
Lübeck – Der 14. Spieltag in der Kreisliga Süd steht an und an diesem geht es richtig rund. Am Freitagabend geht der Blick in Stockelsdorf auf den Tabellenkeller, bevor am Folgetag das Topspiel schlechthin der Liga wartet. Die beiden Top-Favoriten treffen am Pöbelberg aufeinander. Am Sonntag folgen weitere spannende Spiele wie in Rethwisch, wo der Tabellenführer gastiert. Außerdem steht ein Derby an, wie auch ein Debüt.
Eichholzer SV – SV Grün-Weiß Siebenbäumen (Sa., 14 Uhr)
Es ist das Spiel, auf das viele gewartet haben. Die beiden Top-Favoriten der Kreisliga Süd treffen aufeinander, denn der Eichholzer SV II begrüßt den SV Grün-Weiß Siebenbäumen. Es sind die beiden Teams, die vor der Saison mit großem Abstand am häufigsten von den Trainern als Favoriten genannt wurden und dieser Rolle bisher auch gerecht werden. Beide finden sich im oberen Tabellendrittel wieder, belegen derzeit Platz drei und zwei. Dass nur der TSV Kücknitz vor den beiden Favoriten steht, liegt auch daran, dass man weniger Spiele als dieser hat. Vergangenes Wochenende haben beide Teams pausiert. Die Partien wurden beide verlegt, sodass man Wunden lecken und sich auskurieren konnte. Mit frischen Beinen soll nun also am Pöbelberg ein echtes Spitzenspiel steigen, das so viel verspricht. 25 Punkte hat der SV Grün-Weiß Siebenbäumen auf dem Konto und somit mehr als zwei pro Spiel im Schnitt. Einen weniger hat Eichholz aus elf Spielen geholt, doch weniger Niederlagen. Einzig beim SV Viktoria 08 unterlagen die Mannen von der Guerickestraße. Nun treffen die beiden besten Offensiven der Liga aufeinander. Eichholz erzielte bereits 47 Tore und damit die meisten der Liga. Die Gäste jubelten achtmal weniger, doch stellen dafür mit nur 13 Gegentoren die beste Defensive. Es ist vor diesem Spiel kein Favorit auszumachen, denn Argumente für sich haben beide. Der Eichholzer Coach Stephan Lindhoff sagt vor dem Spitzenspiel am Sonnabend: „Der Meisterschaftsfavorit kommt zum Pöbelberg. Mit Siebenbäumen haben wir am Wochenende ein ganz dickes Brett vor uns. Die Mannschaft verfügt über viele erfahrene sowie junge Spieler, die alle Fußball spielen können. Zudem ist dort ja auch der ein oder andere Taler im Umlauf. Wir gehen aktuell leider echt auf dem Zahnfleisch und müssen Freitag beim Abschlusstraining schauen, wer zur Verfügung steht. Eins ist jedoch sicher, wir werden als Mannschaft alles reinhauen und mit Leidenschaft sowie Spielfreude versuchen, die drei Punkte am Pöbelberg zu behalten. Es sind nicht optimale Voraussetzungen am Samstag für uns, aber wir haben schon oft genug bewiesen, dass unser Kader stark genug ist, um auch diese Zeit zu überstehen. Die Mannschaft brennt auf das Spiel und will unsere Serie weiter fortsetzen.“
Fortuna St. Jürgen – Ratzeburger SV II (So., 13 Uhr)
Der SV Fortuna St. Jürgen möchte nach drei Siegen in Serie nun den vierten Dreier anvisieren. Die vergangenen Erfolge haben den Lübeckern das Selbstvertrauen zurückgebracht und nach dem Horrorstart für Ruhe gesorgt. Dennoch gibt man sich am Kalkbrenner damit noch nicht zufrieden. Es soll sich keineswegs darauf ausgeruht werden und schon am Sonntagmittag der Heimsieg eingetütet werden. Dann gastiert mit dem Ratzeburger SV II ein Aufsteiger, der viele Höhen und Tiefen in dieser Saison hatte. Fortunas Nikolay Frech sagt vor dem kommenden Spiel: „Am Sonntag empfangen wir die Reservemannschaft aus Ratzeburg. Wir sind in den vergangenen Spielen gut im Flow und mit unseren aktuellen Leistungen zufrieden. Dennoch sehen wir in allen Bereichen weiterhin Verbesserungspotenzial und sind überzeugt, dass wir unser gesamtes Potenzial noch nicht ausgeschöpft haben. Genau daran wollen wir weiter arbeiten, uns kontinuierlich verbessern und als Mannschaft den nächsten Schritt machen. Unser Ziel ist klar: Wir werden alles investieren, um die drei Punkte am Sonntag auf dem Kalkbrenner-Platz zu behalten.“
