Druck auf dem Kessel im Nord-Derby: HSV gastiert mit Besonderheiten in Bremen

Polzin warnt vor intensiver Partie – Personallage bleibt angespannt

Derbysieger 2025 HSV. Kann das Team auch in Bremen bestehen? Foto: Lobeca/Norbert Gettschat

Hamburg – Für den Hamburger SV steht am Sonnabend (15.30 Uhr) eines der emotionalsten Spiele der Saison an. Im Rahmen des 30. Bundesliga-Spieltags sind die Rothosen beim SV Werder Bremen gefordert – ein Duell, in dem es für beide Teams um wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt geht.

Die Ausgangslage ist eng: Der HSV geht als Tabellenzwölfter mit 31 Punkten ins Nord-Derby, Werder liegt mit 28 Zählern auf Rang 15. Dahinter lauert bereits der Relegationsplatz.

Personalsorgen begleiten den HSV

Vor der Partie entspannt sich die Personalsituation leicht, bleibt aber angespannt. Torwart Sander Tangvik kehrte nach Krankheit ins Training zurück, ebenso Bakery Jatta, der wieder voll mitwirken konnte. Dagegen arbeiteten Albert Sambi Lokonga, Yussuf Poulsen und Alexander Rössing-Lelesiit individuell, während Luka Vuskovic weiterhin fehlt.

Cheftrainer Merlin Polzin sagte dazu: „Luka Vuskovic befindet sich mit seinen Knieproblemen im Reha-Prozess. Nach der Länderspielpause kam er mit ein paar Wehwehchen zurück und ihm hat eine Trainingseinheit gereicht, um ein tolles Spiel zu machen. Wir schauen morgen nach dem Training, wie genau es bei ihm ausschaut. Ich bleibe optimistisch.“

Auch zu weiteren Personalien äußerte sich der Coach: „Baka hat heute wieder voll mittrainiert, er kann wieder eine Option für den Kader sein. Jean-Luc Dompe hat Fußprobleme und ist darüber hinaus erkrankt. Yussi Poulsen und Alex Rössing-Lelesiit sind weiterhin im Reha-Prozess.“

Traditionsduell mit besonderer Bedeutung

Das Nord-Derby gehört zu den traditionsreichsten Duellen der Bundesliga. 109-mal standen sich beide Clubs bislang gegenüber. Die Bilanz spricht leicht für Bremen, doch der HSV gewann das Hinspiel spektakulär mit 3:2 (HL-SPORTS berichtete).

Polzin erwartet eine intensive Begegnung: „Man erkennt seit der Übernahme von Daniel Thioune, für welche Spielweise sie stehen wollen. Es ist eine tolle Mannschaft mit tollen Einzelspielern, die schon das eine oder andere in dieser Saison durchmachen musste. Sie hat es immer wieder geschafft, sich da rauszuziehen. Zudem wirkt sie stabil und intakt.“

Und weiter: „Ich erwarte, dass sie die Niederlage im Hinspiel im Volkspark wiedergutmachen wollen. Zudem erwarte ich ein kampfbetontes Spiel. Es geht weniger um taktische Dinge, sondern um Einfachheit in vielen Aktionen.“

Dabei spielt auch die Atmosphäre eine Rolle: „Wir sind gewarnt, auf eine Bremer Mannschaft zu treffen, die versuchen wird, mit dem Stadion viel Energie und Feuer zu entfachen. Sie wird höher und aggressiver verteidigen, und sie verfügt über zielstrebige und konterstarke Spieler.“

Für den HSV wird es vor allem auf defensive Stabilität ankommen: „Wir dürfen uns nicht locken lassen, sondern müssen unsere Restverteidigung gut und konsequent gestalten.“

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Trainer Daniel Thioune war 32 Zweitliga-Spiele für den HSV an der Seitenlinie. Foto: Lobeca/Michael Schwarz

Besonderes Wiedersehen auf der Trainerbank

Für Polzin ist das Duell auch persönlich besonders, denn auf der Gegenseite steht mit Daniel Thioune ein enger Weggefährte: „Daniel ist für mich ein wichtiger Mensch und ein wichtiger Trainerkollege, der dafür gesorgt hat, dass ich heute hier sitzen darf.“

Dennoch ist der Fokus klar: „Beide Mannschaften wollen gewinnen. Es geht nicht um Thioune und Polzin.“

Auch Thioune betonte die besondere Bedeutung: „Es wäre zu einfach zu behaupten, dass es ein normales Spiel ist. Ein Derby bringt seine eigenen Gesetze mit.“

Zum Verhältnis zu Polzin sagte er: „Auf der menschlichen Ebene verliere ich kein böses Wort über ihn, uns verbindet eine lange gemeinsame Vergangenheit.“

Sportlich fordert er von seinem Team eine Reaktion: „Da will ich am Samstag einen anderen Biss sehen.“

Statistik spricht für Umschaltmomente

Beide Teams gehören zu den konterstärksten Mannschaften der Liga. Der HSV erzielte bereits zehn Treffer nach Umschaltsituationen, Bremen kommt auf deutlich weniger Tore nach Kontern – sucht aber ebenfalls häufig den schnellen Weg nach vorne.

Zusätzlich fehlt Werder mit Kapitän Marco Friedl ein wichtiger Stabilitätsfaktor nach seiner Roten Karte.

Bakery Jatta (HSV) im Hinspiel gegen den Nord-Rivalen. Foto: Lobeca/Norbert Gettschat

Jatta mit besonderem Derby-Jubiläum

Für Bakery Jatta ist die Partie ein besonderes Spiel. Genau vor neun Jahren feierte er sein Bundesliga-Debüt – ebenfalls im Nordderby in Bremen. Inzwischen steht er bei 229 Einsätzen für den HSV. Polzin bringt die Bedeutung des Spiels auf den Punkt: „Es sind die Spiele, auf die man sich als Spieler, Trainer und Fan am meisten freut.“

Der 30. Spieltag (17.–19.4.2026)

St. Pauli – Köln (Fr., 20.30 Uhr)
Leverkusen – Augsburg (Sa., 15.30 Uhr)
Bremen – Hamburg
Berlin – Wolfsburg
Hoffenheim – Dortmund
Frankfurt – Leipzig (18.30 Uhr)
Freiburg – Heidenheim (So., 15.30 Uhr)
München – Stuttgart (17.30 Uhr)
Mönchengladbach – Mainz (19.30 Uhr)

Die Tabelle

1.FC Bayern München29105 : 2776
2.Borussia Dortmund2960 : 2964
3.VfB Stuttgart2960 : 3856
4.RB Leipzig2956 : 3656
5.Bayer 04 Leverkusen2959 : 3952
6.TSG Hoffenheim2957 : 4351
7.Eintracht Frankfurt2954 : 5442
8.Sport-Club Freiburg2942 : 4740
9.1. FSV Mainz 052935 : 4433
10.FC Augsburg2936 : 5333
11.1. FC Union Berlin2933 : 5032
12.Hamburger SV2932 : 4531
13.1. FC Köln2943 : 5030
14.Bor. Mönchengladbach2935 : 4930
15.SV Werder Bremen2932 : 5228
16.FC St. Pauli2925 : 5025
17.VfL Wolfsburg2939 : 6521
18.1. FC Heidenheim2932 : 6419
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