Foto: Lobeca/Raasch

Berlin – Am Mittwochnachmittag tagten die Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder. Es ging um mögliche Lockerungen in der Corona-Krise. Der große Wurf blieb aus und dieser war auch nicht zu erwarten. „Schrittweise“ sagte danach Bayerns Markus Söder „müsse man nun zurück in die Normalität, aber mit Vorsicht“. Geschäfte dürfen zum Teil ab demnächst und Schulen sollen weites gehend ab dem 4. Mai wieder öffnen. Die Pandemie scheint von Deutschland am besten kontrollierbar zu sein. Doch ein „Exit“ aus dem Ruhestand ist ein langer Weg. Jede negative Entwicklung der Infektionszahlen könnte ein Rückschritt und damit eine Rückkehr zum „Lockdown“ sein. Das möchte man auf keinen Fall.

Keine Fans bis 31. August dabei

Thema auf der Pressekonferenz waren Großveranstaltungen und damit verbunden der Sport. Kernpunkt ist hier der Profi-Fußball. Fakt ist: Großveranstaltungen sind bis mindestens zum 31. August untersagt und das bedeutet, dass Zuschauer nicht in die Stadien dürfen. Ab welcher Größe von Besuchern das sein soll, müssen nun die Länder entscheiden.

Zahlungen blieben bisher aus

Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) möchte im Mai wieder mit Geisterspielen starten. Es geht dabei hauptsächlich um die TV-Gelder. Die hätten bis zum vergangenen Donnerstag gezahlt werden. Durch die Aussetzung der Saison gab es von den Partnern bisher keinen Cent von den 304 Millionen Euro. Der nächste Zahltag soll nun der 2. Mai sein, doch ist nicht klar, ob überhaupt noch gespielt wird, dürfte dieser Termin wohl ebenso verfallen. Klar ist: ohne Moos nichts los. Von den 36 Profivereinen der ersten beiden Ligen stehen 13 vor der Pleite. Ihnen droht laut „kicker“ im Mai oder Juni die Insolvenz. Nach Informationen des Sportmagazins soll es allerdings eine Vereinbarung zwischen Verband und Medienpartnern geben. Möglich ist, dass diese eine Teil-Rate überweisen, die die Klausel in sich trägt, dass die Saison zu Ende gespielt wird. Bei einem Abbruch könnten sie das gezahlte Geld zurückfordern. Für DFL-Geschäftsführer Christian Seifert sicherlich ein Drahtseilakt.

DFL als Vorreiter

Die 3. Liga und die Amateurligen unterliegen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB). Die Entscheidungen der virtuellen DFL-Sitzung der Vereine am 23. April dürfte ein Wegweiser für das Plenum des DFB sein, das ein paar Tage danach zusammenkommt.

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