Ratzeburg II hat in dieser Saison mit großen personellen Sorgen zu kämpfen. Das war bereits die ersten Wochen der Fall, beruhigte sich zwischenzeitlich, doch sollte nun seinen Tiefpunkt finden. So ist auch die Formkurve des Aufsteigers zu erklären, der nach holprigem Start sich stabilisierte, doch zuletzt dreimal sieglos blieb und zweimal sogar ohne Treffer. Mit dem 0:8 am vergangenen Wochenende rutschten die Lauenburger auf einen Abstiegsplatz ab, dem man in dieser Saison bisher eigentlich immer aus dem Weg ging. Damit dies nur eine kurze Momentaufnahme bleibt, muss daher am Sonntag dringend gepunktet werden. Trainer Paul Dietz sagt vor diesem wichtigen Duell: „Am Sonntag sind wir zu Gast in St.jürgen, wir erwarten ein hochintensives Spiel in dem es für beide Mannschaften um wichtige drei Punkte geht.“
TSV Zarpen – Krummesser SV (So., 13.30 Uhr)
Im Otto-Dechert-Stadion kommt es zum Aufsteigerduell. Zwei Mannschaften, die sich bereits aus der vergangenen Saison bestens kennen, treffen nun aufeinander. Dabei war die bisherige Saison sehr unterschiedlich. Der TSV Zarpen startete richtig gut und führte zwischenzeitlich sogar die Liga an, doch derzeit befindet man sich in einem Negativstrudel. Bis auf Rang acht rutschten die Stormarner nach nur einem Punkt aus fünf Spielen ab. Nun gastiert der Krummesser SV, der Verfolger aus dem Aufstiegsjahr. Vor diesem Duell sagt TSV-Coach Tobias Clasen: „Am Wochenende kommt mit Krummesse ein alter Bekannter zu uns, gegen den wir in den vergangenen Jahren – besonders in der letzten Saison – lange um die Meisterschaft gespielt haben. Am Ende konnten wir die Meisterschaft rechtzeitig für uns entscheiden und mit dem direkten Aufstieg alles klarmachen, während Krummesse den Umweg über die Relegation nehmen musste, um uns in die Kreisliga zu folgen. Doch das alles zählt jetzt nicht mehr! Am Sonntag geht es um drei wichtige Punkte, die wir nach mittlerweile fünf sieglosen Spielen in Folge unbedingt holen wollen. Dafür werden wir alles auf dem Platz lassen und hoffen, mit unseren Fans im Rücken endlich wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden. Tabellarisch stehen wir deutlich besser da als Krummesse. Trotzdem dürfen wir sie auf keinen Fall ins Spiel kommen lassen, denn auch sie haben ihre Qualitäten. Mit Bekir haben sie beispielsweise ihren besten Torschützen aus der vergangenen Saison im vorderen Drittel. Persönlich freue ich mich natürlich auch darauf, alte Bekannte und Freunde aus meiner Zeit bei Krummesse wiederzusehen. Jetzt zählt nur der Sonntag – gemeinsam für drei Punkte.“
Die Gäste aus dem Kreis Lauenburg stiegen vergangene Saison in den Aufstiegsspielen auf, nachdem Platz zwei hinter Zarpen belegt wurde. Gewinnen konnte Krummesse gegen den kommenden Gegner vergangene Saison nicht, sodass es nun gelingen soll, doch mit nur sechs Punkten auf dem Konto ist der KSV der klare Underdog. Beide Siege gab es zu Hause, sodass nun nach sechs Auswärtspleiten zum Start endlich auch in der Fremde gepunktet werden soll. 6:38 Tore zeigen, dass es auswärts bisher noch überhaupt nicht lief. Der letzte Ligasieg liegt nun auch schon einige Wochen zurück, denn seitdem folgten vier Niederlagen. Dabei mussten 20 Gegentreffer hingenommen werden. Offensiv sollte allerdings Bekir Kasikci zuletzt Hoffnung machen. Der Torschützenkönig der vergangenen A-Klassensaison traf bereits zehnmal, nur Kücknitz-Stürmer Pierre Witt traf häufiger. Zehn von insgesamt 16 Toren gehen also auf das Konto des Kapitäns, sodass der Unterschiedsspieler klar zu identifizieren ist.
