
Hamburg – Es ist amtlich. Der FC St. Pauli muss nach zwei Jahren Bundesliga wieder ins Fußball-Unterhaus. Am Sonnabend blickte im Abstiegskampf alles auf die Duelle in Heidenheim und in Hamburg. Während Mainz die nötige Schützenhilfe leistete und gegen das Team von Frank Schmidt gewann, unterlagen die Kiezkicker am Millerntor gegen den VfL Wolfsburg mit 1:3 und spielen damit in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga.
Triple-Alu und Stich ins Hamburger Herz
St. Pauli kam gut in die Partie und übernahm mit der Zeit auch mehr Spielanteile. Bis zu ersten Großchance dauerte es gute 20 Minuten. Fujita (22.) traf mit einem sehenswerten Distanzschuss nur die Unterkante der Latte. Im direkten Gegenzug scheiterte Daghim (23.) an Vasilj und stand bei der folgenden Ecke wieder im Mittelpunkt. Aus wenigen Metern kam der Däne (24.) zum Abschluss, erneut war Vasilj noch an der Kugel, diesmal prallte sie im Anschluss an den Querbalken – Ausgleich in Sachen Aluminium-Treffer.
Damit nicht genug, traf Souza (33.) knappe zehn Minuten später den Pfosten per Kopf nach einer Ecke. Eine weitere führte schließlich zur Gäste-Führung: Eriksen fand mit seinem Standard Konstantinos Koulierakis (38.) am ersten Pfosten, der hochstieg und das Leder im langen Eck unterbrachte. Mit dem 1:0 ging es in die Kabinen.
Slapstick-Einlage schockt Millerntor
In Durchgang zwei brauchte es etwa zehn Minuten, ehe die Stimmung am Millerntor so richtig hochkochte. Was Wolfsburg kann, kann St. Pauli auch. Wieder musste eine Ecke her für den zweiten Treffer der Partie, diesmal zugunsten der Hamburger. Abdoulie Ceesay (57.) verwertete die Hereingabe von Metcalfe zum Ausgleich. Doch lange hielt die Euphorie nicht an, nur sieben Minuten später bugsierte Nikola Vasilj (64./ET) den Ball mit der Faust unglücklich ins eigene Tor. Vorausgegangen war – zum wiederholten Mal – ein Eckball. Der Treffer wurde auf ein mögliches Foulspiel überprüft, blieb jedoch bestehen.
Elfmeter vergeben – Abpraller sorgt für Entscheidung
Nun brauchte es aus Sicht der Boys in Brown zwei Tore. Doch es waren die Wölfe, die die Riesen-Möglichkeit zur Vorentscheidung bekamen: Nach einem Handspiel von Ando im Strafraum zeigte der Schiedsrichter nach VAR-Überprüfung auf den Punkt. Eriksen übernahm die Verantwortung – und zeigte Nerven! Passend zum Spiel küsste der Ball den Querbalken und flog von dort aus über den Kasten. Somit blieb die Hamburger Hoffnung am Leben – bis zehn Minuten vor dem Ende. Eriksen scheiterte diesmal aus kurzer Distanz am starken Vasilj, doch Dzenan Pejcinovic (80.) hämmerte den Abpraller aus elf Metern in die Maschen. Das 3:1 für den VfL – damit war alles entschieden und der Abstieg St. Paulis besiegelt.
Gleichzeitig können die Niedersachsen sich noch über die Relegation retten, da Heidenheim parallel zuhause gegen den FSV Mainz 05 verlor.
Der 34. Spieltag
St. Pauli – Wolfsburg 1:3
Heidenheim – Mainz 0:2
Frankfurt – Stuttgart 2:2
Freiburg – Leipzig 4:1
Bremen – Dortmund 0:2
M.Gladbach – Hoffenheim 4:0
Union – Augsburg 4:0
Bayern – Köln 5:1
Leverkusen – Hamburg 1:1
Die Tabelle
| 1. | FC Bayern München | 34 | 122 : 36 | 89 |
| 2. | Borussia Dortmund | 34 | 70 : 34 | 73 |
| 3. | RB Leipzig | 34 | 66 : 47 | 65 |
| 4. | VfB Stuttgart | 34 | 71 : 48 | 64 |
| 5. | TSG Hoffenheim | 34 | 65 : 52 | 61 |
| 6. | Bayer 04 Leverkusen | 34 | 68 : 47 | 59 |
| 7. | Sport-Club Freiburg | 34 | 51 : 57 | 47 |
| 8. | Eintracht Frankfurt | 34 | 60 : 65 | 43 |
| 9. | FC Augsburg | 34 | 45 : 61 | 43 |
| 10. | 1. FSV Mainz 05 | 34 | 44 : 53 | 40 |
| 11. | 1. FC Union Berlin | 34 | 44 : 58 | 39 |
| 12. | Borussia Mönchengladbach | 34 | 42 : 53 | 38 |
| 13. | Hamburger SV | 34 | 40 : 54 | 38 |
| 14. | 1. FC Köln | 34 | 49 : 63 | 32 |
| 15. | SV Werder Bremen | 34 | 37 : 60 | 32 |
| 16. | VfL Wolfsburg | 34 | 45 : 69 | 29 |
| 17. | 1. FC Heidenheim 1846 | 34 | 41 : 72 | 26 |
| 18. | FC St. Pauli | 34 | 29 : 60 | 26 |






