu zeigen gilt.

Auswärts hakt es

Der SC Cismar nimmt sich allerdings selbst eine Menge vor, denn das Jahr 2026 lief bereits genau nach dem Geschmack der Grömitzer. Nur eine Niederlage wurde kassiert, ansonsten punkteten die Ostholsteiner fleißig. Der Abstand nach oben ist dennoch zu groß, sodass man nicht mehr wirklich mitreden wird im Kampf um die Top Zwei. Dafür ist der SCC auch in der Fremde zu unkonstant. Während es nur eine Niederlage zu Hause gab und man die heimstärkste Mannschaft der Liga ist, gab es in der Fremde nur zehn Punkte in elf Spielen. Dies ist das große Manko, so gab es zuletzt zwei sieglose Auswärtspartien. Nun soll der zweite Dreier auf fremdem Platz im Jahr 2026 her, doch im Hinspiel gegen Lütjenburg mühte man sich bereits. Damals gab es in einem fußballerisch sehr durchwachsenen Spiel ein 1:1-Remis. In der 92. Minute rettete Linus Munzel den Punkt. Nun soll der aktuelle Tabellenvierzehnte geschlagen werden. Sascha Pretzel sagt vor dem Duell: „Am Freitag erwartet uns das nächste schwere Auswärtsspiel in Lütjenburg. Wir wollen an die Leistung vom Wochenende anknüpfen und versuchen, drei Punkte zu holen. Leider fehlt der ein oder andere, aber das soll keine Ausrede sein.“

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