TSV Travemünde – Lübeck 1876 (So., 14 Uhr)
Nach dem Formtief im September gab es beim TSV Travemünde drei Spiele ohne Niederlage. Sieben von möglichen neun Punkten fuhr man ein, sodass man sich im Rennen um die Aufstiegsplätze zurückmeldete. Zuletzt sollte man eigentlich in Siebenbäumen gastieren, doch die Partie wurde abgesagt. Daher liegt der Sieg gegen den TSV Schlutup (2:0) nun schon zwei Wochen in der Vergangenheit. Nun trifft man auf Lübeck 1876, gegen die man der klare Favorit ist. Es soll der Sprung ins obere Tabellendrittel gelingen, doch dazu braucht es gegen die Mannschaft von Ex-Monte-Kicker Jan Luca Behnke einen Sieg. Die Partie ist für Trainer Christian Jetz eine besondere, denn sie hat einen besonderen Charakter: „Alle reden immer, dass Derbys nur vom Tunnel an zählen, 1876 ist auch ein Nachbar, die Adresse „Travemünder Allee“ verrät es ja. Wir hatten immer knackige Duelle in den letzten Jahren und wollen unsere kleine Miniserie weiter ausbauen. Personell ist es deutlich entspannter und wir freuen uns auf unser Heimspiel.“
Lübeck 1876 dagegen möchte endlich die Sieglosserie beenden. Seit nun schon fünf Spielen wartet die Mannschaft von der Travemünder Allee auf einen Sieg, sodass es in der Tabelle bis auf Rang zehn runterging. Zu oft spielte man eine gute und eine enttäuschende Hälfte, sodass die Konstanz jüngst fehlte. Die Niederlage gegen Rethwisch war vermeidbar, denn vor der Pause schien es noch so, als wären die Lübecker auf einem guten Weg, den Negativtrend zu beenden. Am Ende standen dennoch wieder vier Gegentore und keine Punkte da. Die kommende Aufgabe wird alles andere als einfach, wenn man auf Wilhelm Citea, der vor zwei Jahren noch bei den 76ern spielte, trifft. 1876-Coach Uwe Buchholz sagt vor dem kommenden Duell: „Travemünde hat aktuell eine gute Form und erzielt gute Ergebnisse. Wir versuchen genau dieses am Sonntag zu verhindern.“
VfL Rethwisch – TSV Kücknitz (So., 14 Uhr)
Der VfL Rethwisch ist die Überraschungsmannschaft der Saison. Als im Sommer mit Till Kniffka ein neuer Trainer übernahm, sollte mit Spannung an den Buchrader Weg geblickt werden. Der Kader blieb nahezu unverändert zur Vorsaison, in der es eine Platzierung im unteren Tabellenmittelfeld gab. Der erste Eindruck der Mannschaft stimmte den neuen Coach sehr positiv, sodass er sich sehr ambitioniert mit dem VfL zeigte und großes Potenzial sah. Nach 13 Spielen stehen die Stormarner nun bereits bei 20 Punkten auf Rang sieben mit Blick auf das obere Tabellendrittel. Vier Punkte fehlen noch, um die Gesamtausbeute aus dem vergangenen Jahr zu erreichen. Dort waren es 24 Zähler allerdings nach 30 Spielen. Die Entwicklung ist also unumstritten beeindruckend. Nun gastiert der Tabellenführer, der derzeit das Team der Stunde ist. Man darf sich auf ein besonderes Spiel freuen, denn es könnte richtig spannend werden.
Der TSV Kücknitz hat seit acht Spielen nicht mehr verloren und ist dadurch bis an die Tabellenspitze geklettert. Man ist ein echtes Spitzenteam geworden, nicht nur weil die Punktausbeute absolut stimmt, sondern auch, weil man sich gegen die Top-Favoriten auf Augenhöhe präsentiert. So wurde Siebenbäumen bezwungen. Nun soll auch in Rethwisch gepunktet werden, doch einfach wird es dort nicht. 10 von 18 Punkten holte der kommende Gegner zu Hause. Vergangene Saison gab es zwei deutliche Siege für die Lübecker, die auch diesmal der klare Favorit sind.
SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg – SV Azadi Lübeck II (So., 15 Uhr)
Es ist derzeit einiges los bei der SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg. Sportlich läuft es mit fünf ungeschlagenen Spielen und nun wurden die Strukturen neben dem Platz gestärkt. Niklas Oelrichs ist der neue sportliche Leiter und dafür rückt mit Tim Kreutzfeldt ein in Lübeck bekannter Trainer an die Seite von Dennis Hadler. Dieser möchte nun den ersten Sieg einfahren, wenn der SV Azadi Lübeck II zu Gast ist. Dazu muss die gleiche Leistung geboten werden wie in Ratzeburg. Dort sollte es einen 8:0-Sieg geben. Dennis Hadler sagt vor dem Spiel: „Für uns geht es nun darum, die gute Leistung der letzten Wochen zu bestätigen, um uns oben festzusetzen. Mit Azadi kommt ein Gegner, der gerade in den letzten Spielen sehr stark aufgetreten ist. Wir müssen vor allem ihre Offensive in den Griff bekommen. Spielen wir wie in Ratzeburg, sind die nächsten drei Punkte möglich, aber wir dürfen nicht einen Prozent weniger geben, das ist uns bewusst.“
Vergangenen Sonntag hatte das Warten ein Ende für den SV Azadi Lübeck II. Die Sieglosserie fand ein Ende, denn gegen die SG Breitenfelde/Mölln zeigten die Lübecker eine starke Moral. Zur Pause lagen diese noch mit 0:1 in Rückstand und überstanden mehrere Großchancen der SG. Nach dem Seitenwechsel kippte das Spiel allerdings dann komplett und es wurden noch zwei Treffer erzielt. Nach den schwierigen Wochen zuvor sollte es, wie bereits das 3:3 in Eichholz, ein Sieg der Moral sein. Nun soll eine Ungeschlagen-Serie gestartet werden, damit man sich von den Abstiegsplätzen weiter distanziert.
SG Breitenfelde/Mölln – TSV Schlutup (So., 15 Uhr)
Die SG Breitenfelde/Mölln unterlag beim SV Azadi II mit 1:2, nachdem es im ersten Durchgang trotz mehrerer Großchancen nur einen Treffer gab und nach dem Seitenwechsel kaum an den ersten 45 Minuten angeknüpft werden konnte. Es war die erste Pleite nach fünf ungeschlagenen Partien. Nun soll schnell wieder gewonnen werden, damit die Heimstärke nochmals untermauert wird. Fünf der sechs Spiele zu Hause wurden gewonnen, sodass die Mannen von Arne Riewe ein klares Ziel für den Sonntag haben. Es gilt, die nächsten drei Punkte zu holen, doch mit dem TSV Schlutup gastiert alles andere als ein einfacher Gegner. SG-Coach Arne Riewe sagt vor der anstehenden Aufgabe: „Am Sonntag haben wir Schlutup zu gast.
Spielen tun wir in Mölln um unseren Uhlenbusch nocht komplett zu zerstören. Auswärts holt schlutup zwölfvon bisher 15 möglichen Zählern was natürlich eine starke Ausbeute ist. Wir dagegen holen 15 von 18 möglichen bei unseren Heimspielen. Und das soll unser Ziel sein, zuhause absolut ungemütlich zu werden. Wir wollen wieder dahin kommen, dass man keine Lust hat zu uns zu kommen weil es hart, anstrengend und ohne Erfolg ist. Wir haben das Azadi-Spiel aufgearbeitet und besprochen. Der Plan steht und die Umsetzung wird es zeigen ob es angekommen ist.“
Der TSV Schlutup hatte zuletzt spielfrei, nachdem man dem Wunsch des Eichholzer SV II auf eine Spielverlegung zustimmte. So gab es noch länger Zeit, die 0:2-Pleite beim TSV Travemünde aufzuarbeiten. Es war das erste Mal in dieser Saison, dass Schlutup in der Fremde verlor, denn zuvor gab es vier Siege. Das Ziel ist nun ganz klar der fünfte Dreier, denn sonst rückt das obere Drittel noch weiter in die Ferne. Man wollte unbedingt die Vorsaison, in der man den dritten Platz belegte, bestätigen, doch stattdessen ist es derzeit Rang neun. Trainer Robertino Borja sagt nun vor dem Duell mit Breitenfelde: „Nach einer Zwangspause am vergangenen Wochenende erwartet uns ein schwieriges Auswärtsspiel in Breitenfelde. Nach zuletzt negativen Ergebnissen wollen wir endlich wieder in die Erfolgsspur zurückkehren. Dafür nehme ich die Mannschaft in die Pflicht. Wir haben die vergangenen Spiele ausführlich besprochen und aufgearbeitet. Die Jungs haben in den letzten zwei Wochen richtig gut gearbeitet und im Training Gas gegeben. Jetzt gilt es, diese Arbeit auch auf dem Platz umzusetzen. Am Sonntag müssen wir von der ersten Minute an die richtige Einstellung, Leidenschaft und den nötigen Einsatz zeigen.“
Der 14.Spieltag im Überblick
ATSV Stockelsdorf – SV Viktoria 08 (Fr., 19 Uhr)
Eichholzer SV II – SV Grün-Weiß Siebenbäumen (Sa., 14 Uhr)
Fortuna St. Jürgen – Ratzeburger SV II (So., 13 Uhr)
TSV Zarpen – Krummesser SV (13.30 Uhr)
TSV Travemünde – Lübeck 1876 (14 Uhr)
VfL Rethwisch – TSV Kücknitz
SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg – SV Azadi II (15 Uhr)
SG Breitenfelde/Mölln – TSV Schlutup







